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Über die Klimaskulptur in Eppelborn

Kunst im öffentlichen Raum : Kunst im Zeichen von Klimaschutz

Kunst muss sichtbar sein. Das Paradoxe an der „Kunst im öffentlichen Raum“ ist, dass sie durchaus sichtbar ist, und sie dennoch unsichtbar bleibt, denn kaum jemand nimmt Notiz von ihr. In einer Serie stellen wir Kunstwerke im öffentlichen Raum im Kreis Neunkirchen vor. Heute: die Klimaschutzskulptur vor dem Rathaus in Eppelborn von Werner Bruning.

Vor dem Eppelborner Rathaus steht seit ziemlich genau zehn Jahren eine Skulptur, die das Abstraktum „Klima“ thematisiert, oder darstellt. Geschaffen hat das Kunstwerk der aus Rheine stammende Bildhauer Werner Bruning. Bruning hat sich in seiner westfälischen Heimat vor allem einen Namen mit der naturalistischen, ja fast heroisierenden Darstellung von Handwerkern gemacht. Für das Klimadenkmal in Eppelborn wagte der Künstler einen Ausflug in die Symbolik. Wie soll man auch das „Klima“ darstellen. Himmel, Sonne, Wasser, Flora, Fauna, alles hat mit Klima zu tun, und so hat es Bruning auch dargestellt. Seine Bronzeskulptur vermittelt dem Betrachter ein Gefühl von Geschlossenheit; von der besonderen Geschlossenheit in einem System, in dem alles miteinander zusammenhängt. Der Himmel mit der Sonne umspannt alles, was drunter kreucht und fleucht; so hat es Bruning entworfen, und es stimmt ja auch, irgendwie.

„Die Eppelborner setzen ein Zeichen“ – getreu ihrem energiepolitischen Motto von damals, hat man sich in Eppelborner die Bruning-Skulptur geleistet. Eingebettet war die Aufstellung der Klima-Skulptur in die Einweihung des neuen Finsterwaldeplatzes vor dem Rathaus. 1990, im Jahr der Deutschen Einheit, wurde die Freifläche nach der brandenburgischen Partnerstadt Finsterwalde benannt. 20 Jahre später war die Neugestaltung und ein Umbau des Platzes abgeschlossen, mit der Plastik von Bruning, unmittelbar neben der steilen Rathaustreppe. „Doch was haben Städtepartnerschaft, repräsentiert durch den neuen Platz, und Klimaschutz, symbolisiert durch die Skulptur, miteinander zu tun?“, fragte der damalige Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz rhetorisch. Er gab auch rasch die Antwort, denn schon vor mehr als zehn Jahren war jedem bekannt, dass „Klimaschutz ist eine globale Herausforderung ist“. Große Zuversicht herrschte bei der feierlichen Enthüllung des Bruning-Werkes. Eppelborns damaliger und heutiger Ortsvorsteher Berthold Schmitt goss die Gewissheit in Worte: „Die große Herausforderung der Wiedervereinigung haben wir gemeinsam getragen. Nur gemeinsam werden wir auch in Europa und auf der Welt beim Klimaschutz erfolgreich sein“, erklärte er.