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Handball
TV Offenbach erobert die Hellberghalle

Wirkte nach der ersten Heimniederlage seit zwei Jahren etwas ratlos: Illtals Trainer Steffen Ecker.
Wirkte nach der ersten Heimniederlage seit zwei Jahren etwas ratlos: Illtals Trainer Steffen Ecker. FOTO: Klos Horst / Horst Klos (Klosfoto)
Eppelborn. Die Heim-Serie der Handballfreunde Illtal ist beendet. Seit zweieinhalb Jahren hat es wieder eine Gast-Mannschaft geschafft, die Zebras in der Hellberghalle zu stürzen. Von Lucas Jost

Rund 50 Leute versammelten sich am Sonntagabend gegen 19.40 Uhr auf dem Spielfeld der Hellberghalle. Sie alle wohnten der Pressekonferenz bei, die die Handballfreunde Illtal im Anschluss an ihr zehntes Saisonspiel anberaumt hatten. Die gesamte Mannschaft der Gäste des TV Offenbach lauschte aufmerksam den Worten ihres Trainers Michael Übel und seines Gegenübers Steffen Ecker. Freude und Erleichterung erhellte die Minen der Spieler, während sich bei den Handballfreunden vor allem Ratlosigkeit in den Gesichtern abzeichnete, Ratlosigkeit über das Wieso. Es war etwas Besonderes passiert in Eppelborn: Die zweieinhalb Jahre andauernde Serie Gastgeber hatte ein Ende gefunden. „Ich kann es nicht wirklich einschätzen“, stammelte Steffen Ecker.


Es liefen die letzten Sekunden der 58. Minute, als ein eigentlich schon eroberter Ball Offenbachs Michael Pfalzer vor die Füße fiel. Pfalzer versenkte den Ball gegen Torwart Robin Näckel, der als einer der wenigen Illtaler Normalform hatte und ein gutes Spiel zeigte, sicher zum 28:25. Ecker nutzte umgehend seine letzte Auszeit und schickte seine Mannschaft schon 15 Sekunden vor Ende der Beratungs-Minute auf die Platte. Illtal spielte im ersten Angriff Jonas Guther auf Rechtsaußen frei, der verwandelte nach nur 16 Sekunden zum 26:28. Eine 4:2-Deckung forcierte einen Offenbacher Fehlpass, den der linke Rückraum Marcel Becker nur zehn Sekunden später mit dem 27:28-Anschlusstreffer bestrafte. Und als dann auch noch ein Heber von TVO-Kreisläufer Fabian Graap zwar über Näckel hinweg aber auch knapp neben das Tor flog, hielt es auch den letzten der über 300 Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen. Und Illtal hatte die Chance, die Serie weiterleben zu lassen. In Person von Marcel Becker kamen die Zebras 30 Sekunden vor Schluss auf der rechten Seite zum Abschluss. Doch wie so oft im Spielverlauf war bei Schlussmann Norman Dentzer Schluss. Der Offenbacher parierte stark, Linksaußen Joshua Albert versenkte auf der anderen Seite mit dem 29:27 auch die letzten Hoffnungen der Gastgeber. Und dann war es passiert. „Ich kann nicht viel mehr als unser Trainer sagen. Das Spiel fängt so gut an. Es ist wie verhext“, fand auch Illtals Niklas Kiefer kaum Worte für die erste Niederlage seit dem 1. Mai 2016. Damals verloren die Handballfreunde im Titelkampf 23:26 gegen den späteren Meister VTV Mundenheim.

Wie Nadelstiche setzten die blitzschnellen Angriffe der Gäste den Zebras zu. Offenbach machte sich Überzahl-Situationen nach Illtaler Angriffen clever zunutze, um die nicht formierte Abwehr zu überrumpeln. Starkes Kreisläufer-Spiel tat sein Übriges. So konnten sie überhaupt zurück ins Spiel finden, nachdem sie in den ersten acht Minuten und einem 1:6-Rückstand überhaupt nicht so auftraten, wie man es vom Oberliga-Vierten vorher hätte vermuten können. Dass der TV Offenbach aber zurecht zu den Überraschungen der Saison gehört, hatte er 50 Minuten später nachhaltig unter Beweis gestellt. Für die HF Illtal nimmt die Saison mit Höhen und Tiefen indes kein Ende. Sie sind mit 10:10 Punkten nur Neunter – und liegen damit ein gutes Stück hinter den eigenen Erwartungen zurück.



Tore für die HF Illtal: Christoph Holz (7), Marcel Becker (4/1), Niklas Kiefer (4), Pascal Meisberger (4), Sebastian Hoffmann (3/2), Jonas Guther (2), Moritz Dörr (1), Tom Ihl (1), Philipp Kockler (1)