Rathaus ist fest in Narrenhand

Fast kampflos gab sich Eppelborns Bürgermeisterin dem tollen Hochadel geschlagen.

Mächtig was los war am Samstagmorgen auf dem Finsterwalder Platz unterhalb des Eppelborner Rathauses. Dorthin hatte es die zahlreichen Gardemädchen, Tollitäten aus nah und fern, Musikvereine und Fanfarenzüge, Elferratspräsidenten und deren Entourage sowie kleine und große Narren verschlagen.

Endlich, erklärte Günter Schmitt, Sitzungspräsident des FEV Eppelborn, hatte der Sturm seinen Namen wieder verdient, richtetet er sich doch nicht gegen den Big Eppel, der längst schon fest in der Hand der Narren ist, sondern vielmehr gegen das Rathaus. Von der Topografie her war Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset mit ihrem treuen Gefolge der Narrenschar auf den ersten Blick vielleicht überlegen, doch am Ende würde ihr auch diese Überlegenheit oben auf der Treppe nichts nutzen.

Doch bevor die Eppelborner Narren endgültig Sturm auf das Rathaus machten, gaben sie sich mit der Verwaltungschefin noch einem kleinen, verbalen Schlagabtausch hin. Die zeigte sich gar nicht so unnachgiebig, wollte sich durch die Tänze und Lieder der Narren ganz ohne Kampf aus ihrer Amtsstube führen lassen. "Versucht's mit tollen Gaben, die uns entzücken, vielleicht könnt ihr dann den Schlüssel uns entrücken", bot sie den Narren an. Die tanzen, sangen und schunkelten, doch so richtig in Stimmung wollte Müller-Closset nicht kommen. "Das reicht nicht, ihr kommt nicht rein", verkündete sie. Stattdessen machte sie dem Narrenvolk ein Angebot, zusammen einen zu trinken. "Ich rücke für dieses Haus den Schlüssel nicht kampflos raus", verkündete sie nach dem nächsten Schunkler noch.

Doch spätestens die Kanonenschläge ließen bei ihr und ihren Ortsvorstehern den Mut sinken, die weiße Fahne war letzter Rettungsanker. Dann ging alles sehr schnell, der Elferrat vom KKV aus Dirmingen bahnte sich den Weg zur Verwaltungschefin, legte sie samt ihrer Mitstreiter in Ketten und folgte dem Motto "Abführen". Weit war der Weg des kleinen Umzugs durch den Ort nicht, das erklärte Ziel: der Big Eppel. Toll geschmückt und mit den Beavers auf der Bühne bot sich hier die passende Kulisse für die Schlüsselübergabe. Bis Aschermittwoch, versprach Prinzessin Franca I., will sie mit ihrem Giacomo I., den Schlüssel sicher aufbewahren, denn dann, das sei ja bekannt, ist alles vorbei.