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Werke bilden nun jeweils ein Ensemble

Matthias Marx und Katja von Bünau im neu gestalteten „Eulen-Winkel“. FOTO: Anika Meyer
Matthias Marx und Katja von Bünau im neu gestalteten „Eulen-Winkel“. FOTO: Anika Meyer
Eppelborn. Das Jean-Lurçat-Museum in Eppelborn hat eine längere Ausleihphase für die Neugestaltung des Hauses genutzt und präsentiert sich nun. Anika Meyer

Alles leerräumen und neu einrichten inspiriert und macht kreativ. So war es auch beim Lurçat-Museum in Eppelborn. Nur hatte man hier nicht einfach ausgeräumt, sondern einen Großteil der eigenen Sammlung nach Halle zu einer Jean-Lurçat-Jubiläums-Ausstellung (August bis Januar) geschickt und währenddessen selbst unter anderem viele Werke von Weggefährten des Künstlers gezeigt. Als die Exponate nun zurückkamen, hat man sich für eine ganz neue Form der Präsentation entschieden: Nicht mehr unterteilt nach Tapisserie, Malerei oder Keramik, sondern nach Themen. So sind im "Eulen-Winkel" Werke aller genannten Gattungen zu sehen, die eben Eulen zeigen, im "Hahnen-Winkel" entsprechende Stücke mit Hähnen. "Sie bilden jeweils ein Ensemble", erklärt Matthias Marx, Leiter des Museums. Katja von Bünau von der zugehörigen Jean-Lurçat-Gesellschaft sieht das genauso.


Dem Betrachter jedenfalls wird so immer wieder auf eindrückliche Weise die Vielseitigkeit des Künstlers deutlich gemacht. Außerdem wird anschaulich, wie sehr manche Motive Lurçat über lange Zeiträume immer wieder beschäftigt haben und in welche oft ähnlichen oder manchmal auch ganz verschiedenen Zusammenhänge er sie gesetzt hat. So erscheint die Eule stets im Halb-Verborgenen: Blätter ranken sich um und vor ihrem Körper, mitunter liegt eine blaue Farbschicht wie ein nächtlicher Schleier zwischen ihr und dem Betrachter.

Gleich am Eingang des Museums hängt die wandfüllende Tapisserie "Die vier Elemente", davor stehen Keramiken, die einzelne Motive, beispielsweise eine Maske, daraus aufgreifen. Doch auch Farbparallelen fallen hier stark ins Auge.



Bestimmend für die Ensemble-Bildung werden diese dann im hinteren Ausstellungsbereich, wo große Vasen glatt den Tapisserien entsprungen sein könnten. Weitere Bildgewirke werden beispielsweise wegen eines gleichgearteten Rasters, in das Lurçat die Motive gesetzt hat (einmal vor hellen und einmal vor dunklen Grund) nebeneinander präsentiert. "Man kann immer wieder verschiedene Querverbindungen ziehen", sagt Marx.

Die Marinen (Meeresbilder) bilden nun eine eigene Gruppe, ebenso die Stillleben oder die Werke aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, zu denen viele Tusche-Zeichnungen gehören "Diese sind eine ganz besondere Rarität", so Marx. "Lurçat hat sie nur in diesem Zeitraum angefertigt."

Die ersten Besucher, die die neue Hängung gesehen haben, hätten sehr positive Rückmeldungen gegeben, sagt der Museumsleiter.