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Jugend auf der Theaterbühne
Warum muss der Mensch erwachsen werden?

Das Stück steht, und das Nachwuchsensemble des Theatervereins Saargold Humes freut sich bereits auf die Aufführung von „Peter Pan“.
Das Stück steht, und das Nachwuchsensemble des Theatervereins Saargold Humes freut sich bereits auf die Aufführung von „Peter Pan“. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Humes. Der Theaterverein Saargold Humes führt am kommenden Sonntag „Peter Pan und die verlorenen Kinder“ auf. Von Carolin Merkel


Geduldig wartet die drei Jahre alte Ida Doll auf ihren Einsatz. Noch sind die Ensemblemitglieder des Theatervereins Saargold Humes beim ersten Akt – bis die Szene mit den Indianern an der Reihe ist, wird es noch ein bisschen dauern. Doch für Ida ist das kein Problem, sie vertreibt sich, in ihrem Indianerkleidchen einfach schön anzusehen, die Zeit im Pfarrsaal in Humes. Dort laufen aktuell die Proben zum Stück „Peter Pan und die verlorenen Kinder“. So aufmerksam und begeistert, verrät Spielleiterin Laura Ziegler, hat sie den Nachwuchs bisher noch nicht erlebt. „Wir haben jetzt noch viermal Probe, dazu die Generalprobe, doch alles sitzt schon richtig gut, jeder kann seinen Text“, erzählt sie.

Das überaus bekannte Stück hat sie ausgewählt. „Natürlich ist es eins meiner Lieblingsstücke, vor allem aber habe ich es ausgesucht, weil es so gut zu unserem aktuellen Ensemble passt“, sagt sie. Das gestaltete sich sehr heterogen, die jüngste Mimin ist drei Jahre, die ältesten sind 14 Jahre. Zum vierten Mal steht Laura Ziegler als Regisseurin vor und hinter der Bühne, hat, wie sie betont, dort ihren perfekten Platz im Verein gefunden. „Ich habe selbst schon mit sechs Jahren Theater gespielt, während des Abiturs einmal auch bei den Erwachsenen. Aber durch mein Medizinstudium ist die Zeit begrenzt und die Arbeit mit den Kindern macht mir einfach am meisten Spaß“, erzählt sie. Vor allem habe sie viel Freude daran, wenn ihre Vorstellungen vom Theaternachwuchs zu ihrer Zufriedenheit umgesetzt werden. „Die Akteure sind alle sehr geduldig, Szenen werden so lange geübt, bis ich zufrieden bin“, berichtet sie. Zufrieden ist sie auch mit dem Bühnenbild. Das fordert die starken Männer im Verein in diesem Jahr ganz besonders. „Bei den Erwachsenen haben wir ein Zimmer, in dem wird gespielt. Hier müssen wir gleich vier verschiedene Szenen bauen“, erzählt Vorsitzender Gerhard König.



Doch er betont, wie froh er mit dem Nachwuchs ist. „Die Jugendabteilung ist die Zukunft unseres Vereins, da stecken wir gerne viel Zeit und auch Geld hinein.“ Während im ersten Akt das Kinderzimmer von Wendy, gespielt von Isabella Simmet, im Mittelpunkt steht, verschlägt es die Akteure anschließend in den Wald und sogar auf hohe See. „Die Kinder haben wahnsinnig viel geübt und freuen sich auf die Premiere“, sagt Laura Ziegler und auch der Vorsitzende freut sich darauf, viele Besucher bei den beiden Aufführungen begrüßen zu können. Neben der Jugend stehen übrigens auch zwei Erwachsene aus den Reihen des Vereins auf der Bühne. Peter Schikofsky wird als strenger Lehrer Dr. Hinterhammer in Erscheinung treten, Heidi Ziegler wird sich als Mutter von Wendy mehr als einmal die Frage stellen, warum der Mensch eigentlich erwachsen werden muss. Bei der Antwort helfen wird ihr dabei Peter Pan alias Sophia Hoffmann. Er wird zusammen mit seiner Elfe Glöckchen die Kinder nach Nimmerland entführen.