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„Wir machen hier gelebte Inklusion“

„Wir machen hier gelebte Inklusion“

Zum dritten Mal bietet Eppelborn ein integratives Ferienprogramm für Kinder mit und ohne Behinderung. Am Freitag ging die erste Woche mit einer Theateraufführung zu Ende. Auch in dieser Woche ist ganz schön was los.

Die elfjährige Lara ist vor ihrem großen Auftritt zwar aufgeregt, aber sie beherrscht die Rolle der Forscherin perfekt. Ihre Freunde sind die Steinzeitmenschen, die ihr auf einer einsamen Insel begegnen. Klingt nach Theater, ist auch Theater. Nur nicht irgendeins: Die Aufführung am Freitagnachmittag in der Hirschberghalle in Bubach war der krönende Abschluss einer Projektwoche, die die Inklusion von Kindern mit Behinderung fördern soll.

Die "Theater-Abenteuerfreizeit", mit der die erste Woche zu Ende ging, war der erste Teil der zweiwöchigen Veranstaltung, die von der Gemeinde Eppelborn gemeinsam mit der Lebenshilfe Neunkirchen organisiert wird. Seit 2013 ist die traditionelle Abenteuerfreizeit, die seit vielen Jahren regelmäßig in Eppelborn stattfindet, ein Inklusionsprojekt. Zehn von 35 Plätzen sind fest reserviert für die Schüler der Rothenbergschule, der von der Lebenshilfe getragenen Förderschule für geistige Entwicklung. Alle anderen Eppelborner Kinder zwischen sieben und elf Jahren konnten sich um einen der restlichen 25 Plätze bewerben.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen während der Abenteuerfreizeit miteinander spielen und voneinander lernen. "Wir reden nicht über Inklusion, wir machen hier gelebte Inklusion", sagt Jürgen Müller, Geschäftsführer der Lebenshilfe Neunkirchen. Er ist sichtlich stolz auf die kleinen Schauspieler. Auch Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset ließ sich die Uraufführung der beiden Stücke "Forscher und Steinzeitmenschen" und "Magische Insel" nicht entgehen. Fleißig hatten die Schüler mit Theaterpädagogin Sandra Ballas Texte einstudiert, Kostüme und Requisiten gebastelt. Den kleinen Matthias vom Johannes-Kepler-Gymnasium hat die Theaterwoche nachhaltig beeindruckt. Obwohl er am Freitag nicht mit auf der Bühne stand, waren seine Augen rot geschminkt. Auf die Frage nach seinem Namen antwortet er nur mit "Ich heiße Elisabeth."

Das Theater hat auch der neunjährigen Johanna und ihrer Freundin Sarah von der Nikolaus-Groß-Schule Freude bereitet. Aber auch das Schwimmen, denn in der ersten Woche stand neben Kennenlernspielen und Theaterproben auch ein Besuch im Hellbergbad an.

Ein volles Programm, das die zehn Projektbetreuer auf Trab gehalten hat. Dieses Mal hätten sich zwar nur sechs Schüler der Rothenbergschule angemeldet, sagt Ralf König , Jugendpfleger der Gemeinde Eppelborn . "Dennoch ist es mehr als gerechtfertigt, dass so viele Betreuer da sind. Die gemischte Gruppe ist einfach anspruchsvoller", erklärt König. Auch in dieser Woche haben die Betreuer alle Hände voll zu tun: Heute steht eine Eseltrekking-Tour an und am Mittwoch geht es an den Bostalsee.