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Stadion
Illtalstadion erstrahlt in neuem Glanz

Beim Unwetter am 11. Juni 2018 wurde der Sportplatz des FV Eppelborn stark beschädigt.
Beim Unwetter am 11. Juni 2018 wurde der Sportplatz des FV Eppelborn stark beschädigt. FOTO: Steven Mohr
Eppelborn. Ein Unwetter im Juni hatte die Sportanlage in Eppelborn verwüstet. Jetzt ist sie wieder ein Schmuckstück. Von Heinz Bier

Es war ein Schock, als sich am 11. Juni eine Flutwelle über Eppelborn ergoss und dabei auch das Illtalstadion verwüstete (wir berichteten). Mittlerweile strahlt die Sportanlage des Fußballvereins (FV) Eppelborn wieder in neuem Glanz. Fast auf den Tag genau vier Monate nach der Überflutung wurde am Mittwochabend das neue Illtalstadion eingeweiht. „Es hat sich damals eine gewisse Ratlosigkeit eingestellt“, schilderte der FVE-Finanzvorstand Karl-Heinz Müller im Beisein vieler Gäste die Eindrücke von damals. „Niemand hatte geglaubt, dass auf dem Platz schon im September wieder Fußball gespielt werden kann“, gestand Müller, „aber dann wurden an verschiedenen Stellen viele gute Gespräche geführt mit dem Ergebnis, dass die Finanzierung eines neuen Platzes schon bald gesichert war.“


Vorsitzender Günter Schmitt erinnerte an das Ausmaß der Unwetterschäden und machte deutlich, „dass der 11. Juni 2018 nicht nur beim FVE, sondern auch bei vielen Privatleuten im Ort in unangenehmer Erinnerung bleiben wird“. Dennoch sei die Hilfsbereitschaft groß gewesen, lobte Schmitt und nannte als Beispiel, „dass auch viele Leute, die nicht im Verein sind, gekommen waren, um uns zu helfen“. Der Vorsitzende nannte auch Zahlen. Danach hat die Erneuerung des Kunstrasenbelags samt Unterbau 305 000 Euro gekostet, zu denen der Verein nach jetzigem Stand etwa 100 000 Euro selbst beisteuern muss. Als Zuschüsse hat der FVE bisher 75 000 Euro von der Gemeinde Eppelborn und jeweils 65 000 Euro von der Sportplanungskommission und dem Innenministerium erhalten. „Weitere Zuschüsse, etwa vom Landkreis Neunkirchen, vom Saarländischen Fußballverband und vom Deutschen Fußball-Bund sind noch in Aussicht gestellt“, nährte Schmitt die Hoffnung auf zusätzliche Subventionen.

Zu den Gästen der Einweihung gehörte auch der frühere deutsche Nationaltorhüter Bernd Franke. Der ehemalige Bundesligaprofi aus Urexweiler hatte für den FVE 10 000 Euro mitgebracht, die von der Initiative GOFUS (Golf-Fußball) zur Verfügung gestellt werden. Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein Zusammenschluss ehemaliger Spitzensportler aus verschiedenen Bereichen, die sich regelmäßig zum Golfspiel in ganz Deutschland treffen, um mit dem Erlös Vereine oder Einrichtungen beim Bau von Sport- oder Bolzplätzen zu unterstützen.



Der Vorsitzende vergaß auch nicht die vielen privaten Spender, die dem Verein geholfen haben. In Vertretung der Bürgermeisterin würdigte der Beigeordnete und Ortsvorsteher Berthold Schmitt die Leistungen des Vereins und aller Helfer, „denn nur mit vereinten Kräften war es möglich, den vollständig zerstörten Kunstrasenplatz und die Außenanlagen in so kurzer Zeit wieder herzustellen“.

Mit Eigenleistung hätten viele Ehrenamtliche die Maßnahme unterstützt, erwähnte Schmitt, wodurch der Verein erhebliche Kosten einsparen konnte.

Die Zerstörung des Illtalstadions hat auch unter den Fußballvereinen der Gemeinde zu einer großen Solidarität geführt. Einige haben dem FVE ihre Sportplätze zur Verfügung gestellt, andere haben ihre Siegprämien vom Gemeindepokal spendiert, und der FC Hertha Wiesbach hatte sich spontan zu einem Benefizspiel gegen den FV Eppelborn bereit erklärt, dessen gesamter Erlös dem FVE zugute kommt. „Das war ganz einfach un- und außergewöhnlich“, merkte Vorsitzender Schmitt an. Ehe aber am Mittwochabend der Ball rollte, erhielt der neue Platz von Diakon Hugo Naumann den geistlichen Segen.