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Premiere in Humes
Die Zuschauer haben Tränen gelacht

Zankgespräch der Eheleute Heppner und heimliche Mithörerinnen im Hintergrund.
Zankgespräch der Eheleute Heppner und heimliche Mithörerinnen im Hintergrund. FOTO: Maria Böwen-Dörr / Maria Boewen-Dörr
Humes. Der Theaterverein Saargold Humes lässt bei seinem neuen Stück die Sau raus. Das Publikum jedenfalls war rundum begeistert.

Mit einer vergnüglichen Aufführung des Dreiakters „Lass die Sau raus!“ begeisterten neun Laiendarsteller des Theatervereins „Saargold“ bei der Premiere im Pfarrsaal. Was das Team unter der Regie von Annette Lambert auf die Bühne zauberte, war ein gezielter Angriff auf die Lachmuskeln des Publikums. Die Inszenierungen lebten von wilden Spekulationen, folgenreichen Verwechslungen und haarsträubenden Verdächtigungen, bei denen auch die Polizei ergebnislos auf den Plan gerufen wurde.


Um was ging’s bei dem Dreiakter von Andreas Wening? Vordergründig um Anita – dabei handelte es sich nicht um die Geliebte von Norbert Heppner, sondern um eine kapitale Zuchtsau, welche sich die Familie vorsorglich zulegte, weil sie von den Schreckensmeldungen über Skandalfunde in Nahrungsmitteln genervt war. Der Versuch der Hausherrin Karin Heppner, das Essen auf vegetarische Kost umzustellen, funktionierte nämlich nicht. Deshalb raufte sich das zunächst zankende Ehepaar Heppner zusammen und entschied sich für die Anschaffung dieser Sau. Da sich Norbert Heppner jetzt aber fast ausschließlich mit dieser Sau namens Anita beschäftigte, sorgte das wiederum für Zank im Hause Heppner und für lautstarke Diskussionen.

Die Nachbarinnen Selma Sulzbach und Lotte Reischel, die ihre Ohren überall haben, bekamen allerdings nur einen Bruchteil mit und zogen falsche Schlüsse mit weitreichenden Folgen. Die Komödie nahm jedenfalls ihren Lauf, besonders wenn sich Norbert Heppner damit brüstet, seine Anita stundenlang zu bürsten oder wenn Karin Heppner in der Küche einen Hasen zersägt. Die Unglücksfälle mit einer Betäubungspistole sorgten für kriminalistische Spannung. Die Darsteller spielten alle authentisch ihre Rollen. Gestik und Mimik beherrschten sie perfekt. Immer wieder wurden sie vom Publikum mit Szenenapplaus bedacht, denn die Besucher haben Tränen gelacht bei den vielen witzigen Falschinterpretationen.



Die Generalprobe verlief also ausgezeichnet; einen zweiten Auftritt hat die Theatergruppe am Samstag, 8. Dezember, 20 Uhr, im Big Eppel. In den Startlöchern stehen bereits Hans-Jürgen Lambert alias Norbert Heppner und seine Ehefrau Karin (Hiltrud Kläs, Mirco Heppner alias Matthias Schikofsky, Opa Erwin (Thomas Gantner), Lotte Reischel alias Fabienne Rech, Selma und Georg Sulzbach, gespielt von Eva Hoffmann und Volker Schorr, Hannes Wetzstein alias Peter Schikofsky, Anita Amaryl alias Marianne Hoffmann. Bruno Kläs soufflierte.

Für den Bühnenbau verantwortlich war Thorsten Biesel und sein Bühnenexperten-Team. Für ansprechenden Hörgenuss sorgte Edgar Schwarz und für die ebenso ansprechende Maske Mechthild König. Als Frau für alle Fälle war Anni König ansprechbar.

(bd)