Püppchen erwachen zum Leben

Eppelborn. Mit einem Höhepunkt endeten am Freitag die 21. Eppelborner Figurentheater-Tage. Das Hohenloher Figurentheater - seit Jahren gut bekannt beim Festival - war mit seiner Inszenierung von Carlo Goldonis "Der Diener zweier Herren" in den Big Eppel gekommen

Eppelborn. Mit einem Höhepunkt endeten am Freitag die 21. Eppelborner Figurentheater-Tage. Das Hohenloher Figurentheater - seit Jahren gut bekannt beim Festival - war mit seiner Inszenierung von Carlo Goldonis "Der Diener zweier Herren" in den Big Eppel gekommen. Seit fast drei Jahrzehnten begeistern die beiden Puppenspieler Johanna und Harald Sperlich mit ihrem Können das Publikum. Auch am Freitag zeigten sie mit virtuoser Stimmentechnik, flinken Händen und geübten Schritten, was den Reiz dieser besonderen Form des Theaters ausmacht. Die bis ins Detail ausgearbeiteten Figuren agierten so lebendig auf der Bühne, dass ihr hölzernes Dasein fast in Vergessenheit geriet. So war es auch nur folgerichtig, dass nicht nur die Spieler selbst, sondern auch jede der 80 Zentimeter großen, handgeschnitzten Marionetten am Ende einzeln auf die Bühne zurückkehrte, um sich den verdienten Applaus der mehr als 150 Zuschauer abzuholen. Das turbulente Verwirrspiel um den Diener Truffaldino wurde bereits 1746 uraufgeführt und zählte zu den Höhepunkten der Commedia dell'Arte. Auch am Freitag wurde das Stück gefeiert, das nach all den Jahren nichts an Charme, Witz und Leichtigkeit eingebüßt hat. Festivalorganisator Aloysius Scholtes vom Kulturamt ist mehr als zufrieden. "Das war ein sehr schöner Abschluss für unsere Theatertage und eines der Highlights in diesem Jahr. Wir hatten in diesem Jahr knapp 2500 Besucher, womit wir sehr zufrieden sind. Die drei Abendvorstellungen zogen so viel Publikum an, wie noch nie zuvor. Aber auch die sonstige Nachfrage war so groß, dass aus den ursprünglich geplanten 16 Vorstellungen am Ende 19 wurden. Einzig die beiden Nachmittagsvorstellungen wurden nicht so stark angenommen." Bei Aufführungen mit kleinen Figuren sei es wenig sinnvoll, betonte Scholtes, diese für mehr als 120 Personen anzusetzen. Das Wagnis, in diesem Jahr erstmals ein Schattentheater nach Eppelborn einzuladen, habe sich bezahlt gemacht. "Das kam bei den Besuchern wirklich sehr gut an und hat unser Spektrum wieder einmal erweitert. Vom klassischen Figurentheater bis zum offenen Spiel ist bei uns alles vertreten." Der Erfolg des Festivals hänge sicherlich auch mit der guten Zusammenarbeit zwischen Organisatoren und Schauspielern zusammen, so Scholtes. "Wir haben mit den Figurentheater-Tagen eine Nische gefunden und genießen in der Szene einen guten Ruf. Die Theater kommen gerne zu uns und schätzen die gute Betreuung. Dementsprechend offen und unkompliziert sind die Akteure dann auch. Von Allüren ist da keine Spur. Unser langer Atem hat sich über die Jahre ausgezahlt." Wegen der live gespielten Gitarrenmusik sei "Tom Sawyer" einer seiner Favoriten in diesem Jahr gewesen, verriet der Blues-Fan, der bereits in den Vorbereitungen fürs kommende Jahr steckt. "Nach dem Festival ist vor dem Festival", lautet sein Motto. "Wir hatten in diesem Jahr knapp 2500 Besucher."Aloysius Scholtes, Festivalorganisator

Püppchen erwachen zum Leben

Auf einen BlickDie 21. Figurentheater-Tage in Zahlen: 2500 zahlende Gäste lockte das Festival in diesem Jahr zu den insgesamt 19 Vorstellungen, die an fünf Spielstätten aufgeführt wurden. Besonders gut besucht waren die Abendveranstaltungen mit einem Schnitt von mehr als 150 Zuschauern. Acht unterschiedliche Figurentheater führten an den sieben Festivaltagen 13 verschiedene Stücke auf. Darunter Inszenierungen für Kinder ab drei Jahren und Vorstellungen die für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet waren. Die 22. Eppelborner Figurentheater-Tage finden vom 1. bis zum 8. April 2011 statt. pra