| 20:28 Uhr

Kurzweiliger Theaterabend
Polizist Dimpel trumpft mächtig auf

Nach der erfolgreichen Probenarbeit freut sich das Ensemble des Theaterverein Saargold Humes nun auf die Aufführungen.
Nach der erfolgreichen Probenarbeit freut sich das Ensemble des Theaterverein Saargold Humes nun auf die Aufführungen. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Eppelborn. Der Theaterverein „Saargold“ Humes feiert einen schönen Erfolg mit „Der entführte Selbstmordeinbruch“. Von Carolin Merkel

Zugegeben, der Titel des Theaterstücks, das der Theaterverein „Saargold“ Humes nach der erfolgreichen Premiere im Pfarrsaal in Humes am vergangenen Samstagabend im Big Eppel erneut vor großem Publikum aufführte, klang ein wenig sperrig. Doch mit „Der entführte Selbstmordeinbruch“ hätte Autor Wolfgang Bräutigam nicht treffender formulieren können, was die Zuschauer in diesem sehr turbulenten Stück erwartet. Angefangen von gleich zwei missglückten Entführungen von Frau Ebner über einen Selbstmordversuch im Wallenborn, der sich als „Seepferdchen-Inhaber“ nicht gerade zum Freitod eignet bis hin zu einem Einbruch ins Eppelborner Rathaus, was auch immer es dort zu holen gibt, bot das Stück eine Menge an Unterhaltungswert. Spielleiterin Annette Lambert hatte mal wieder nicht nur das perfekte Stück für einen kurzweiligen Theaterabend ausgesucht, sondern auch die Rollen herausragend besetzt.


Allen voran trumpfte Vorsitzender Gerhard König als Polizist Josef Dimpel in seiner absoluten Paraderolle auf. Gutgläubig, übermotiviert, vor allem aber auch ein bisschen naiv fiel er auf die Tricks sämtlicher Akteure auf der Bühne herein. Und das brachte erst recht Tempo in die Geschichte rund um Familie Ebner. Deren Baufirma steht kurz vor dem Bankrott, jeder versucht, auf seine Weise, das Unternehmen zu retten. Und da kommen eben Selbstmord, wenn man denn eine gute Lebensversicherung hat, Einbruch mit der perfekten Tarnung oder eben eine Entführung mit Aussicht auf Lösegeld in Frage. Sein Debüt meisterte in dieser Spielzeit bei de Erwachsenen Matthias Schikofsky. Er gab den Lehrbuben Thomas Klein, der kurzerhand mit der Chefin, glänzend gespielt von Anni König, im Rathaus eingestiegen war. Um nichts verlegen, gab er ihr gerne ein falsches Alibi. Er war es auch, der den vermeintlich ins Wasser gegangenen Chef Hubert Ebner alias Thorsten Biesel, als erstes wieder unter den Lebenden wusste. Spätestens als Biesel mit nichts als einem Karton um die Hüften bekleidet, auf die Bühne stolpertet, da kochte die Stimmung im Saal. Es waren die großen Gags, die irrsinnigen Verwechslungen, die das Publikum als Wissende von Anfang an mitrissen. Aber auch die zahlreichen Klischees, angefangen bei der Baufirma über die Feuerwehr bis hin zur Versicherungsdame, großartig von Caroline Gantner in Szene gesetzt, sorgten für zahlreiche Lachtränen. Dass das Stück am Ende natürlich gut ausgeht, auch dafür ist der Theaterverein Humes mit seinem versierten Ensemble rund um Annette Lambert bekannt. Mit einem langen und tosendem Applaus bedankte sich das begeisterte Publikum, das trotz Sommerwetter am Samstagabend den Big Eppel fast bis auf den letzten Platz gefüllt hatte.