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Backowefeschd
Verführerische Düfte aus dem Backofen

Humes. Zur mittlerweile 40. Auflage des Backowefeschds strömten am Samstag wieder zahlreiche Besucher nach Humes. Von Carolin Merkel

„Das erste Backowefeschd in Humes haben wir im strömenden Regen veranstaltet“, erinnerte sich am Samstagabend Heinz Niesen, Ideengeber des Traditionsfestes und ehemaliger Vorsitzender des Gesangvereins auf dem neuen Dorfplatz. Dorthin ist das Fest im Jahr 2016 umgezogen, diente gleichzeitig als offizielle Eröffnung des Platzes. Dass das Fest in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiern darf, ist alles andere als selbstverständlich, wie der aktuelle Vorsitzende des Gesangvereins Humes, Klaus Werner Egler betonte. Er ist seit 1998 Vorsitzender des 1903 gegründeten Vereins. Zum ersten Mal ging das Fest im Jahr 1978 an den Start, sorgte von Anfang an mit dem frischen Brot aus dem Backofen für viel Aufsehen und stattliche Besucherzahlen.


„Wir hatten 2010 ein sehr mageres Jahr, das Fest stand auf der Kippe“, erzählte Egler. Der Vorstand entwickelte neue Ideen, unter anderem gab es neben dem gewohnten frischgezapften Bier ab sofort auch eine ausgesuchte Auswahl an Weinen in der Humes. Dazu kamen Gastchöre, die das Fest musikalisch bereicherten. Der Wein, sagte Egler ist geblieben, in den Ferien Chöre nach Humes zu locken, sei hingegen nicht mehr möglich. Daher übernahm zum Jubiläum am Samstag die Band Mittendrin den musikalischen Part. Bevor die Musiker für Stimmung sorgten, war es an den Rednern, das Fest zu eröffnen.

Allen voran Klaus Werner Egler, der sich über den regen Zuspruch bereits am frühen Abend freute. In Vertretung des Schirmherrn, Landrat Sören Meng, hatte sich der Kreisbeigeordnete Karlheinz Müller auf den Weg auf den Dorfplatz gemacht. Als Humeser, erklärte er, freue er sich sehr, dass nun bereits zum dritten Mal das Fest auf den schmucken Dorfplatz stattfinden könne. „Dieser Platz war alle Mühen und Anstrengungen wert. Es ist ein Platz zum Feiern und zur Kommunikation geworden“, sagte er. Müller betonte, dass es auch andernorts in der Humes vorangehe, es die kleinen Schritte seien, die die Kommunalpolitik gehen müsse. „Dann werden wir bald auch ein Backhaus auf dem Platz haben“, sagte er. Das, erklärte Egler, sei noch immer der große Wunsch des Gesangvereins. „Wir haben ein Konzept erstellt, haben auch Sponsoren gefunden. Allerdings liegt es nun an der Gemeinde, denn die muss den Bauantrag stellen, das kann der Verein nicht“. Doch auch schon aus dem mobilen Backofen stieg am Samstagabend der verführerische Duft von frisch gebackenem Brot, Käseweck, Brezeln und Flammkuchen in die Nasen der Festgäste.

Kaum hatte Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset das Bier zum Laufen gebracht, bildetet sich eine große Schlange vor dem Stand der eifrigen Brotbäcker und -bäckerinnen des Gesangvereins. Sie hatten seit dem frühen Morgen für rund 300 Brote gesorgt – und die warteten nicht lange auf ihre Käufer. „Wir brauchen dieses Fest in unserem Dorf und hoffen, dass der Verein auch weiterhin aktiv bleibt“, betonte Ortsvorsteher Edgar Kuhn. Er setzte seine Hoffnung in den Storch auf dem gegenüberliegenden Dach der Grundschule.

Der Storch sei, sagte er, eine Aufforderung für die Humeser Frauen, für Nachwuchs zu sorgen. Doch erst einmal wurde mit der Unterstützung der ortsansässigen Vereine zwei Tage lang kräftig gefeiert. Ein Teil des Gewinnes, auch das hat Tradition beim Backowefeschd, wird der Veranstalter wieder an soziale Projekte spenden.