Schränke bauen statt Schulalltag

Schränke bauen statt Schulalltag

Bei der „Dokumenta“, einer Messe mit Vorträgen, Vorführungen und Plakaten, schilderten die Schüler der Klassen 8 und 9 an der Gemeinschaftsschule Eppelborn, was sie beim Betriebspraktikum erlebt und gelernt haben.

Wie es sich anfühlt, auf einer Baustelle dem Regen ausgesetzt zu sein oder in einer Kita dem Lärm, das könne man in der Schule nicht vermitteln, sagt Otwin Diehl, Leiter der Gemeinschaftsschule Eppelborn . Deshalb habe das Betriebspraktikum an der Schule Tradition. Was die Schüler der Klassen 8 und 9, die ihres gerade hinter sich haben, dabei erlebt und gelernt haben, das präsentierten sie am Dienstagabend in der Aula. Eine "Dokumenta", eine kleine Messe mit Präsentationsständen zu jedem Berufsbereich, hatten sie aufgebaut: sozialpflegerischer Bereich, Gesundheit und Sport, Handwerk, Tiere und Umwelt und mehr. "Das gehört zur Nachbereitung und bildet einen runden Abschluss", erklärte Praktikumsleiter Marc Wilhelm. Außerdem gab es Präsentationen auf einer Leinwand.

Simon Munch moderierte die Vorführungen, bedankte sich bei den Betrieben und gab auch die ein oder andere Anekdote seiner Erfahrungen bei einer Schreinerei zum Besten: "Als wir einen begehbaren Kleiderschrank im dritten Stock einbauen mussten und die Einzelteile nicht in den Fahrstuhl passten, mussten sie von Hand und zu Fuß mühsam hochgeschleppt werden. Vom Praktikanten."

Vor allem Eltern und Geschwister schlenderten über die Messe. Bei Cedrik Gerlach zogen Glasfläschchen mit bunten Flüssigkeiten den Blick auf sich. Da legte er gerne noch eins drauf und hantierte mit Reagenzgläsern und Pipetten, assistiert von Kumpel Tarik Therre, der eigentlich bei IT-Krämer ein Fachinformatiker-Praktikum gemacht hat. Dabei erklärte er Verhaltensweisen von Molekülen, für deren Verständnis man vermutlich zumindest Chemielaborantenpraktikant sein muss. Doch es sah hübsch aus und explodierte nicht. "Mir hat das Praktikum sehr gut gefallen. Die Chemie ist so vielseitig", sagte er begeistert.

Die Metaller und Elektroniker erklärten Kabel, Leitungen, Stromkreise und mehr. Einer von ihnen, Niklas Forster, war bei Saarstahl. "Ich wollte schon immer was mit Metall machen und Saarstahl ist eine große Firma. Dort würde ich später gerne arbeiten."

Auch die Mädchen erobern dieses Feld: Jana Blum hat in den Alltag einer Zerspanungsmechanikerin hinein geschnuppert und ist begeistert: "Erklärt zu bekommen, wie das alles mit den ganzen Maschinen funktioniert, und auch selbst etwas herzustellen, war toll!" Für die Bewirtung bei der Messe sorgte passenderweise die Schülerfirma.