Versteckspiel um wahre Identität

Versteckspiel um wahre Identität

Mit der Komödie „Lügen haben junge Beine“ von Ray Cooney haben die Amateurschauspieler des Theatervereins Bubach am Freitag Premiere gefeiert. Im Mittelpunkt des Stücks steht John, der ein Doppelleben führt.

Das ist ja total verrückt! Die Teenies Vicky (Jessica Paulus) und Gavin (Benjamin Pulch), die sich im Internet kennengelernt haben, heißen beide mit Nachnamen Smith und haben beide einen Vater namens John, der Taxifahrer und 44 Jahre alt ist. Auch die Mütter Mary (Sabine Muno) und Barbara (Christine Hell) finden das schon irgendwie witzig. Nur einer nicht: John Smith (Simon Hinsberger). Es handelt sich nämlich bei beiden Vätern um denselben und der ist nun heftigst besorgt, dass seine beiden Familien, die natürlich nichts voneinander wissen, aufeinander treffen könnten. Verzweifelt versucht er die Begeisterung für die komischen "Zufälle" zu bremsen: "Also ich finde das total langweilig!" Langweilig? Das kann keiner nachvollziehen. "Doch! scheißlangweilig ist das!"

Das Publikum in der vollbesetzten Hirschberghalle amüsierte sich köstlich, als John rot anlief und ordentlich in Wallung geriet in "Lügen haben junge Beine" von Ray Cooney, mit dem der Theaterverein Bubach unter Regie von Christoph Morbe am Freitagabend Premiere feierte. In Erwartung der großen Hektik hatte Hinsberger zum besonderen Vergnügen der Zuschauer beim ersten Betreten der Bühne versehentlich ein wenig Kulissen-Deko abgeräumt, was er, Bild und Lampenschirm wieder gerade rückend, souverän überspielte mit einem "Ach Mann, jeden Abend das selbe!" Anfangs das Publikum fordernd: Zwei Handlungsstränge laufen mitunter parallel. Doch nach einigen Minuten wird klar, das Wohnzimmer im vorderen Bühnenbereich gehört zu beiden Haushalten und wenn John bei Mary in Wimbledon Barbaras Anruf entgegen nimmt, befindet sich Barbara, die eigentlich neben ihm sitzt, in der Wohnung in Streatham. Die Telefonate zwischen beiden: Dauerlacher für das Publikum. Zur zweiten Hauptfigur avanciert Johns bester Freund Stanley, der als einziger von seinem Geheimnis weiß. Während John panisch zwischen den Familien hin- und hereilt, hat Stanley die Aufgabe, ein Aufeinandertreffen dieser zu verhindern. Zwischen bedingungsloser Loyalität und heilloser Überforderung schwankt Peter Buchheit als Stanley, der sich mit urkomischer Mimik und "spontanen Ideen" tiefer und tiefer in Lügengeschichten verstrickt. "Ich bin Vickys Vater, Mary ist abgedreht, du bist der Mann ihrer verrückten Schwester Rosie und ich hab was mit deinem Sohn", so die zusammenfassende Erklärung an John. Das Chaos vervollständigt sich, als sich auch noch Stanleys Vater (Werner Huppert) einmischt. Ein Aufeinandertreffen der Familien ist nicht mehr zu verhindern, Taucherbrille oder Wolldecke müssen nun unter Vorwänden Johns Identität verbergen. Ob das wohl lange gut geht? Als Mary und Barbara in ein hitziges Gespräch geraten, wird John jedenfalls äußerst unwohl zumute.

Karten für die Hirschberghalle gibt's in der Laurentius Apotheke, für den Big Eppel unter www.bigeppel.de . Infos gibt es im Internet unter www.theaterverein-bubach.de .

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