Platzwunden waren sehr beliebt

Zauberkünstler Saarbra-Kadabra, Kinderschminken beim DRK, Kinderflohmarkt und natürlich der Luftballon Weitflug-Wettbewerb: In Eppelborn wurde der Tag der Jugend gefeiert.

Dicke, dunkle Regenwolken ziehen am Samstagnachmittag über den Eppelborner Marktplatz. Doch selbst, als es immer wieder nieselt, kann das die Stimmung auf den Bänken vor der großen Bühne nicht trüben. Im Gegenteil: Frenetisch klatschen die Jungen und Mädchen , als Zauberkünstler Saarbra-Kadabra alias Rainer Stürmer immer mehr von den roten Bällen verschwinden lässt und damit nicht nur den Nachwuchs, sondern auch die Erwachsenen verblüfft.

Tosender Beifall für die gelungene Vorstellung ist der Dank beim inzwischen 31. Tag der Jugend in Eppelborn . Der findet traditionell an Maria Himmelfahrt, dem 15. August, statt und steht bei vielen Familien fest im Terminkalender. So wie bei Anke Nicolay, die aus Lebach in diesem Jahr mit ihrer zwei Jahre alten Tochter vorbeigekommen ist. Sie nutzt die Gunst der Stunde, hat während der Zaubervorführung schnell einen Platz beim Jugendrotkreuz erobert, Tochter Enya wird am Schminktisch in einen kleinen Schmetterling verwandelt. "Ich komme gerne hierher, es ist einfach ein tolles Angebot für alle Altersklassen", sagt sie. Das kann der 13 Jahre alte Justin nur bestätigen. Auch ihn zieht es zum Kinderschminken, allerdings will er sich nicht in einen Superhelden verwandeln, hat sich bei Petra Schäfer eine täuschend echte Platzwunde über dem Auge ausgesucht. "Bei den jüngeren sind Prinzessin oder Blumenmädchen beliebt, doch die größeren erreichen wir mit unseren Verletzungen", sagt die Betreuerin vom DRK, sonst als Helferin in der Not, am Samstag ausnahmsweise mal zuständig für zahlreiche Wunden und blaue Augen. Bis zum Zelt des Jugendrotkreuz ist die elf Jahre alte Chiara aus Wiesbach noch nicht vorgedrungen. "Ich habe ein Flugzeug gebastelt, jetzt wollen wir hier die Nägel in den Baumstamm hauen", sagt das Mädchen und lässt sich von Werner Brill vom DGB-Ortsverband den Hammer geben.

Schnell hat sie den Nagel versenkt. "Es gibt sehr gute Jungs, aber auch sehr talentierte Mädchen ", sagt Brill diplomatisch. Schließlich bekommen alle Kinder nach erfolgreichem Hämmern einen kleinen Preis, Chiara darf sich über Luftballon freuen, ihre Freundin Saskia bekommt Seifenblasen. Auf den großen Preis warten müssen die 250 Teilnehmer am Luftballon Weitflug-Wettbewerb, der traditionell seit 31 Jahren vom Städtepartnerschaftsverein ausgerichtet wird. "In den vergangenen Jahren sind etwa 50 bis 60 Ballon-Karten zurückgekommen, die weitesten sind fast 400 Kilometer geflogen", erzählt Vorsitzender Hans Nicolay.

Als er etwa die Hälfte der Luftballons verteilt hat, packen die letzten Standbetreiber vom ebenfalls traditionellen Kinderflohmarkt, der seit dem frühen Morgen auf den Marktplatz lockt, ihre Sachen zusammen. Noch bis zum frühen Abend herrscht eine entspannt, lockere Atmosphäre bei den Kindern und Eltern auf dem autofreien Marktplatz.