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Fußballer hoffen und bangen

Fußballer hoffen und bangen

Kreis Neunkirchen. Zuerst die schlechte Nachricht, an der es nichts zu beschönigen gibt: Das Saarland ist auch im Jahr 2008 tiefste Fußballprovinz. Das ist Fakt. Und wie es aussieht, wird sich dies in den nächsten Jahren kaum ändern

Kreis Neunkirchen. Zuerst die schlechte Nachricht, an der es nichts zu beschönigen gibt: Das Saarland ist auch im Jahr 2008 tiefste Fußballprovinz. Das ist Fakt. Und wie es aussieht, wird sich dies in den nächsten Jahren kaum ändern. Nun die gute Botschaft: Der beste saarländische Verein, die SV Elversberg, ist im Kreis Neukirchen angesiedelt, qualifizierte sich im Frühjahr für eine der drei Regionalligen, die unter der dritten Liga geschaffen wurden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich die Mannschaft von Trainer Djuradj Vasic aus der Abstiegszone entfernt und überwintert im Mittelfeld der Tabelle. Dass die Elversberger inzwischen die Traditionsvereine hierzulande abgehängt hat, mag die Verantwortlichen an der Kaiserlinde zwar freuen. Doch wie fühlen sich Präsident Frank Holzer und seine Spieler, wenn sie vor ein paar hundert Zuschauern acht Mal (!) zu Hause gegen zweite Mannschaften von Bundesligaklubs spielen müssen? Ebenfalls ins Mittelmaß abgedriftet, jedoch noch eine Klasse tiefer ist die alte Dame Borussia Neunkirchen. Obwohl die Elf von Günter Erhardt vorige Saison nur knapp am Aufstieg vorbei schlitterte, reicht es in der laufenden Saison nicht, vorn mitzumischen. Zu viele Leistungsträger haben das Ellenfeld verlassen. Die Oberliga wird für die Schwarz-Weißen zur Sackgasse, wenn nicht ein Wunder geschieht und potente Geldgeber gefunden werden. Fast auf Augenhöhe bewegt sich Elversbergs Zweite, die natürlich von ihrer ersten Mannschaft profitiert und immer wieder auf Spieler aus dem Regionalligakader zurückgreifen kann. Wesentlich besser sieht es bei den Kreisvertretern in der Verbandsliga aus. Der FC Wiesbach und Trainer Oliver Braue schnuppern an der Meisterschaft, liegen nur drei Punkte hinter der Tabellenspitze zurück. Nicht ganz so gut lief es bisher für den FV Eppelborn, wo man sich etwas mehr als Rang fünf ausgerechnet hatte. Trainer Helmut Berg wird der Zwölf-Punkte-Abstand zur Spitze wohl nicht gefallen. Wahrscheinlich hat in diesen Jahr der VfB Hüttigweiler nichts mit dem Abstieg zu tun. Aber die Mannen von Trainer Bernd Rohrbacher müssen nach der Winterpause alles geben, damit nichts anbrennt. Frauenfußball-Zweitligist Dirmingen hat sich von dieser Saison wesentlich mehr erwartet. Nach nur einem Vorrundensieg hängt die Rote Laterne nun schon seit längerem auf dem Belker. Und mit dem Klassenverbleib rechnen nur noch unverbesserliche Optimisten.Mit unterschiedlichen Perspektiven gegen die beiden ranghöchsten Handballvereine ins neue Jahr. Zumindest die Illtal-Zebras hatten sich in der Oberliga wesentlich mehr ausgerechnet als den mickrigen zehnten Rang, auf dem sie Silvester feiern. Schuld am Dilemma ist die katastrophale Auswärtsbilanz, die Hellberghalle ist immer noch eine Festung. Wie auch die TuS-Halle in Neunkirchen, in der die Handballerinnen des Clubs nach dem Abstieg aus der Regionalliga eine erfreuliche Renaissance erleben. Als Zweite in der Oberliga RPS sind die Mädels von Trainer Mirko Pesic dem Meisterschaftsfavoriten HBC Bascharage bedrohlich nahe auf die Pelle gerückt. Nicht erfüllt haben sich bisher die Erwartungen der Handballer des TV Merchweiler in der Saarlandliga. Das Tabellenende ist für bedrohlich nahe.Ausgezeichnet präsentieren sich die Billardvereine des Kreises in Deutschlands höchsten Spielklassen. Die vierte Deutsche Mannschafts-Meisterschaft im Dreiband holte sich der BC Elversberg in der letzten Saison und liegt auch nach der Hinrunde der laufenden ohne Verlustpunkt auf Platz eins der ersten Bundesliga. Zufrieden ist auch Franz Träm, der Vorsitzende des BC Schiffweiler, dessen Herren-Team in der Zweiten Bundesliga Dreiband Distanz zu den Abstiegsplätzen hält. Stolz darf Franz Träm auch auf Tochter Steffi sein, die bei den Deutschen Meisterschaften ihre beiden Vorjahres-Titel verteidigte. Auch die Ringer aus dem Kreis können zufrieden sein. Der ASV Hüttigweiler bleibt im Saarland hinter dem KSV Köllerbach die zweite Kraft. Nach dem Abstieg aus der ersten Ringerbundesliga hat der ASV Hüttigweiler in die Zweite Liga gut zurückgefunden. Mit einer Mischung aus starken ausländischen Athleten, Bundesliga erfahrenen Ringern und hoffnungsvollen Eigengewächsen hat Trainer Reinshagen erneut begeisternden Ringkampfsport ins Illtal zurückgebracht. Die zum Ende der Saison erkämpften Siege gegen die saarländischen Konkurrenten aus Riegelsberg und Saarbrücken haben insbesondere dazu beigetragen, dass der ASV als bester Saarverein auf Rang fünf landete. "Zweite Bundesliga" ist das angestrebte Ziel des RSV Spiesen-Elversberg. Nach einer glänzenden Runde konnten sich die Athleten des RSV als Regionalligameister feiern lassen. Ein passendes Geschenk für den scheidenden Trainer Jörg Müller. Nun gilt es in den Relegationskämpfen, die zweite Liga klar zu machen. Der ASV Hüttigweiler II beendete als zweiter Kreisvertreter in der Regionalliga die Runde auf Rang sieben. Oberligist KSV Eppelborn hat es nicht geschafft, in den Kampf um die Meisterschaft einzugreifen. Erfreuliches gibt es auch von den Keglern zu vermelden. TuS Wiebelskirchen/Rombach ist inzwischen zur festen Größe in der Zweiten Liga geworden. Vor allem auf eigener Anlage sind die "Rombacher" eine Macht. Für die auswärtigen Mannschaften gab es bisher nur wenig zu ernten. Dank der Heimstärke belegt das Team einen Rang in der oberen Tabellenhälfte. Die Aussichten auf die Erste Bundesliga bestehen nach wie vor. Mit einem Mittelfeldplatz haben sich die KSF Hüttigweiler in der Landesliga etabliert. Als Meister der Bezirksklasse und Aufsteiger schlagen TuS Neunkirchen und die KSG Eppelborn-Habach in der Liga Nord eine gute Klinge. Im Damenbereich nehmen die KSFlerinnen im Kreis eine Sonderstellung ein. Seit Jahren führen sie die Landesliga an. Der Sprung in die Bundesliga will aber nicht gelingen. rp/raps/wk/kk