Wiesbachs wichtiger Befreiungsschlag in der Fußball-Oberliga

Fußball : Wiesbachs wichtiger Befreiungsschlag

Der FC Hertha Wiesbach hat endlich wieder über einen Sieg in der Fußball-Oberliga jubeln können. Nach zuvor fünf Niederlagen in Serie setzte sich die Hertha am Samstag mit 2:1 gegen Schott Mainz durch.

Die dreiminütige Nachspielzeit in der Oberliga-Begegnung zwischen dem FC Hertha Wiesbach und dem TSV Schott Mainz war am Samstag fast abgelaufen, als den Fans der Gastgeber unter den 210 Zuschauern beim Stand von 2:1 für ihr Team noch einmal der Atem stockte. Die Gäste erhielten einen Freistoß zugesprochen. Jost Mairose schlug diesen lang vor das Tor und am zweiten Pfosten kam Edis Sinanovic völlig frei zum Abschluss. Der Schuss des 23-Jährigen strich aber knapp am von Julian Wamsbach gehüteten Gehäuse vorbei. Sekunden später war Schluss – und der Jubel bei der Hertha groß.

Ging der Puls von Hertha-Trainer Michael Petry bei dieser Szene noch einmal gehörig in die Höhe? „Mein Puls ist während der gesamten 90 Minuten immer hoch“, erklärte der 42-Jährige grinsend. Hoch war der Puls kurz nach Abpfiff auch noch bei Hertha-Kapitän Sebastian Lück. Der Spielführer ruhte sich, noch immer etwas außer Atem, an der Bande aus. „Ich spüre jetzt schon eine große Erleichterung“, sagte der 29-Jährige. Denn für ihn und seine Teamkollegen war das 2:1 gegen Mainz der erste Erfolg nach fünf Niederlagen in Serie. „Die Negativserie merkt man dann auch irgendwann im Kopf. Deshalb war es extrem wichtig zu gewinnen“, ergänzte der 29-Jährige.

Extrem wichtig war der Sieg auch mit Blick auf die Tabelle. Denn bei einer weiteren Niederlage gegen Mainz wäre Wiesbach dort auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Durch den Sieg kletterte das Team, obwohl mehrere direkte Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib ebenfalls siegten, von Platz 13 auf Rang zwölf.

Der Schlüssel zum Erfolg war neben einer verbesserten Defensive (in den vergangenen vier Begegnungen hatte es für die Hertha jedesmal drei Gegentreffer gegeben) auch eine enorme Willensleistung. „Wir haben 90 Minuten lang Gas gegeben. Damit haben wir genau das gezeigt, was man in unserer Situation braucht“, freute sich der Kapitän.

Lück hatte eine Minute vor der Pause den vermeintlich vorentscheidenden Treffer erzielt. Nach einem Foul von Nenad Simic an Giovanni Runco verwandelte er den fälligen Elfmeter für die Gastgeber. Runco hatte zuvor schon den ersten Treffer der Gastgeber, der nach gerade einmal 120 Sekunden fiel, eingeleitet. Einen Diagonalball des 23-Jährigen nahm Djibril Diallo im Strafraum an. Danach feuerte der 20-Jährige die Kugel zum 1:0 ins lange Eck.

Die Gäste wollten sich aber trotz des Zwei-Tore-Rückstandes beim Seitenwechsel nicht geschlagen geben. Ab Mitte des zweiten Durchgangs gelang es dem Regionalliga-Absteiger, Wiesbach mehr und mehr in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Sechs Minuten vor Schluss beförderte Manasse Eshele eine Hereingabe von Nicklas Schloss mit dem Kopf zum 1:2-Anschlusstor für die Rheinland-Pfälzer ins Netz. Nun wurde es noch einmal richtig eng. „Hinten raus haben wir es noch einmal spannend gemacht“, gab auch Trainer Petry zu.

Doch da Mainz seine letzte Ausgleichschance in der 93. Minute vergab, blieb es beim Wiesbacher Erfolg. Für den gab es direkt nach dem Schlusspfiff kleine Belohnungen: Abwehrspieler Oliver Hinkelmann trug strahlend eine Kiste Bier in die Kabine und Trainer Petry ersparte seinen Jungs das sonst übliche Auslaufen nach der Begegnung. So konnten die Hertha-Akteure ihren nach dem harten Kampf hohen Puls schnell wieder herunterzufahren.

Vor dem Heimspiel gegen Schott Mainz stieß ein weiterer Spieler zum ohnehin prall gefüllten Lazarett des FC Wiesbach hinzu: Verteidiger Matthias Lillig zog sich einem Innenbandriss am Fuß zu und wird dem Club in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen

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