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Lecker!
Wiesbachs wunderbarer Eissalon

Solange das Wetter mitspielt, will Dieter Klein mit seinem Eispalast in Wiesbach stationiert bleiben. Ortsvorsteher Stefan Löw und Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset (links) freut das.
Solange das Wetter mitspielt, will Dieter Klein mit seinem Eispalast in Wiesbach stationiert bleiben. Ortsvorsteher Stefan Löw und Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset (links) freut das. FOTO: Andreas Engel
Wiesbach/Humes. Was haben Wiesbach und Humes, was die übrigen sechs Eppelborner Ortsteile nicht haben? Einen mobilen Eissalon, der nicht nur an den Kirchweih-Tagen für die Versorgung mit Kirmessahne sorgt. Die SZ hat in Wiesbach ein Pröbchen genommen. Von Solveig Lenz-Engel

Für den neunjährigen Leon ist zurzeit jeder Tag irgendwie Weihnachten. Und das nicht nur weil große Ferien sind. Denn der Wiesbacher Bub ist nicht nur Fußball-Fan, sondern auch ein ganz großer Freund von Eis im  Hörnchen. Nicht aus der heimischen Kühlschrank, sondern vom Kirmes-Eissalon. Wie es das Wesen von Kirchweihfesten ist, finden sie üblicherweise nur einmal im Jahr statt, um die Wiederkehr des Tages der Weihe eines Kirchengebäudes zu feiern. In Wiesbach findet die Kerb am ersten Wochenende des Septembers statt und dann ist immer auch solch ein wunderbarer Eissalon auf dem Outreau-Platz mit dabei.


Aber in diesem Jahr, in dem die Wiesbacher aus dem Feiern anlässlich „800 Jahre Wiesbach“ gar nicht mehr herauskommen, ist alles anders. Ortsvorsteher Stefan Löw, der schon lange neidisch aufs nahe Humes schielte, wo es schon im vergangenen Jahr einen stationären Kirmes-Eissalon gab und in diesem Jahr wieder gibt, ruhte nicht, bis er auch in seinem Dorf solch eine Attraktion hatte. Nicht von der Firma Pistorius wie in Humes, sondern von Dieter Klein, der mit seiner Familie drei der Eisdielen auf Rädern betreibt. Dieter Klein brachte sein Paradies für Süßschnuten an den Kulturtagen (22. bis 24. Juni) auf dem Outreau-Platz in Stellung, sah zu, wie der Platz sich nach dem großen Fest leerte und blieb dank der Überzeugungskunst von Stefan Löw. Zur Illinger Kirmes wird er den Platz kurz verlassen, rückt dann aber mit einer etwas kompakteren Version wieder an. Was nicht nur Leon sehr freut.

Auch die Eppelborner Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset, Wiesbacher Bürgerin und Ortsvorsteherin von 2009 bis 2012, ist begeistert von der Belebung des Dorfplatzes. Denn von 12 bis 20 Uhr, wenn Dieter Klein seine Spezialitäten anbietet, kommen hier  die Leute zusammen. Treffen sich auch zu einem kleinen Plausch, wobei die unnachahmlich cremige Kirmessahne immer wieder Thema ist. „Wie wird die gemacht?“, ist eine immer wieder an den Eismann gestellte Frage. Sie bleibt unbeantwortet. Ein Geschäftsgeheimnis, das auch von den übrigen Vertretern der Zunft streng gehütet wird. „Wo käme man denn hin, wenn jeder daheim mit seinem Thermomix so was machen könnte“, meint eine Dame, die sich die die Schlange am Eissalon einreiht.

Leon sieht zu, wie Dieter Klein mit einem großen Löffel, das Eis aus den zwölf Behältern schabt. Abgezählte „Bällchen“ gibt es keine, sondern Portionen in gestaffelten Preislagen. Dazu das unvermeidliche, weil Sucht erzeugende  Spagetti-Eis, Shakes, knallbunte eisige Getränke und sonstige Sachen, die dafür sorgen, dass am Körper des Konsumenten genug „erotische Schwungmasse“ (O-Ton Stefan Löw) anhaften kann.

Während das SZ-Team eine sensorische Probe vom Amarena-Eis mit Kirmessahne nimmt, betreiben Birgit Müller-Closset und Stefan Löw nebenbei noch ein bisschen Werbung für Wiesbach, den nach dem Hauptort Eppelborn zweitgrößten Ortsteil der Großgemeinde: die tolle Blumenwiese am Friedhof, das Mehrgenerationen-Projekt, der Kindergarten-Neubau, der Abriss des maroden Pfarrheims, die Investitionen an der alten Kirche, der Umbau des ehemaligen Landheims, die Wasserbüffel ...



> Die SZ wird darüber berichten.