1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Eppelborn

Telefon glühen bei Kommunen im Kreis Neunkirchen wegen Corona-Masken

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Masken in Neunkirchen : In Rathäusern liefen die Telefone heiß

Land stellt Bürgern kostenfreie Masken zur Verfügung: Frage der Verteilung in den Kommunen noch nicht geklärt.

Die Ankündigung der saarländischen Landesregierung, sie werde in den nächsten Tagen über die Gemeinden den Bürgerinnen und Bürgern Masken kostenlos zur Verfügung stellen, hat die Kommunen des Landkreises Neunkirchen am Donnerstagmorgen völlig unvorbereitet getroffen. „Seit 7 Uhr laufen unsere Telefone heiß“, meldete Ottweilers Bürgermeister Holger Schäfer am Donnerstagmorgen via Facebook. Die Bürgerinnen und Bürger wollten von den Verwaltungen der Kommunen wissen, wann es wo welche Masken gebe. Doch die Gemeindeverwaltungen wussten es bis zu diesem Zeitpunkt selbst nicht. „Wir werden bombardiert mit Anrufen“, sagte auch Illingens Bürgermeister Armin König auf SZ-Anfrage. Die Gemeinde wolle gern helfen, könne es aber noch nicht, da die Verteilung noch nicht geklärt sei.

Eppelborns Bürgermeister Andreas Feld bezeichnete die Einführung der Maskenpflicht zum Schutz der Menschen als „sinnvoll und zu begrüßen.“ Die Landesregierung habe entschieden, dass jede Kommune – gemäß ihrer Einwohnerzahl – einen Anteil an den vom Land bestellten 5 Millionen Masken bekommen soll. Diese Masken sollen, so die Landesregierung, von den Gemeinden an die Bürger verteilt werden. Feld teilte am Donnerstag mit: „Wir haben heute Morgen durch die Medien von der Aktion gehört, dass wir die Verteilung der Masken vornehmen sollen. Dieser Herausforderung stellen wir uns.“ Seit Arbeitsbeginn glühten die Telefone im Bürgerbüro, die Bevölkerung sei verunsichert. Die Verwaltung müsse nun Wege finden, wie man die Masken vor Ort verteilen können und dabei die Hygienevorschriften einhalte. Feld weiter: „Wir werden die Verteilung regeln, im Interesse der Menschen vor Ort. Eine Information wird über die Homepage der Gemeinde erfolgen.“ Auf jeden Fall müssten die Masken so kontaktlos wie möglich und unter Einhaltung der Hygienevorschriften verteilt werden – zum Schutz der Gesundheit von allen.

Auch Neunkirchens Oberbürgermeister Jörg Aumann bat um ein wenig Geduld. Die Kommunen und das Land stimmten sich derzeit ab, wie und wann die Masken verteilt werden. Dies werde frühestens ab kommenden Montag der Fall sein, teilte der Verwaltungschef mit. Sobald die Masken vor Ort seien und die Verteilung losgehe, informiere die Stadtverwaltung über die Presse, auf der städtischen Internetseite unter www.neunkirchen.de und auf der städtischen Facebook-Seite. Aumann erklärte außerdem: „Die vielfältigen Bemühungen zur Herstellung von Stoffmasken sollen indes ungebremst weiter gehen, weil die Einwegmasken allenfalls eine Ergänzung dieses Angebotes sind, kein Ersatz. Er danke herzlich allen Näherinnen und Nähern und denen, die dafür sorgten, dass die Menschen mit ausreichend Masken versorgt werden.

Die Gemeinde Merchweiler wolle am Freitag eine Entscheidung über die Organisation treffen, sagte Bürgermeister Patrick Weydmann auf SZ-Anfrage. „Wir müssen uns genau überlegen, wie wir vorgehen bei der Verteilung.“ Dies werde derzeit sehr kontrovers diskutiert, auch in Anbetracht der Tatsache, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger bereits mit selbst genähten Alltagsmasken eingedeckt hätten. Eine Verteilung über Helfer von Haustür zu Haustür sieht der Verwaltungschef als problematisch an. In einer ersten Tranche sind zwei Masken pro Person über zehn Jahren angekündigt worden. Das hieße beispielsweise für die Gemeinde Merchweiler, dass etwa 18 000 Masken verteilt werden müssten.

Auch der lokale Handel hat in den ersten Tagen seit der Wiedereröffnung festgestellt, dass sich viele Kundinnen und Kunden mit Alltagsmasken eingedeckt haben. Ursula Jochum, die ein Blumen- und Feinkostgeschäft in Wiesbach betreibt, berichtet, das etwa 90 Prozent der Kunden bereits mit Masken ins Geschäft kamen. Für alle Fälle habe sie welche auf Vorrat besorgt. Im Laden würde über die Maskenpflicht geredet, nicht alle fänden sie gut. Bei Asthma etwa oder Heuschnupfen falle das Atemholen schwerer. Vorgesorgt hatte auch schon vor der Verordnung Silvia Lauck. Sie hatte für ihre Modeboutique in Eppelborn Einwegmasken gekauft. „Aber ich war erstaunt: Jeder Kunde hatte bereits seine eigene Maske dabei.“ Ähnlich war die Erfahrung in einem Schuhgeschäft in Bubach-Calmesweiler. Die Leute nähmen Rücksicht, halten Abstand und tragen ihre selbst genähten Masken, teilte die Inhaberin mit.

Die bundesweit agierende Drogeriekette Rossmann teilte unserer Zeitung mit, dass man in der Frage, ob man ab Montag den Kundinnen und Kunden kostenfreie Einwegmasken vorhalten werde, aktuell im engen Austausch mit den Lieferanten sei. Man bitte um Nachsicht, dass man zum jetzigen Zeitpunkt keine detaillierten Informationen zur Verfügung stellen könne.

Eine Abfrage in den Eppelborner Apotheken hat übrigens einen Bestand von rund 1000 Masken ergeben. Zudem nähen viele Frauen in der Gemeinde, darunter auch die Freiwillige Ganztagsschule in Eppelborn Alltagsmasken. So durften sich der Bauhof und die Hausmeister über eine Spende freuen.