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Wenn die Prüfungskommission ernst guckt, kann das täuschen

Wenn die Prüfungskommission ernst guckt, kann das täuschen

Ein Vertragsangebot des Salzburger Schauspielhauses hat Sebastian Rehm (28) abgelehnt. Jetzt heißt es bewerben und vorsprechen. An den Theatern laufen derzeit die Ensemble-Planungen für die Spielzeit 2016/17.

Im Sommer hat unsere Zeitung Sebastian Martin Rehm vorgestellt. Der junge Wiesbacher berichtete über sein Leben an der Schauspielschule Salzburg. Jetzt im Dezember stand die Abschlussprüfung an. Wie ist es ihm ergangen und wie geht es jetzt für ihn weiter? Wir haben ihn telefonisch im Heimaturlaub über die Weihnachtstage erreicht.

Das Diplom ist geschafft. Rehm hat "die Bühnenreifeprüfung in der Kunstgattung Schauspiel bestanden", so steht es im Zeugnis mit Ortsmarke Wien und Datumsstempel 17. Dezember 2015. Es war die dritte Prüfung nach der Eignungsprüfung am Anfang und der Kontrollprüfung während der vierjährigen Ausbildung. Neun Monologe aus sechs Rollen hatte Rehm vorbereitet. Der Zug brachte den 28-Jährigen am Prüfungstag von Salzburg nach Wien, wo sich die Prüfungskommission an den Kammerspielen zentral Kandidaten aus allen drei Prüfungsstufen ansah und anhörte. "Erstmal musste ich zwei Stunden warten", erzählt Rehm. Um dann nach gefühlten zehn Minuten den Prüfungsraum bereits wieder verlassen zu können. "Die Kommission hat sich den ersten Monolog zur Hälfte angehört, dann den nächsten aufgerufen. Den auch bald abgebrochen und sich den dritten auch nur kurz vortragen lassen." Nun hieß es wieder warten. Die Kommission rief jeden Kandidaten einzeln rein, um den Auftritt zu besprechen und zu bewerten. "Ich bin als Letzter drangekommen", so Rehm. "Der Prüfungsvorsitzende hat ernst geguckt und dann gesagt: Ich habe leider keinen einzigen Kritikpunkt."

Ein Vertragsangebot des Salzburger Schauspielhauses hat Sebastian Rehm abgelehnt. Jetzt läuft die Zeit des Bewerbens und des Wartens auf Vorsprech-Termine. Noch am Tag vor Weihnachten und der Reise in die Heimat präsentierte sich Rehm am Hans Otto-Theater in Potsdam. Auch am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken liegt eine Bewerbung vor. Dort, wo Rehm bereits 2009 im Sprechchor des "Faust" auf der Bühne stand.

"An den Theatern laufen jetzt die Ensemble-Planungen für die Spielzeit 2016/17", schildert Rehm. "Sie schauen, welche Stücke sie wie besetzen wollen." Bis Februar sollten diese Entscheidungen getroffen sein. Aber auch für den Schauspieler müsse es passen, sagt Rehm. Inhaltlich, finanziell. "Normalerweise ergibt sich immer was", sagt Rehm und klingt ruhig und ohne Zukunftsangst . "Wenn es nichts wird mit einem festen Engagement, bleiben immer Gastrollen." Noch bis August jedenfalls hat er seine Wohnung in Salzburg.