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USA
Rückkehr mit einem weinenden Auge

Welschbach . Soldatenleben heißt auch, durch die Welt zu wandern. Und so muss nun eine amerikanische Familie Abschied vom Saarland nehmen. Von Benno Weiskircher

Seit vier Jahren lebt die Familie von Nick Race in Welschbach. Die Arbeit als Soldat der U.S. Air Force brachte es mit sich, dass er mit seiner Familie in Deutschland Station machte. Als Race vor vier Jahren nach Ramstein versetzt wurde, kam auch seine Frau Silvia und die Kinder Kaylie und Liam mit nach Deutschland. Für Ehefrau Silvia war es eine Rückkehr in ihre Kindheit und Jugendzeit. Die gebürtige Welschbacherin fand mit ihrer Familie bei ihren Eltern Klaus und Annette Düppre Wohnung für die Zeit ihres Aufenthaltes. Ende März endet nun die Dienstzeit des Ehemannes und die Rückkehr in die Vereinigten Staates steht kurz bevor.


Im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung blickt die Familie auf die vergangenen Jahre zurück. „Als Nick 2003 zum ersten Mal in Deutschland als Master Sergeant Dienst verrichtete, haben wir uns in Ramstein kennengelernt“, erinnert sich Silvia Race. Nach der Hochzeit und der Geburt der Kinder begleitete die kleine Familie den Vater zu dessen verschiedenen Standorten. Beim Einsatz in Deutschland war für Nick Race klar: Die Familie kommt mit. Für ihn war wichtig, dass seine Kinder deutsche Schulen besuchen. „Es ist schön, dass unsere Kinder deutsch gelebt und deutschen Unterricht hatten,“ lautet sein Fazit.

Zweisprachig aufgewachsen sieht er als Vorteil, auch für ihr späteres Berufsleben. „Bei unserer Ankunft in Deutschland waren wir froh, Oma und Opa als Babysitter zu haben“, erinnert sich Silvia Race. Doch bald schon musste mit dem Tod ihrer Mutter Annette ein schwerer Schicksalsschlag verkraftet werden. Die Integration der Kinder wurde durch vielfache Aktivitäten erleichtert. Der heute neunjährige Liam schloss sich den Ringern des ASV Hüttigweiler an. Hochtalentiert brachte er es auf mehrere Medaillengewinne bei den Landesmeisterschaften und qualifizierte sich für die Deutschen Meisterschaften. „Leider kann ich dort nicht mehr teilnehmen“, bedauert er sehr. „Ein Riesentalent, diszipliniert und eifrig im Training. Es ist zum Heulen, dass Liam uns verlässt,“ sagt Trainer Jürgen Weiskircher.

„Wäre Günter Schüller nicht, wäre Liam nicht im Ringen“, dankt Nick Race dem ehemaligen Bundesligaschiedsrichter für seine Hilfe. Tochter Kaylie besucht die Gesamt­schule Marpingen, wo sie der Songwerkstatt von Jürgen Brill (Langhals und Dickkopp) angehörte. In der Musikschule Hüttigweiler erlernte sie das Geigenspiel. Als Gardemädchen stand die heute Elfjährige beim Karnevalverein „Die Eicherte“ auf der Bühne und beteiligte sich an der Sternsingeraktion. Nick Race forcierte seine Integration als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Welschbach. Alles in allem eine Vorzeigefamilie mit deutsch-amerikanischen Wurzeln. „Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Für unsere Kinder war es eine tolle Zeit, in der sie sich schulisch und sportlich weiterentwickelt haben“, stellt Mutter Silvia im Gespräch fest. Die Familie Race hatte in der Vergangenheit mehrere Heimstätten, Orte wo Kinder geboren wurden, wo sie gelebt und aufgewachsen sind. „Es gibt immer wieder einen Neuanfang, so auch in Süd-Carolina, dem nächsten Standort meines Mannes“, blickt Silvia Race zuversichtlich in die Zukunft. Liams Schlussbemerkung: „Ich vermisse die saarländische Lyoner.“

Opa Klaus wird seine Enkel sicherlich vermissen. Doch die vier gemeinsamen Jahre werden auch bei ihm stets in guter Erinnerung bleiben.