Weit mehr als nur ein Kreuzungs-Ersatz

Weit mehr als nur ein Kreuzungs-Ersatz

Die Sechstklässler der Gemeinschaftsschule Eppelborn haben sich im Fach Arbeitslehre mit einem ganz besonderes Thema beschäftigt. Nun stellten sie ihre Ergebnisse der Bürgermeisterin und Gemeindevertretern vor.

Gar nichts, Werbetafeln oder im besten Fall Skulpturen oder Blumen zieren normalerweise die Innenfläche von Verkehrskreiseln. Den Schülern der Klasse 6a der Gemeinschaftsschule Eppelborn ist das zu langweilig, deshalb haben sie sich im Fach Arbeitslehre Gedanken gemacht, wie ein möglicher neuer Kreisel in Eppelborn gestaltet sein könnte. Die kreativen bis abenteuerlichen Ergebnisse haben sie gestern Morgen im Foyer der Schule vorgestellt: "Mein Thema heißt Nordseeküste", erklärte Franziska Schwirz. Sandstrand, eine Wasserfläche und sogar ein Leuchtturm füllen ihr Kreiselmodell aus. Damit die Autofahrer nicht geblendet würden, solle aber kein echtes Leuchtturm-, sondern nur ein LED-Licht leuchten, erklärte sie. In Sand und Wasser könnten Kinder im Sommer spielen.

Gar ein Hotel hat Sophie-Leonie Wiesen in ihren Verkehrskreisel gestellt. Sie wüsste ja aus eigener Erfahrung, wie nervig es sei, wenn man stundenlang mit dem Auto fahren müsse, bis man am Hotel sei. Mit dem Hotel im Kreisel seien die Eppelborner viel schneller an diesem Ziel. "Auf dem Dach gibt es außerdem noch einen Landeplatz für Hubschrauber."

"Sehr visionär", staunte Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset. Hauptsächlich für sie und die anderen Gemeindevertreter - Heiko Girnus, Fachbereichsleiter Kultur, Bildung und Soziales sowie Jugendpflegerin Lisa Linxweiler - fand die Präsentation statt. Als Girnus sich über die vielfach geplanten Kinderspielplätze in und an den Kreiseln wunderte, stellte Charleen Michaelis sogleich klar, dass sie in ihrem Modell auch an die Sicherheit gedacht habe: "Da ist ein Zaun, damit die Kinder nicht auf die Straße laufen." Auch sehr beliebt bei den jungen Stadtplanern: Brücken , die über die Straße ins Kreiselinnere führen. Bei den meisten Modellen stehen dort dann Bäume und Ruhebänke.

Zusätzlich zeigten noch Schüler der Klassenstufe sieben Plakate, auf denen sie ihre Traumberufe darstellen. Der Bürgermeisterin gefiel beides: "Ich bin total überrascht. Super, dass an allgemeinbildenden Schulen schon solche Grundlagen gelegt werden."

Wie Christof Scholl, Fachleiter für Arbeitslehre, berichtete, haben die Kinder ein viertel Jahr lang an ihren Modellen geplant und gearbeitet: "Aufgabe war es, zu überlegen, wie die Innenflächen aktiv nutzbar sein könnten." Arbeitslehre bedeute heute nicht mehr nur Sägen und Werkeln, sondern auch Planungsprozesse und mehr. Lob gab es auch vom Koordinator der Schulleitung, Magnus Maurer: "Als Erdkundelehrer finde ich es besonders interessant, wie die Kreisel durch diese Brücken als Räume erschlossen werden." Er sieht die Möglichkeit, das Projekt nun mit dem Fach Gesellschaftslehre zu vernetzen, in dem es um Vorgänge und Entscheidungen in der Gemeinde geht.

Zum Thema:

HintergrundAn der Eppelborner Hauptstraße ist im Bereich Eppelborner Hof/ Café Einstein durch einen Abriss Fläche frei geworden, weshalb sich die Schüler der GMS dort einen Kreisel anstatt der jetzigen Kreuzung vorstellen könnten. Zur Gestaltung wollten sie selbst Vorschläge erarbeiten. Wie Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset erklärte, ist für die Verkehrsregelung an der Stelle der Landesbetrieb für Straßenbau zuständig, da es sich um eine Bundesstraße handelt. Auch sie habe zunächst für einen Kreisel plädiert, allerdings habe eine Verkehrssimulation gezeigt, dass der Bau einer Linksabbiegerspur sinnvoller wäre. Müller-Closset will den Schülern die Simulation zukommen lassen. ani

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