Stark gespielt, aber Pech gehabt

90 reguläre Minuten, 30 Minuten Verlängerung, dann das Elfmeterschießen. Das DFB-Pokalspiel von Regionalligist SV Dirmingen gegen Liga-Rivale TuS Issel war ein echter Kampf. Am Ende verlor der SVD mit 5:7 – trotz bester Chancen.

Als am Sonntagnachmittag im Dirminger Belker-Stadion die ersten Tropfen vom Himmel fielen, war es ein Bild mit Symbolcharakter. Denn auch die Fußballerinnen des Regionalligisten SV Dirmingen , die soeben in der ersten Runde des DFB-Pokals im Elfmeterschießen mit 5:7 gegen den Liga-Rivalen TuS Issel verloren hatten, machten Gesichter wie sieben Tage Regenwetter. Nach der regulären Spielzeit hatte es in einem turbulenten Spiel 3:3 gestanden.

"Meine Spielerinnen sind natürlich traurig, aber ich bin stolz auf die Partie, die sie abgeliefert haben", sagte Dirmingens Trainerin Marion Zapp. Sie ergänzte: "Schade - wir hätten die Partie schon vor dem Elfmeterschießen entscheiden können." In der Tat war der SVD da die bessere Mannschaft. Nach 110 Minuten klärte zum Beispiel Issels Torwart Dana Gotthard einen Freistoß von Dirmingens Egzona Muqaj zur Ecke. Wenig später lenkte Gotthard einen Kopfball mit einem Wahnsinns-Reflex noch an die Querlatte (114.) und rettete den TuS ins Elfmeterschießen .

Temporeiche Partie

Von der ersten Minute an hatte sich vor 250 Zuschauern auf dem Belker eine temporeiche Partie mit Torszenen auf beiden Seiten entwickelt. Der Regionalligist von der Mosel erwischte den besseren Start und ging durch einen Foulelfmeter von Lara Ballmann in Führung (12.). Die Antwort von Dirmingen erfolgte prompt. Kapitän Vicky Hinsberger spielte Flügelspielerin Svenja Lambert auf linksaußen frei. Die schaltete den Turbo ein und flankte an den langen Pfosten, wo Tamara Morche das Leder zum 1:1 über die Linie grätschte (15.).

Doch es kam noch besser für den SVD. In der 18. Minute schlug Lambert eine Freistoß-Flanke aus 30 Metern in den Strafraum der Gäste, die neben der verdutzten Torhüterin genau im linken Eck einschlug.

Die Führung verlieh Dirmingen aber keine Sicherheit. Der SVD ließ Issel im Mittelfeld zu oft unbedrängt kombinieren. TuS-Spielerin Karoline Kohr nutzte die Freiräume und hämmerte den Ball aus 25 Metern zum Ausgleich ins Tor. Kurz darauf lag Dirmingen nach einem Treffer von Isabel Meyer bereits wieder zurück (31.). "Zwei Meter Sicherheitsabstand zum Gegenspieler - so kannst du gegen Issel nicht auftreten. Das haben wir in der Halbzeit klar angesprochen", monierte Trainerin Zapp, deren Mannschaft im zweiten Durchgang defensiv viel besser stand. In der 65. Minute erzielte die starke Morche mit einem feinen Außenrist-Schuss den Ausgleich. Bei den Gästen schwanden nun die Kräfte, mehrere Spielerinnen mussten mit Krämpfen behandelt werden, während Dirmingen noch fit und spritzig wirkte. "Jetzt sind wir dran", rief Zapp immer wieder aufs Feld.

Sonntag gegen Wörrstadt

Doch am Ende musste sich der SVD auf die knappste Art und Weise geschlagen geben. Bei Dirmingen verwandelten nur Melanie Klein und Morche ihre Versuche, für Issel trafen Lisa Wagner, Kohr, Lisa Umbach und Elena Burg. Die erfahrene "Küken" Klein, die im Sommer ihre Karriere beendet hatte, hatte sich überreden lassen, das Pokalspiel noch zu bestreiten. Und das ohne Training. "Elfmeterschießen ist immer Glückssache. Es wäre schön gewesen, in die zweite Runde einzuziehen, aber die Priorität liegt bei uns ohnehin auf der Regionalliga", sagte Zapp. Die neue Saison beginnt für Dirmingen am kommenden Sonntag um 13 Uhr mit dem Heimspiel gegen den TuS Wörrstadt.