Ziel ist die Rückkehr in den Wald

Eppelborn · Die Wildtierauffangstation auf dem Saarforstgelände in Eppelborn kümmert sich um Wildtiere und bereitet sie auf die Rückkehr in die freie Wildbahn vor. Umweltminister Reinhold Jost stattete ihr einen Besuch ab.

 Der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (rechts) ließ sich bei seinem Besuch in der Wildtierauffangstation Eppelborn umfassend informieren und sagte Unterstützung für die weitere Entwicklung der Einrichtung zu. Foto: anika Meyer

Der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (rechts) ließ sich bei seinem Besuch in der Wildtierauffangstation Eppelborn umfassend informieren und sagte Unterstützung für die weitere Entwicklung der Einrichtung zu. Foto: anika Meyer

Foto: anika Meyer

. Die größtenteils nachtaktiven Tiere kommen tagsüber nicht raus, schon gar nicht, wenn sich menschlicher Besuch nähert. Da macht es auch keinen Unterschied, wenn es sich bei dem menschlichen Besuch um den Umweltminister des Saarlandes handelt. Von den Tieren, die derzeit in der Wildtierauffangstation auf dem Saarforstgelände Eppelborn genesen, bekam Reinhold Jost deshalb am Mittwoch keine zu sehen, doch das ist gut so. Denn Aufgabe der Station ist es, die Schützlinge gerade nicht an Menschen zu gewöhnen, sondern auf die Rückkehr in die freie Wildbahn vorzubereiten.

Außerdem wollte Jost bei dem Besuch im Rahmen seiner Sommertour viel mehr die Einrichtung in Augenschein nehmen, über Kapazitäten, Auslastung und Arbeitsalltag aufgeklärt werden. Der Saarforst Landesbetrieb teilt sich die Arbeit mit meist ehrenamtlichen Helfern. Die für Anlage und Organisation zuständigen Uwe Tobä und Christoph Kiefer sowie die Pflegekräfte Cornelia Britz und Alexandra Hinsberger, allesamt von Saarforst, führten Jost herum.

In den Gehegen haben sich zurzeit vor allem Füchse in ihren Bauten im Sand vergraben. Generell ist man jedoch für fast alle Wirbeltiere eingerichtet. "Auch für Eichhörnchen, Igel, Iltisse oder Dachse", so Tobä. "Und dort im eingezäunten Bereich haben wir manchmal Rehe." Die Planung, wer mit wem wo untergebracht wird, ist nicht immer ohne, vor allem, wenn der Platz knapp wird.

Dazu kommt die eigentliche Arbeit: Tierarztbesuche, Wundpflege, Medikamentengabe, Versorgung und manchmal Flaschen-Aufzucht. Feierabend gibt es nicht, denn Hilfegesuche kommen jederzeit. Doch die Mühe lohnt sich: Genesene Tiere werden nach einigen Tagen im Auswilderungskäfig im Wald frei gelassen. "Für mich ist es das Schönste, wenn ich dieses Türchen aufmachen kann", so Britz. Ziel der Auffangstation ist eine weitere Professionalisierung, vor allem in Form von veterinärmedizinischer Betreuung. Jost sagte hierfür Unterstützung zu, außerdem will er Vertreter des Tierschutzes und Tierärzte an einen Tisch bringen, um sich über Konzepte der Zusammenarbeit sowie der Öffentlichkeitsarbeit auszutauschen. "Viele Leute wissen gar nicht, welche Einrichtungen es gibt", sagt Jost. Wichtig sei dabei zu vermitteln, wo Hilfe angebracht ist. Beispielsweise sind Jungtiere, die verlassen scheinen, es meist nicht und werden von der Mutter verzweifelt gesucht, wenn sie fortgebracht werden.

Zeigte sich auch keiner der Eppelborner Bewohner, so gab es ein Tier doch zu sehen: Das Känguru-Mädchen Spunk. Adoptiv-Mama Henrike Alma Gregersen vom Zoo Neunkirchen, die beim Rundgang dabei war, hatte es in seinem Beutel mitgebracht.

Auffangstation: Tel. (0681) 9 71 28 20 (werktags, 8 bis 16 Uhr) oder (0151) 18 48 98 08.

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