Fußball-Oberliga - Hertha Wiesbach „Haben das Format für die Aufstiegsrunde“

Wiesbach · Der FC Hertha Wiesbach bereitet sich seit Ende Juli auf die neue Saison in der Fußball-Oberliga vor. Anfang der Woche stand die erste Einheit auf dem Rasen auf dem Programm. Trainer Michael Petry sieht sein Team besser aufgestellt als in der letzten Spielzeit.

Aufgalopp: Die Spieler des Fußball-Oberligisten FC Hertha Wiesbach trainieren seit dieser Woche wieder auf dem Platz am Wallenborn.

Aufgalopp: Die Spieler des Fußball-Oberligisten FC Hertha Wiesbach trainieren seit dieser Woche wieder auf dem Platz am Wallenborn.

Foto: Philipp Semmler

Die Fußballer des FC Hertha Wiesbach sind auf den Platz zurückgekehrt. Seit Anfang dieser Woche bereitet sich der Oberligist im heimischen Stadion am Wallenborn auf die neue Runde in der Südstaffel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar vor. Das erste Pflichtspiel bestreiten die Gelb-Schwarzen am 5. September zu Hause gegen den TuS Mechtersheim. Vier Tage später (9. September) steht dann das erste Saarderby beim SV Röchling Völklingen an. Am 12. September ist der FV Diefflen bei der Hertha zu Gast.

„Unser Saisonziel ist das, das wohl jeder diese Saison hat. Wir wollen in die Aufstiegsrunde“, sagte Her­tha-Trainer Michael Petry bei der Trainingseinheit seines Teams am Dienstag, während die Mannschaft sich ein paar Runden locker einlief, bevor Stabilitätsübungen mit Athletik-Trainer Michael Groß sowie ein Fitnesstest auf dem Programm standen.

  Marlon Beckinger (links), Neuzugang beim FC Hertha Wiesbach, mit dem neuen Torwart-Trainer Mario Rino. Jörg Backes, der bislang für die Schlussmänner zuständig war, ist als Co-Trainer zu Saarlandligist SV Auersmacher gewechselt.

Marlon Beckinger (links), Neuzugang beim FC Hertha Wiesbach, mit dem neuen Torwart-Trainer Mario Rino. Jörg Backes, der bislang für die Schlussmänner zuständig war, ist als Co-Trainer zu Saarlandligist SV Auersmacher gewechselt.

Foto: Philipp Semmler

Schon etwas mehr als eine Woche vor der ersten Einheit auf dem Feld hatte bei Wiesbach die Vorbereitung begonnen. Trainer Petry zeigte seinem Team dabei ein paar Sehenswürdigkeiten des Saarlandes: Die Akteure absolvierten Läufe im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken sowie am Bostalsee.

„Ich hätte es nicht gut gefunden nach der langen Corona-Pause ohne eine gute Fitness-Grundlage direkt auf den Platz zu gehen. Auch um Verletzungen vorzubeugen“, berichtet der 43-Jährige, der in seine fünfte Saison als Übungsleiter des Oberligisten geht.

Bei den Wiesbachern um Mittelfeldspieler Lukas Paulus (vorne) stehen in der Vorbereitung auch Stabilitäts-Übungen mit Athletik-Trainer Michael Groß (Hintergrund Bildmitte) auf dem Programm.

Bei den Wiesbachern um Mittelfeldspieler Lukas Paulus (vorne) stehen in der Vorbereitung auch Stabilitäts-Übungen mit Athletik-Trainer Michael Groß (Hintergrund Bildmitte) auf dem Programm.

Foto: Philipp Semmler

Allzu viele Ausfälle würden diese Saison nämlich nicht nur die Hertha, sondern alle Vereine hart treffen. Aus zwei Gründen. Der Erste: Aufgrund des deutlich späteren Ligastarts ist das Programm dicht gedrängt: Der letzte Spieltag vor der Winterpause findet am 13. Dezember statt. Nach dem Jahreswechsel geht es bereits am 7. Februar weiter.

Der Zweite: Wegen der Aufstockung der Liga auf 24 Vereine wurde die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar in eine Nord- und eine Südstaffel mit je zwölf Clubs unterteilt. Die ersten sechs jeder Staffel qualifizieren sich für eine Aufstiegsrunde, der Rest muss in die Abstiegsrunde (wir berichteten mehrfach).

So wird es von Beginn an ein „Hauen und Stechen“ um die begehrten Ränge in der Aufstiegsrunde geben. Petry weiß: „Bei nur 22 Spielen, die es in der Qualifikation für die Aufstiegsrunde gibt, darf man sich keine Schwächephase erlauben.“

Obwohl die vergangene Runde eher enttäuschend verlief – zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs wegen der Corona-Pandemie lag die Hertha nur auf Rang 13 – glaubt Petry, dass das anvisierte Ziel Aufstiegsrunde erreicht wird. „Wir haben auf jeden Fall das Format dazu, zumal wir uns gut verstärkt haben“, findet Petry. „Wir haben mehrere Spieler verpflichtet, die schon in der Oberliga oder sogar in der Regionalliga gespielt haben. Bereits nach den ersten Trainingseinheiten sieht man, dass ihre Qualität uns nach vorne bringen wird“, ergänzt der Übungsleiter.

Sechs Neuzugänge konnte der 43-Jährige beim Trainingsstart begrüßen. Der Bekannteste ist Sven Sellentin, der von Regionalligist FK Pirmasens zu den Gelb-Schwarzen gekommen ist. Der 26-jährige Außenbahnspieler bestritt in den vergangenen vier Jahren 80 Regionalliga-Begegnungen für die SV Elversberg, den FC Homburg und Pirmasens. Petry über diesen „Königstransfer“: „Sven wird uns mit seiner brutalen Erfahrung und Qualität auf jeden Fall gut tun. Vor allem kann er einen guten letzten Pass spielen. Da hatten wir ja in der vergangenen Saison Probleme.“

Im Defensivbereich vielseitig einsetzbar ist Moritz Koch, der von Ligakonkurrent SV Elversberg II geholt wurde. „Moritz kenne ich bereits seit meiner Zeit als Jugendtrainer vom 1. FC Saarbrücken. Er ist ein Spieler mit viel Mentalität, der mit seinen Auftritten auch die Jungs mitreißen kann“, erklärt Petry.

Gleich zwei Spieler hat Wiesbach vom künftigen Ligakonkurrenten FSV Jägersburg verpflichtet. Von den Ostsaarländern sind Steven Simon und Tim Schäfer zum Club aus dem Eppelborner Gemeindeteil gekommen. „Steven wollte ich schon die letzten drei, vier Jahre verpflichten. Er hat viel Spielverständnis und Offensivdrang“, sagt Petry über den 26-jährigen Linksverteidiger.

Den 30-jährigen Außenstürmer Schäfer beschreibt der Wiesbacher Übungsleiter als „schnellen, zielstrebigen Spieler, der einen guten Abschluss hat. Tim ist hervorragend für das Umschaltspiel, oder wie man früher sagte, das Konterspiel geeignet.“

Auf der offensiven Außenbahn kann auch Lukas Mittermüller spielen. Dazu ist er aber auch im Zentrum einsetzbar. „Lukas war in den vergangenen Jahren stets einer der besseren Spieler in der Saarlandliga und wir hoffen, dass er jetzt bei uns den nächsten Schritt macht“, so Petry über den 24-Jährigen, der von der SpVgg. Quierschied kam.

Für die Torhüter-Position hat Wiesbach Marlon Beckinger von Saarlandligist Borussia Neunkirchen geholt. „Marlon ist ein großer Torwart, der Talent hat und uns in einem Probetraining überzeugt hat“, berichtet Petry.

Für die Weiterentwicklung der Hertha-Schlussmänner ist seit dieser Saison übrigens Mario Rino zuständig, der bislang als Torwart-Trainer bei Neunkirchen tätig war. Wiesbachs bisheriger Torwarttrainer Jörg Backes ist als Co-Trainer zu Saarlandligist SV Auersmacher gewechselt.

Sein erstes Vorbereitungsspiel bestreitet der FC Wiesbach am heutigen Freitag um 19.30 Uhr bei Saarlandligist Spvgg. Quierschied. Zwei Tage später ist der Oberligist dann um 15 Uhr beim FV Bischmisheim zu Gast. Dort wird es ein Wiedersehen mit Ex-Kapitän Sebastian Lück geben, der im Sommer von der Hertha zum FV gewechselt ist. Am Freitag, 14. August, treten die Gelb-Schwarzen zu einem Freundschaftsspiel beim VfB Dillingen (19 Uhr) an. Die „Generalprobe“ vor dem Ligastart steigt am Freitag, 28. August, um 19.30 Uhr zu Hause gegen Borussia Neunkirchen.

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