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Auch der Turm macht Probleme
Die Kirche im Dorf hat ihren Preis

Die Sanierung der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Humes dauert länger als geplant.
Die Sanierung der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Humes dauert länger als geplant. FOTO: Claudia Emmerich
Humes. Die Sanierung der katholischen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Humes wird teuer. Der Abschluss der Arbeiten verschiebt sich ins nächste Jahr. Und jetzt wurde auch noch offensichtlich: Der Turm macht Probleme. Von Claudia Emmerich

Die Kosten für die Sanierung der katholischen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Humes steigen. Und zugleich verschiebt sich auch der Zeitplan nach hinten. „Die Mehrkosten sind keine Folge von Planungsfehlern. Es wird teurer, weil wir erst im Laufe der Sanierung zuvor unbekannte Schwachstellen am Gebäude gefunden haben“, stellt Günter Britz, Vorsitzender des Verwaltungsrats, im Gespräch mit unserer Zeitung fest.


An seiner Seite im Kolpingraum haben der Vorsitzende des rührigen Fördervereins, Georg Schwarzkopf, und der stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzende Horst Neumann Platz genommen. Ebenfalls am Tisch sitzt Architekt Stefan Klein (Merchweiler). Und der Experte erklärt die „Schwachstellen“ aus technischer Sicht: „Die Sanierung des Daches macht zirka 70 Prozent der jetzigen Sanierungsmaßnahme aus. Bei den Rückbauarbeiten im Sommer mussten wir feststellen, dass die Traufgesimssteine nur unzureichend in das Mauerwerk eingebunden waren. Das stellte sich als Sicherheitsrisiko heraus, so dass die Traufgesimssteine statisch abgesichert werden mussten.“ Holz wurde erneuert, Stahlbetonbalken eingezogen. Die gleichen Probleme seien dann auch bei der Traufe des Hauptschiffes zu Tage getreten.

Diese Zusatzarbeiten belaufen sich auf Kosten von rund 150 000 Euro. Das Sanierungsvorhaben Pfarrkirche war ursprünglich mit 575 000 Euro veranschlagt und voll finanziert. 60 Prozent kommen vom Bistum, 40 Prozent stemmt die Kirchengemeinde. Los gingen die Arbeiten nach Ostern 2018. Auch die jetzt zusätzlichen 150 000 Euro seien finanziert, erklären Britz und Schwarzkopf. Die Kirchengemeinde hat mit Spenden ihren Teil zusammengebracht, erwartet jetzt den Bescheid aus Trier.



Die Zusatzarbeiten wirken sich allerdings auch auf den Zeitplan aus. Eigentlich wollten sie Ende diesen Jahres ein großes Fest zum Abschluss der Sanierung ihrer Pfarrkirche feiern. Dieser Plan lasse sich jetzt nicht mehr einhalten, wissen die Verantwortlichen. Architekt Klein geht jetzt von einem Termin im Juni 2019 aus. Dankbar sind Bauherr und Architekt für die gute Zusammenarbeit mit den Auftragsfirmen aus der Region, die sich sehr flexibel zeigten.

Dass eine Überraschung beim Bau meist nicht alleine kommt, haben sie in Humes jetzt auch erlebt. Denn auch der Turm der Pfarrkirche zeigt Schwachstellen. „Nicht das Dach“, sagt Britz sofort. Das ist 1988 gemacht worden und hält. Vielmehr sind es die Eisen-Zuganker im Naturmauerwerk des Turmes. „Sie sind stark korrodiert“, erklärt Architekt Klein. Das sei erst vom Gerüst aus offensichtlich geworden. Und auch dieser Befund bedeute ein Sicherheitsrisiko und zwinge zum Handeln.

„Diese Arbeiten am Turm gliedern wir in einen zweiten Bauabschnitt aus“, sagt Günter Britz. Die Sanierungskosten rechnen sie im Turm-Fall auf 160 000 Euro hoch: „Da müssen jetzt neue Anträge gestellt werden.“ Und in der Gemeinde darf wieder gesammelt werden. Die hat allerdings schon viel gespendet und will auch mal ein Ende sehen.

Es gibt zudem von außen einen End-Zeitpunkt, den sich die Humeser setzen: „Bis zum 1. Januar 2020 sollen alle Maßnahmen abgeschlossen sein“, sagt Britz. Dann sollen – Stand jetzt – die neue Pfarreien der Zukunft im Bistum starten. Maria Himmelfahrt Humes gehört zur neuen Großpfarrei Lebach. Und die Finanzfrage, also die Vermögen oder Belastungen einzelner Kirchengemeinden, ist im Vorfeld ein heiß diskutierten Thema (wir berichteten). Britz: „Wir wollen niemanden belasten und mit einer abgeschlossenen Baumaßnahme dastehen.“