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Feuerwehr im Kreis Neunkirchen bekommen Schlauchwickler

Feuerwehr : Meng wickelt schnell, Aumann dafür schön auf

Sparkasse Neunkirchen spendiert den Wehren im Kreis 31 Schlauchwickler und einen Pkw-Anhänger für den Nachwuchs.

„Die sind sehr, sehr praktisch“ und dabei so „einfach“ – aber trotzdem oder gerade deshalb „verdammt gut“. Landrat Sören Meng ließ in seiner Begrüßungsansprache am Mittwochnachmittag in der Feuer- und Rettungswache am Stadtpark keinen Zweifel, was er von der Erfindung der Gebrüder Müller hält (über die die SZ bereits berichtete). Anlass der kleinen Feierstunde, bei der Meng strahlend „viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, vor allem aber Vertreter der Wehren“ begrüßte, war, „diese innovative Erfindung an den Mann und die Frau zu bringen“. Dank des „großzügigen Sponsorings“ der Sparkasse Neunkirchen verfügt ab sofort jede der 31 Wehren im Landkreis über einen Schlauchwickler. Diese, komplett „Made in Germany“, sind aus rostfreiem Stahl gefertigt, wiegen keine zwei Kilogramm und erleichtern Feuerwehrleuten das Aufrollen von Schläuchen, sowohl was die körperliche Anstrengung anbelangt als auch zeitlich: Mit dem Schlauchwickler geht das jetzt drei Mal schneller als ohne ihn. Der Kostenpunkt liegt bei etwa 140 Euro pro Stück.

„Ich bin mir sicher, dass das Gerät bundesweit und international Einzug halten wird“, so Meng. Wobei ja die erste Charge im Heimat-Landkreis verbleiben darf. Um dem noch ein bisschen mehr Gewicht zu verleihen, wurden Nummer eins bis sieben samt Urkunde an die anwesenden Bürgermeister und Wehrführer überreicht. Und wer weiß, vielleicht haben die später mal richtig Sammlerwert.

„Danke für ihr Engagement bei Tag und bei Nacht und ihre Bereitschaft, sich zu engagieren“, wandte sich Jörg Welter, Vorstandsmitglied der Sparkasse Neunkirchen, an die anwesenden Feuerwehrleute. Gerade heute sei das nicht hoch genug zu schätzen, wo man als Retter und Helfer „Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen“ und beim Einsatz ständig damit rechnen müsse, „angepöbelt zu werden“. Diese Sachspende zu tätigen „freut uns umso mehr, als wir damit auch zwei junge Existenzgründer unterstützen können“.

In ihrem Büro im Startup-Center der Wirtschaftsförderungsgesellschaft auf den Bliesterrassen tüfteln Markus und Patrick Müller bereits am nächsten Coup: dem Prototyp einer Stehhilfe für den Sicherheitstrupp. Die Angehörigen des Sicherheitstrupps haben die Aufgabe, im Innenangriff eingesetzten Atemschutztrupps im Notfall unverzüglich Hilfe zu leisten, sprich, ihre verunfallten und unter Umständen bewusstlosen Kollegen aufzufinden, zu versorgen und samt Ausrüstung nach draußen zu bringen. Was bedeutet, dass sie in voller Montur in Habachtstellung vor Ort ausharren müssen, so lange es eben dauert. „Unser Hocker soll den Körper entlasten“, verriet Patrick Müller schon mal vorab. Die schweren Atemschutz-Flaschen liegen während des „Sitzhockens“ auf einem angeschweißten Anbauteil auf und nehmen damit das Hauptgewicht von Rücken und Schulter. Der universelle Hocker soll in der Höhe verstellbar und damit individuell anpassbar sein. Parallel zur Produktentwicklung suchen die Jungunternehmer nach Partnern für Produktion und Vertrieb ihrer patentierten Erfindungen.

Für die Übergabe hatten sich die Müller-Brüder etwas Besonderes ausgedacht: Sie drückten dem Landrat, Jörg Welter und Neunkirchens Oberbürgermeister Jörg Aumann je einen Schlauchwickler in die Hand und ließen sie gegeneinander antreten. Während Meng und Welter vor allem mit Schnelligkeit punkteten, rollte Aumann, noch leicht gehandicapt von seinem Radunfall, den B-Schlauch dafür besonders sorgfältig und gewissenhaft auf.

 . . . dann traten Landrat Sören Meng, Oberbürgermeister Jörg Aumann und Sparkassen-Vorstand Jörg Welter in der nicht olympischen Disziplin „Schlauchaufrollen“ gegeneinander an.
. . . dann traten Landrat Sören Meng, Oberbürgermeister Jörg Aumann und Sparkassen-Vorstand Jörg Welter in der nicht olympischen Disziplin „Schlauchaufrollen“ gegeneinander an. Foto: Anja Kernig

Übergeben wurde zusätzlich bei diesem Termin ein Fahrzeuganhänger für die Jugendwehren im Landkreis, den die Sparkasse mit weiteren 5000 Euro finanziert. „Dort kommen Zelte, Pavillons, ein Playmobil-Feuerwehrmann als Eye-Catcher für Info-Veranstaltungen, eine Button-Maschine und Ähnliches hinein“, informiert Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack. Bisher wurden diese Dinge an verschiedenen Stellen gelagert und mussten bei Bedarf, etwa für Zeltlager, mühsam zusammengetragen werden. „Der Anhänger erleichtert uns die Arbeit ungemein.“ Derzeit gehören 562 Kinder und Jugendliche zwischen acht und zwölf Jahren den Jugendwehren an. Dazu kommen nochmal rund 80 Kinder in den Vorbereitungskursen.