Raketen und ganz viel Täterä

Der große Saal im Eppelborner Big Eppel war restlos ausverkauft. Am Samstagabend fand dort die erste von zwei Kappensitzungen des Freundeskreises Eppelborner Vereine statt. Gäste und Aktive feierten.

Die Eppelborner sind ja bekanntlich besonders närrisch, so närrisch nämlich, dass es für zwei Kappensitzungen pro Session reicht. Wüsste man das nicht, müsste man meinen, der Freundeskreis Eppelborner Vereine hätte am Samstag alles nur verfügbare Narrenpulver bereits verschossen, so großzügig wie es an diesem Abend im Big Eppel zuging.

Der Rahmen für die "Prunk"-Sitzung passte: Der große, mit 450 Besuchern bis auf den letzten Platz besetzte Saal und die geschmückte Bühne und die klassisch gekleideten Elferratsherren und das Prinzenpaar in hoheitlicher Garderobe taten ihr Übriges. Ein "dreifach donnerndes Alleh hopp!", rief Sitzungspräsident Günter Schmitt gleich zu Beginn. Das beeindruckte offenbar auch das Prinzenpaar Ingrid I. und Stefan II., das sich angesichts der Übermacht der Narrenschar gemäßigt gab: "Ich hoff', es möge uns gelingen, das Narrenzepter so zu schwingen, dass ihr mit uns zufrieden seid." Und "Die Politik hat jetzt Pause, wir machen eine große Sause."

Also, die Politik durfte sich zurücklehnen und belachen lassen. Doch sie kam glimpflich davon, wenn die Narren auch Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset den Rathaus-Putsch androhten. De Tobisch Johann (Peter Leinenbach) hielt die Bürgermeisterin sogar für so vertrauenswürdig, dass jeder kleine Junge ihr sein Fahrrad zum Aufpassen geben würde.

Ein wenig auf die Mütze gab es auch für die Nachbarorte, für Männer wie Frauen oder auch den Elferrat: Bei der Faasend gebe es für sportliche, musikalische und rednerische Talente einen Platz, stellten Tobias und Harry Moser als Babba un sei Buub, "Justin Dustin", fest. "Un wenn de gar nix kannscht, kannsche immer noch in de Elferrat gehn!" Die zwei sind in der Eppelborner Faasend altbekannt, wie auch Wolfgang Werner als Mann mem Schirmche und Eveline Kirsch, die diesmal als Lieblingsschwester der Braut ihrem zukünftigen Schwager keine Freude prophezeite. Neu dabei war Dorothea Klesen als Josefine aus dem Altenheim. Thomas Kuhn scheute bei seiner Parodie-Show "Festival der Tiere" den Irrwitz des menschlichen Umgangs mit dem Tier nicht und dass einem, beim Braunbären Bruno nicht so richtig zum Lachen war, gehörte dazu. "Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist die Lasagne, getarnt als Rind!"

Tänzerisch sprühte ein Feuerwerk nach dem anderen über die Bühne: Die Prinzengarde, die Minigarde mit einer beim Publikum äußerst gut ankommenden 70er-Jahre-Show, die Junggarde, Skillz to move, Unpolished und der Fußballverein. Eine Lebacher Narren-Abordnung gestaltete auch in diesem Jahr wieder das Programm mit: Die als "Augenschmaus für die Damenwelt" angekündigte Prinzengarde des CVL glänzte mit artistischen Hebefiguren und setzte nach dem tosenden Applaus spontan noch eins drauf: "Ausmarsch heißt in Lebach Zugabe", stellte der Sitzungspräsident fest - zur Freude des Publikums. Letzteres rostete an diesem Abend ebenfalls nicht ein: Zur Auflockerung gab es zwischendurch ein paar Schunkler.

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Auf einen BlickMitwirkende: Sitzungspräsident Günter Schmitt; Elferrat; Prinzenpaar Ingrid I. und Stefan II.; Fanfarenzug Eppelborn (Leitung Marino Trenz); Mini-Garde (Trainerinnen: Petra und Kelly Trenz); Junggarde (Trainerinnen: Stefanie Darlagianni und Stefanie Saar); Funken- und Prinzengarde (Trainerinnen: Alessa Hesedenz und Melanie Schmitt); Prinzengarde des CVL (Trainer: Harald Winter); Skillz to move vom TV Eppelborn (Trainerin: Svenja Schmitt); Unpolished (Trainerin: Susen Theis-Ball); FVE (Trainerinnen: Svenja Schmitt und Julia Lambert); Thomas Kuhn vom HUKV; Tobias und Harry Moser als Babba un Buub; Peter Leinenbach als Tobisch Johann; Dorothea Klesen als Josefine aus dem Altenheim; Harald Winter und Sascha Forster vom CVL als Tramps von der Theel; Eveline Kirsch als Lieblingsschwester der Braut und Wolfgang Werner als Mann mem Schirmche. ani