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Wo bleibt Aldi?
Weiter Ärger um den Versorgungsbereich

Eppelborn. Die Einwohner von Eppelborn befürchten die Abwanderung des örtlichen Discounters und damit auch den Verlust von Einkaufsmöglichkeiten. Von Volker Ammann

Erregte Diskussionen wurden im Eppelborner Ortsrat über die Zukunft des Aldi-Marktes im Big Eppel geführt. Unter Leitung des Ortsratsvorsitzenden Berthold Schmitt erhitzen sich die Gemüter an der Frage, wohin mit dem Discounter? Der Wunsch der Konzernleitung nach mehr Fläche, es ist die Rede von 1200 bis 1250 Quadratmetern, lässt sich am derzeitigen Standort aus baulichen Gründen nicht realisieren. Die Verlagerung an die Peripherie des Zentrums, auf die Fläche bei Steinkunst Pink, stößt bei der SPD-Fraktion auf Widerstände. Man befürchtet den Verlust der Städtebauförderung, wenn außerhalb des Zentralen Versorgungsbereichs (ZVB) gebaut werden sollte. Auch seitens der IHK und eines externen Beratungsunternehmens für Stadtentwicklung wird die Aussiedlung in ein neues Gewerbegebiet negativ beurteilt, jedoch ohne Lösungen zu nennen. Man befürchtet, dass bei einem Neubau außerhalb des Gemeindezentrums der örtliche Einzelhandel leiden wird. Der jetzige Leerstand im Ort sei Besorgnis erregend genug. SPD-Ortsrat Stephan Schorn verwies als negatives Beispiel auf die Situation in Lebach, wo das Zentrum an manchen Tagen wie ausgestorben sei.


In einem offenen Brief im Gemeindeblatt hat die SPD den Ortsvorsteher auch schon persönlich angegriffen, was dieser so nicht stehen lassen wollte. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende, Hans Nicolay, widersprach Schorn beziehungsweise dem Inhalt des Schreibens aufs heftigste. Da auch seitens der Gemeindeverwaltung keinerlei Vorschläge vorlägen, regte Sabine Huwig, SPD, einen runden Tisch an, zu dem alle Beteiligten, Ortsrat, Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset, Vertreter der Gemeindeverwaltung, Entscheidungsträger von Aldi und Penny sowie Vertreter des örtlichen Einzelhandels zusammen kommen, die Situation beraten und eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung finden.

Nicolay, CDU, konterte den Vorschlag: „Das hatten wir schon. Rausgekommen ist dabei nichts“. Der parteilose Christof Johänntgen fasst die Stimmung in Eppelborn zusammen „Die Bürger der Gemeinde haben das Thema satt, es muss endlich eine Lösung her“.



Einstimmigkeit herrscht bei der Mittelverteilung für Vereine. Die Vorlage wurde ohne Gegenstimmen angenommen. Ärger gibt es jedoch mit dem neuen Jugendzentrum. Beim Ortsvorsteher gingen zahlreiche Beschwerden über Lärmbelästigung, Verschmutzung der Umgebung durch Unrat und Flaschen. Bei einer Stichprobe wurde festgestellt, dass von Youth United, zuständig für die Betreuung der Jugendlichen und Anleitung des Leitungsteams, niemand anwesend war. Schmitt will sich des Umstands annehmen und Abhilfe schaffen.

Zur Nutzung der Fläche am Marktplatz konnte Schmitt allerdings keine abschließenden Fakten nennen. Es herrsche Unklarheit darüber, ob die Schenkung des störenden Bauernhauses samt Scheune vollzogen wurde oder nicht. Es soll Uneinigkeit zwischen Bauamt und dem Eigentümer des Anwesens bezüglich der Sichtachse von zehn Metern geben. Da noch kein Bebauungsantrag vorliegt, wurde keine Abstimmung nötig.

Auf Antrag der Eppelborner SPD-Ratsfraktion stand die Errichtung einer Elektro-Ladestation für E-Bikes und E-Autos am Bahnhof zur Debatte. Laut schriftlicher Mitteilung wurde das Projekt vom Bauamt der Gemeinde aus Kostengründen abgelehnt. Da die Ladestation von allen Fraktionen begrüßt wird, wurde einstimmig beschlossen, den Antrag zu überarbeiten und klar herauszustellen, dass lediglich eine Station für E-Bikes gewünscht wird. Die Baukosten hierfür sind wesentlich geringer als für eine universelle Station, an der auch E-Autos geladen werden können. Auch soll geprüft werden, in wieweit Zuschüsse beantragt werden können.