Spannung bis zur letzten Sekunde

Als einziger Oberligist hat sich der FC Hertha Wiesbach fürs Masters in Völklingen qualifiziert - und das, obwohl in der Halle etliche Stammkräfte geschont wurden. Ob die Hertha beim Endturnier in Bestbesetzung aufläuft, lässt Sportvorstand und Trainer Helmut Berg noch offen: "Bei uns hat der Klassenverbleib in der Oberliga die höchste Priorität.

Alles andere wird dem untergeordnet." Durch den Rückzug des SVN Zweibrücken aus der Oberliga (wir berichteten) verlor Wiesbach in der Winterpause gleich sechs Punkte - weil die Hertha als eines von nur zwei Teams der Liga auch schon in der Rückrunde gegen das abgeschlagene Schlusslicht gespielt hatte. Doch der 6:1-Sieg wurde, genau wie das 4:0 im Hinspiel, nun wertlos. In der Tabelle rutschten die Gelb-Schwarzen dadurch von Rang neun auf Platz 13 ab. Der Vorsprung auf einen möglichen Abstiegsplatz schmolz auf zwei Zähler. Mit dem Rekord von 14 Turniersiegen in der Halle in Serie fährt der FV Diefflen am Sonntag zum Masters nach Völklingen. Kein Wunder, dass das Zuschauer-Interesse beim Titelverteidiger riesengroß ist. "Wir hätten locker 450 Karten verkaufen können", sagt Diefflens Vorsitzender Sport Ralf Jung. Doch da der Verein wegen der geringen Zuschauerkapazität in Völklingen (die Halle ist beim Masters für 2032 Besucher zugelassen) nur 205 Tickets erhielt, musste der Verein einen Verteilungsschlüssel entwerfen. "Wir versuchen, allen gerecht zu werden", sagt Jung. "Sportlich ist die Vorfreude auf das Masters ungebrochen."

Diefflen bangt vor dem Turnier noch um die Einsätze von Torjäger Chris Haase (Oberschenkel-Zerrung) und Winter-Neuzugang Fabian Blass (Gesichtsverletzung). Für den zweiten Winter-Neuzugang Arthur Mielczarek liegt noch keine Freigabe vor. Zwei Mal verpasste Rekordsieger SV Auersmacher (vier Erfolge) zuletzt die Masters-Teilnahme. An diesem Sonntag sind die Grün-Weißen erstmals seit 2013 wieder dabei. Und nicht nur das. "Wir wollen das Ding gewinnen", sagt Phillip Hoffmann, der das Team gemeinsam mit Andreas Wellner trainiert. Er selbst stand bei den beiden letzten Masters-Triumphen des SVA (2010 und 2011) noch als Spieler auf dem Feld, dieses Mal wird er von der Bank aus zuschauen. Auersmacher setzt vor allem auf technisch starke Akteure wie Maurice Urnau, Felix Laufer und Sascha Bickelmann.

Vor allem Bickelmann glänzte in der Qualifikation. "Die Halle ist genau sein Ding. Er macht da manchmal ganz exotische Sachen und ist damit unberechenbar", erklärt Hoffmann lachend. Ebenfalls wichtig im SVA-Hallensystem ist auch Defensiv-Akteur Jerry Laloe, der hinten abräumt. Saarlandligist SV Bübingen hat sich zum dritten Mal in Folge fürs Masters qualifiziert - und das, obwohl die Blau-Weißen deutlich weniger Aufwand betrieben. Vergangenes Jahr spielte das Team von Trainer Martin Peter noch elf Qualifikations-Turniere, dieses Mal nur sechs. "Von daher war es eigentlich nicht unser Ziel, zum Masters zu fahren. Aber dann war ja schon nach den ersten drei Turnieren klar, dass wir wieder dabei sind", freut sich der Übungsleiter, der in der Winterpause seinen Vertrag für ein Jahr verlängert hat.

Peter kam mit seiner Mannschaft bei jeder Turnier-Teilnahme mindestens ins Halbfinale. Drei Turniere gewannen die Blau-Weißen. Wichtigste Bestandteile im Hallenteam des Saarlandligisten sind Patrick Wöber, der das Spiel von hinten heraus organisiert, und Ahmet Taher, dessen Dribblings die gegnerischen Abwehrreihen oft vor Probleme stellen. Im vergangenen Jahr war der VfL Primstal die große Überraschung beim Masters. Der Saarlandligist scheiterte erst im Finale im Siebenmeterschießen am FV Diefflen (4:6). Mit diesem Erfolg im Rücken wollte sich der VfL auch in diesem Winter fürs Masters qualifizieren. Doch die Nordsaarländer hatten Startschwierigkeiten. Bei den ersten beiden Turnieren sammelte Primstal nur 5,7 Zähler. "Da habe ich schon gedacht, das wird dieses Mal nichts", erzählt Mittelfeldspieler Patrick Backes, der das Team in der Halle gemeinsam mit Kapitän Marc Pesch betreut.

Doch mit dem Sieg beim Haco-Cup kam die Wende. "Da haben wir gezeigt, dass wir eine gute Hallenmannschaft sind. Danach war die Qualifikation fast ein Selbstläufer", freut sich Backes. Die Abwehr vor Torwart-Oldie Stefan Noss (42) stand nun meist stabil, vorne sorgten Lukas Biehl und Pascal Limke für die nötigen Tore.