Vom Teufel, der nicht böse sein wollte

Vom Teufel, der nicht böse sein wollte

Am kommenden Sonntag wird es ernst für den kleinen Teufel Eberhard: Dann hat das vergnügliche Stück, an dem nicht nur kleine, sondern auch große Zuschauer ihren Spaß haben, Premiere: 17 Uhr, im Gasthaus Ziegler in Humes.

Auch ein Teufel kann seine Berufung verfehlt haben, so wie Eberhard (Paul Biesel). Während die anderen Teufel getreu dem Motto "Jeden Tag eine böse Tat" mit Feuereifer den Park zumüllen, macht das Eberhard überhaupt keinen Spaß. Er will lieber etwas anderes machen. Etwas Gutes! "Du kannst mich bestrafen, aber dann will ich es nur umso mehr!", hält er Oberteufel Rufus (Laura Ziegler), dem sein rebellisches Verhalten gar nicht passt, entgegen. Doch so ganz überzeugend klingt das noch nicht.

"Lauter!", ruft Anni König deshalb. Ihren Text beherrschen die 14 Darsteller der Kinder- und Jugendgruppe des Theatervereins Saargold Humes schon prima, allein am Mut, ihn laut herauszurufen, fehlt es noch ein wenig. Anni König führt zusammen mit Tochter Caroline Regie bei dem Stück "Der kleine Teufel Eberhard" von Jürgen Baumgarten, an dem man bei dieser Probe im Gasthaus Ziegler feilt.

Die Bühnenbilder sind bereits fertig: Grüne Vorhänge, Bäume, Büsche und eine Bank bilden im ersten Akt den Park. Im zweiten und dritten Akt geht es dann in die Hölle: An den roten Kulissenwänden trocknen gerade die aufgemalten Flammen, für ein Teufel-Wohlfühl-Ambiente dekoriert man noch mit einem Plastikskelett und Felsblöcken. Und dann wird auch noch ein Käfig auf die Bühne geschoben, der arme Eberhard von seinen Teufelskollegen hineingesteckt. Doch Hilfe ist unterwegs: Die Geschwister Evi (Theresa Schikofsky) und Klaus (Lena Ziegler), die er im Park kennengelernt hat, wollen ihn befreien. "Hier finden wir doch nie wieder raus!", jammert Evi. "Auf dem Rückweg haben wir doch Eberhard dabei, der kennt sich aus!", sagt Klaus. "Lauter, lauter, lauter!", sagt die Regie.

Ein Teufelsgefängnis wäre allerdings kein Teufelsgefängnis, wenn man es einfach aufschließen und den Gefangenen befreien könnte. Dank Zauberschloss sitzen die Geschwister plötzlich bei Eberhard hinter Gittern. Ob sie da wieder herauskommen? Und ob Eberhards Traum, ein normaler Junge zu werden, in Erfüllung geht? Zum Glück ist da noch ein Engel (Sophie Bonnaire) im Spiel, der das Trio nicht aus den Augen lässt. Und: Vor lauter guter Taten fängt Eberhard ein Horn an zu wackeln.

Gefragt, ob er mit einem kleinen Teufel denn etwas gemein hat, grinst der zehnjährige Paul Biesel: "Manchmal ja und manchmal nein." Nervös ist er nicht, wenn dies auch seine erste Hauptrolle ist. Trotz Teufeln und Hölle, das Stück sei nicht angsteinflößend, so Caroline König, und für Kinder ab etwa vier Jahren geeignet. Denn eigentlich geht es um Freundschaft, gute Taten und Respekt vor der Natur.

Aufführung: Sonntag, 12. Oktober, 17 Uhr, im Gasthaus Ziegler in Humes. Karten gibt es an der Abendkasse. Erwachsene zahlen fünf, Kinder drei Euro. Weitere Infos unter Telefon (06881) 68 65.

Mehr von Saarbrücker Zeitung