Zebras trampeln Wölfe nieder

Die Handballfreunde Illtal dominierten am Sonntag das Saar-Derby in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar klar. Der 29:20-Heimsieg gegen den HSV Merzig-Hilbringen war auch in dieser Höhe verdient.

Saar-Derbys in der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar versprechen spannende Unterhaltung, Nervenkitzel und pure Emotionen. Siege sind Prestigesache. Beim Lokalduell zwischen den HF Illtal und dem HSV Merzig-Hilbringen wurden die hohen Erwartungen der rund 550 Zuschauer am vergangenen Sonntag in der Hellberghalle Eppelborn nur teilweise erfüllt. Der Tabellensechste bot seinen Fans beim 29:20 (17:10)-Heimsieg zwar kurzweiligen Tempo-Handball und reichlich Tore nach findigen Angriffskombinationen.

Spannend war das leider nicht, weil der Tabellenvorletzte an diesem Abend zu wenig Gegenwehr leistete und von Beginn an keine Chance hatte. "Meine Jungs haben alle Vorgaben exakt umgesetzt, in der Rückwärtsbewegung nur wenige Tempogegenstöße zugelassen und vorne kaum Fehler gemacht. So musst du gegen Merzig spielen", stellte Steffen Ecker erfreut fest. "Und wenn es mal bei einem Spieler hakte, dann hatten wir gute Alternativen auf der Bank", lobte der HF-Trainer die Teamleistung. Kollege Marcus Simowski war mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht zufrieden und sah den Tatsachen ins Auge: "Was wir gezeigt haben, ist das, was momentan geht. Der Vizemeister war uns in vielen Bereichen überlegen, was auch die neun Tore Unterschied zeigen", gab der HSV-Trainer offen zu.

Philipp Michel war der erste Akteur, der das Netz wackeln ließ und das gleich doppelt. Nach einem Tor vom Kreis und einem Gegenstoß-Treffer stand es in der ersten Minute bereits 2:0. Eine Viertelstunde später hatten die Zebras neun Mal getroffen und die Wölfe erst zwei Bälle in den Maschen versenkt. "Mitte der ersten Halbzeit waren wir beim 10:6 wieder näher dran, haben dann aber gute Chancen vergeben. Hätten wir da besser getroffen, wäre die Partie vielleicht interessanter verlaufen", meinte Simowski.

Zur Pause führte Illtal mit 17:10 und unerwartet deutlich. "Das hätten wir nicht gedacht. Wir sind diesmal aber super in die Partie gestartet, und dann spielt es sich eben leichter auf", sagte HF-Kapitän Sebastian Hoffmann. Schuld an der mageren Torausbeute der Gäste war Robin Näckel, der im Zebra-Tor kaum zu überwinden war. "Nach schwächeren Spielen lief es heute richtig gut bei mir. Ich hoffe, dass der Knoten geplatzt ist", sagte der HF-Schlussmann. Laszlo Kincses traf immerhin sechs Mal, doch der HSV-Rechtsaußen war im Gäste-Team die Ausnahme. Der persönliche Erfolg tröstete ihn nicht. "Illtal hat ein anderes Tempo gespielt, da konnten wir nicht mithalten", seufzte der Ungar. Den Schlusspunkt im einseitigen Derby setzte Jonas Guther. Eine Sekunde vor dem Abpfiff passte Max Mees den Ball auf den HF-Rechtsaußen, der mit der Sirene zum 29:20-Endstand "einnetzte" und Steffen Ecker jubeln ließ. "Wir haben von Anfang an Druck gemacht. Der Sieg war heute nie in Gefahr", resümierte der HF-Trainer.

Tore HF Illtal : Christoph Holz 5/1, Niklas Kiefer 4/1, Marcel Becker 3, Philipp Michel 3, Oliver Zeitz 3, Marvin Mebus 2, Max Mees 2, Jonas Guther 2, Sebastian Hoffmann 2, Pascal Meisberger 2, Sven-Malte Hoffmann 1.

Tore HSV Merzig-Hilbringen : Laszlo Kincses 6/1, David Pfiffer 4/1, Marcel Rudolph 2, Norbert Petö 2, Gerrit Peitsch 2, Christian Jung 1, Michael Arnold 1, Sebastian Klein 1, Lukas Fischer 1.

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