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„Wir brauchen einen Wolfsmanagement-Plan“

Humes. Neben dem Bericht des Landesjägermeisters ging es bei der jüngsten Kreisjägermeistertagung auch um Aktuelles: das saarländische Jagdgesetz, das verbesserungsbedürftig sei, aber auch die Situation von Wolf und Wild. Carolin Merkel

Auf große Resonanz stieß die 43. Kreisjägermeister- und Hegeringtagung, die am Samstag im Gasthaus Ziegler in Humes stattgefunden hat. Eingeladen waren neben zahlreichen Ehrengästen, allen voran Umweltminister Reinhold Jost, die sechs Kreisjägermeister, ihre Stellvertreter sowie die 49 Hegeringleiter.

Insgesamt zählt die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) 3600 Mitglieder, Nachwuchssorgen, so erklärt Edgar Kuhn, stellvertretender Landesjägermeister und zugleich Kreisjägermeister im Kreis Neunkirchen, gibt es nicht. "Wir wollen mit dieser Veranstaltung vor allem die neusten Informationen in die Breite tragen", sagte Kuhn.

Seit einigen Jahren schon, betont er, tagt das jährlich zusammenkommende Gremium in seinem Heimatort. Neben dem Bericht des Landesjägermeisters stehen immer auch Vorträge zu aktuellen Themen auf der umfangreichen Tagesordnung.

Für den Jahresbericht ist Landesjägermeister Josef Schneider zuständig. Er lobte vor knapp 200 Zuhörern noch einmal das vor fast einem Jahr novellierte saarländische Jagdgesetz. Dennoch gebe es noch Bedarf zur Nachbesserung. "Wir können kein Verständnis aufbringen bei der Einschränkung der Hundeausbildung an der lebenden Ente", sagte er. Vor allem aber müsse weiterhin beanstandet werden, dass trotz der Neuregelung keinerlei Verbesserung für das Niederwild zu beobachten sei. "Nach wie vor gibt es kaum Feldhasen, das Rebhuhn ist ganz aus der Landschaft verschwunden, die Bodenbrüter leiden unter dem ständigen Druck durch Fuchs, aber auch die Krähe", erläuterte er.

Ein weiteres, immer größeres Problem, erläuterte er, sind die verwilderten Hauskatzen, hier fordern die Jäger ein umfassendes Programm zur Kastration und Sterilisation.

Positiv stellt sich das umfangreiche Seminarangebot dar. Neben den Fallenjagdlehrgängen wurden mit mehr als 1000 Jägerinnen und Jägern an den Schießständen des VJS vor allem die Lehrgänge zum Erwerb der Drückjagdnadel frequentiert.

Ein wichtiges Thema der Tagung war der Wolf, der sich in unmittelbarer Nähe zum Saarland befindet. "Es ist nicht ausreichend, den Wolf nur willkommen zu heißen. Er ist kein Kuscheltier, sondern ein großes Raubtier. Wir brauchen einen Wolfsmanagement-Plan, bevor es zu den ersten Begegnungen kommt. Es gilt, eine Entschädigungsregelung aufzustellen, bei Konfliktsituationen hat das Leben und die Sicherheit des Menschen unbedingten Vorrang", sagte Schneider.

Mit der aktuellen Situation ausgesuchter Wildarten im Saarland beschäftigte sich der Vortrag von Dr. Daniel Hoffmann, Vorsitzender des Ausschusses für Wildökologie.

Dr. Arnold Ludes, Abteilungsleiter für Landwirtschaft im Umweltministerium, referierte über das "Greening": Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Landwirten, die von dieser Agrarförderung profitieren und der Jägerschaft sei für die Lebensräume der Wildtiere überaus wichtig.