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Ortsrat Eppelborn zur Ortsmitte
Symbiose aus alt und neu ist vorstellbar

Eppelborn. Eppelborner Räte beraten weiter über eine Bebauung der Ortmitte. Architekt stellt Varianten vor. Von Carolin Merkel

Inzwischen, so erklärte Eppelborns Ortsvorsteher Berthold Schmitt, sei die nun vorgelegte Planung zur Gestaltung der Ortsmitte die dritte Planung, die es zu beraten gilt. Der aktuell gültige Bebauungsplan, sagte er, stamme aus 2012, ihm sei ein Architektenwettbewerb vorausgegangen. Nun soll im Rahmen des in Eppelborn viel diskutierten ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) die Fläche durch einen neuen Bebauungsplan überplant werden. Den Auftrag dafür erhielt das Architekturbüro Flosundk aus Saarbrücken, Mitgeschäftsführer Jens Stahnke war am Donnerstagabend zu Gast in der Ortsratssitzung und stand mehr als zwei Stunden den Ortsratsmitgliedern Rede und Antwort.



Doch zunächst erläuterte Stahnke die drei Varianten, die bereits der Lenkungsgruppe, die ebenfalls in die Umsetzung des ISEK eingebunden ist, Anfang der Woche vorgestellt wurden. „Wir vom Ortsrat haben nur eine beratende Stimme, entschieden wird der Bebauungsplan im Gemeinderat“, gab Berthold Schmitt vor den Erläuterungen zu bedenken. Stahnke brach zunächst einmal eine Lanze für die Fläche im Ortskern. „Bei einer Ortskernverschönerung geht es darum, ein Ortszentrum zu verbessern und aufzuwerten, was sich auch auf die Wirtschaftsfaktoren auswirkt“, erklärte er.

In einem zweiten Schritt habe man die Bausubstanz in dem zu planenden Gebiet betrachtet, insbesondere das alte Bauernhaus mit der Scheune sei untersucht worden. Rund um das Gebäude wurden drei Varianten entwickelt, sagte er. Die erste Variante ist eine Symbiose aus alt und neu. Hier, erklärte der Fachmann, sollen Teile des Bauernhaueses erhalten werden. „Der Teilerhalt könnte eine Förderung von 90 Prozent der Kosten bringen“, betonte er. Die zweite Variante, die der ersten sehr ähnelt, verzichtet auf den Erhalt des Bauernhauses, in der dritten Variante wurde zum Teil dem Wunsch aus dem vorherigen Bebauungsplan, eine Sichtachse zwischen Big Eppel und Marktplatz entstehen zu lassen, eingearbeitet.

Von diesem großen, freien Raum, sagte Stahnke, sei er allerdings wenig überzeugt. „Insgesamt muss, um Investoren zu gewinnen, schon eine wirtschaftlich relevante Masse an Gebäude entstehen“, erklärte er. Als Alleinstellungsmerkmal, da ist sich Stahnke sicher, könnte das Lurçat-Museum mit einem angeschlossenen Kulturbüro dienen. Aber auch eine gute Aufenthaltsqualität, Wohnen im Zentrum für ältere Menschen, dazu weiteres Gewerbe und Dienstleistungen sollen den Ortskern weiter beleben. Der Vorentwurf zum Bebauungsplan, erklärte er, setze noch keine festen Gebäudehöhen fest.

Recht schnell verfielen die Ortsratsmitglieder wieder in Diskussionen um die Details, wie den Erhalt des Bauernhauses, der sehr umstritten ist, aber über das Bodengutachten und die Eigentumsverhältnisse, die Problematik mit dem hohen Grundwasserspiegel und nicht zuletzt der von vielen präferierten Sichtachse.



„Wir haben so lange gewartete, bis es endlich weitergeht. Jetzt hat man uns diese Unterlagen erst vor ein paar Tagen zugesandt und ohne Bedenkzeit sollen wir die Weichen für die nächsten Jahrzehnte stellen. Es kann nicht auf vier bis sechs Wochen ankommen“, fasste schließlich Schmitt das zusammen. Einstimmig wurde die Entscheidung vertagt, zudem wünschte der Ortsrat, dass die Verwaltung das Architekturbüro beauftragt, eine weitere Variante mit einigen Kompromissen zu erarbeiten.