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Turbulenzen im Saufladen

Eppelborn. "Die drei Unschuldigen." Der Titel der Komödie, die der Theaterverein "Saargold" Humes am Samstag im Eppelborner Big Eppel zum Besten gab, lässt schon vermuten, dass die drei männlichen Hauptdarsteller wohl vieles sind. Aber sicher nicht ganz unschuldig an ihrer Misere Von SZ-Mitarbeiter Michael Stephan

Eppelborn. "Die drei Unschuldigen." Der Titel der Komödie, die der Theaterverein "Saargold" Humes am Samstag im Eppelborner Big Eppel zum Besten gab, lässt schon vermuten, dass die drei männlichen Hauptdarsteller wohl vieles sind. Aber sicher nicht ganz unschuldig an ihrer Misere. Simon Brückner etwa, gespielt von Christian Pink, lässt sich seit seiner Scheidung hängen und steht mit seinem Getränkefachgeschäft, dem "Saufladen", kurz vor dem Ruin. Der überraschende Besuch seines Freundes Dieter Hepp (Horst Lambert) ist da auch nicht gerade förderlich. Männer im AsylDenn Dieter fühlt sich von seiner Frau und seinen Töchtern missverstanden und bittet kurzerhand Simon Brückner um Asyl. Darauf ist auch ein weiterer Freund, Franz Platten (Helmut Schäfer), angewiesen. Der wurde von seiner Frau rausgeworfen, weil er einer anderen zu nahe gekommen sein soll. Dabei sei er diesmal total unschuldig, versichert Platten. Die Konfusionen perfekt macht Bärbel Fuchs (Eva Hoffmann), der Simon im angetrunkenen Zustand die Heirat versprochen hat, wenn sie seinen Laden wieder in die Gewinnzone bringt. Um das zu bewerkstelligen, zieht sie ebenfalls kurzerhand in die Wohnung ein. Bei einer solch resoluten Frau unter drei frustrierten Männern bleiben kleine Reibereien und Nicklichkeiten nicht aus. Das Chaos perfekt machen dann noch Dieters Töchter Jasmin (Fabienne Kläs) und Jutta (zum ersten Mal auf der Aktiven-Bühne: Esther Engel) sowie deren Verlobter Willi (ebenfalls zum ersten Mal dabei: Bastian Hahnen), die ihren Vater zurückhaben wollen. Und dann kommt auch noch Karin (Hiltrud Kläs), die Frau von Franz, auf allen Vieren angekrochen und bittet Franz um Verzeihung. Auf ihre Art jedenfalls. Nach einigem Hin und Her, einem vorgetäuschten Selbstmordversuch, scheinbar total besoffenen Ehefrauen und einem Saufladen, der wieder Gewinn abwirft, herrscht zum Schluss dann bei allen wieder eitel Sonnenschein. Die Frauen und Männer von Saargold für ihre Leistungen auf der Bühne zu loben, ist auch bei diesem Stück nicht schwer. Wie schon so oft in der Vergangenheit. Den acht Akteuren auf der Bühne gelang es mit viel Können und Witz, auch mal kleine Texthänger zu überspielen. Drei Monate haben sich die Laienschauspieler zusammen mit Spielleiterin Annette Lambert bei den Proben reingekniet, um ihrem Publikum einen äußerst unterhaltsamen Abend zu liefern. Das dankt ihnen ihren Einsatz bereits während der Aufführung mit viel Szenenapplaus. Viel davon holt sich beispielsweise Hiltrud Kläs ab, die ihrem Mann gekonnt die besoffene Ehefrau vorspielt. Einfach köstlich. Aber eigentlich darf man unter dem wie geölt funktionierenden Ensemble niemanden besonders hervorheben. Denn die schauspielerische Leistung hat bei allen wieder einmal bestens gestimmt. Im nächsten Jahr gibt es hoffentlich mehr davon.