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Rathausumbau: Kellerwohnung als Kompromiss

Rathausumbau: Kellerwohnung als Kompromiss

Das Tauziehen um einen behindertengerechten Umbau des Eppelborner Rathauses ging auch in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres, erstmals im Saal des Big Eppel, weiter. Von einem neuen Vorstoß der Bürgermeisterin fühlte sich ein großer Teil des Rates „überfahren“. Ein neuer Standort für den Jugendtreff bleibt noch offen.

Die Jahresabschluss-Sitzung des Gemeinderates Eppelborn fand erstmals im Saal des Big Eppel statt, doch auch dort stand die angestammte Sitzungsörtlichkeit, nämlich das Rathaus, im Blickpunkt.

Nachdem CDU, AfD und Pirat/Grüner in der vergangenen Ratssitzung den behindertengerechten Umbau des Rathauseingangs mit knapper Mehrheit aus dem Investitionsprogramm für 2015 gekegelt hatten, unternahm Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset nun einen neuen Vorstoß.

Mit einer Verwaltungsvorlage bat sie die Ratsmitglieder darum, dem barriefreien Zugangsausbau des Verwaltungssitzes von der Hellbergstraße her zuzustimmen - entweder in einer umfassenden Version (mit Umbau des Sitzungssaal-Nebenraums zu Büros) für 200 000 Euro oder in "abgespeckter" Form (nur Zugangsrampe und behindertengerechte Eingangstür) für 50 000 Euro. Punkt zwei betraf den Umbau der früheren Bürgermeisterwohnung im Rathauskeller zu Büros für 60 000 Euro.

Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen unterstrich die Verwaltung mit beigehefteten Stellungnahmen des Behindertenbeauftragten und des Personalrats der Gemeinde. Sie wolle mit der Aufschlüsselung der Baukosten die vom Rat geforderte Transparenz schaffen, merkte die Bürgermeisterin an. Bei der Ratsmehrheit stieß sie allerdings auf Empörung ob dieses "Überfalls": Das Verwaltungspapier hatte die Fraktionen erst wenige Minuten vor Sitzungsbeginn erreicht.

"Wir können nicht über Dinge entscheiden, die wir nicht kennen", rügte CDU-Fraktionschef Berthold Schmitt, Pirat Dieter Schmidt beantragte Nichtbefassung mit dem ersten Punkt und Andreas Brill von den Freien Christdemokraten sprach gar von Respektlosigkeit gegenüber dem Rat. Nach einer Sitzungsunterbrechung blieb die CDU bei ihrer Linie, fand sich aber immerhin bereit, Punkt zwei - dem Umbau der Kellerwohnung im kommenden Jahr - zuzustimmen. Dieser wurde dann auch einstimmig vom Rat beschlossen.

Weiteres ausführlich erörtertes Thema in der Finalsitzung des Gemeinderates war das künftige Unterkommen des Eppelborner Jugendzentrums. Der Jugendtreff muss seine mit viel Engagement gestalteten Räume im Keller der früheren Koßmannschule Ende Februar verlassen - der Vermieter hat wegen Eigenbedarf gekündigt. Als Nachfolgelösung hatte die Verwaltung drei Optionen zur Diskussion gestellt.

Zur Auswahl stehen eine gemeindeeigene Lösung durch Herrichtung der früheren Sauna im Hellbergbad, das Anmieten eines Gebäudes im Ortskern (die Jugendlichen selbst favorisierten frühere Geschäftsräume neben dem Sorrento in der Bahnhofstraße) und der Kauf eines Containers.

Die Debatte, an der sich auch Mitglieder des Jugendrats und der Jugendpfleger beteiligten, ließ keine klare Tendenz erkennen.

Um einen Überblick über erforderliche Umbauten und entstehende Kosten zu enthalten beauftragte der Rat die Verwaltung Brandschutzgutachten für die Optionen Hellbergbad und Gebäudeanmietung zu bestellen, daneben auch nach weiteren Alternativen zu suchen.