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Nur noch kleinere Restarbeiten auf der Illtalbrücke zu erledigen

Landesbetrieb für Straßenbau : (Fast) freie Fahrt über die Illtalbrücke

Das Millionen-Bauwerk ist seit Donnerstag letzter Woche in Richtung Saarbrücken frei befahrbar. Am kommenden Mittwoch sollen die Spuren Richtung Trier freigegeben werden.

Nach rund 45 Monaten hatte das Warten am Donnerstag vergangener Woche ein Ende. Seitdem heißt es: Richtung Saarbrücken freie Fahrt auf der neuen Illtalbrücke, deren Spuren nun für den Verkehr freigegeben wurden. Am kommenden Mittwoch sollen die Spuren Richtung Trier folgen. Derzeit werden dort noch kleinere Restarbeiten erledigt, wie zum Beispiel beschädigte Bordsteine instand gesetzt. Auch an der Mittelstreifenüberfahrt wurde gearbeitet, teilt der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) am Donnerstag mit.

Der Aufwand für das Millionenprojekt sei natürlich größer gewesen als bei anderen, „aber die Planung und die Abläufe haben sich nicht von unserer sonstigen Vorgehensweise unterschieden“, sagt LfS-Sprecher Christian Altmann.

Dass der Ersatzneubau für die alte Brücke aus dem Jahr 1963 fast doppelt so lange dauerte wie ursprünglich angepeilt (24 Monate), hat verschiedene Gründe: Der Plan, die Brücke in größeren Segmenten abzureißen, stellte sich als zeitintensiver heraus als anfangs eingeplant. Auch machte der Baugrund und die Aufstellfläche für Geräte und den Kran Probleme. Die sprichwörtliche Insellage auf sumpfigen Untergrund im Bereich der Ill machte besondere Sicherungsmaßnahmen und Vorbereitungen des Untergrundes notwendig. Zudem zählte die Sicherung des auf der Bundesstraße fließenden Verkehrs und der Bahnstrecke zu den Herausforderungen des Neubaus. Aufgrund der ausgewiesenen Vogelschutz-, Naturschutz-, und Landschaftsschutz-Gebiete mussten zudem zahlreiche weitere Auflagen im Planfeststellungsverfahren berücksichtigt werden. Unter anderem wurde eine neue Behausung für Mausohrfledermäuse, die sich in der alten Brück angesiedelt hatten, errichtet. Auch wurde die Anzahl der Pfeiler von vier auf drei reduziert, um die Eingriffe in die Natur und Landschaft zu minimieren, so der LfS.

Mit dem Abriss des 55 Jahre alten Brückenteils – der benachbarte ist zehn Jahre jünger – hatten im Frühjahr 2017 die Bauarbeiten begonnen. Verkehrsministerin Anke Rehlinger bezeichnete das Projekt an der Autobahn 1 damals als „Beseitigung eines lästigen Nadelöhrs und erheblichen Gewinn für Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit“. Das Bauwerk wurde zuvor von rund 26 000 Fahrzeugen täglich genutzt. Die Ministerin gab deshalb das Ziel aus, den Brückenteil in Fahrtrichtung Saarbrücken komplett zu erneuern und zu verbreitern. Das alte Bauwerk genügte mit einer Fahrbahnbreite von 8,5 Metern nicht den heutigen Anforderungen an eine Bundesautobahn. Das neue Bauwerk wurde durch einer Verlängerung eines Beschleunigungsstreifens der nahen Anschlussstelle Eppelborn auf 12,5 Meter verbreitert. Der Beschleunigungsstreifen inklusive der Verlängerung der Anschlussstelle Eppelborn wurde so auf eine gemäß den Richtlinien für die Anlage von Autobahnen entsprechende Länge von mindestens 250 Metern ausgebaut. Diese Verlängerung stelle eine erhebliche Verbesserung der Verkehrssicherheit dar, verspricht der Landesbetrieb für Straßenbau.

Doch auch Bedenken im Hinblick auf die grundsätzliche Sicherheit und Tragfähigkeit der alten Brücke spielten beim Neubau eine Rolle. Das ersetzte Teilbauwerk 2 auf der Richtungsfahrbahn Saarbrücken wurde unter dem Diktat einer schnellen, kostengünstigen und materialsparenden Bauweise errichtet, erklärt der LfS. Hieraus resultiert, dass im Bauwerk sehr viel Spannstahl aber nur sehr wenig schlaffe Bewehrung verwendet wurde. Brücken dieser Bauart zeigen nach Überlastung keine von außen sichtbaren Schäden – können aber trotzdem beeinträchtigt sein. Deshalb wurde die Bausubstanz im Februar 2013 geöffnet und auf konkrete Schäden im Inneren untersucht. Die Untersuchung ergab, dass die mehrere Zentimeter unter der Fahrbahnabdichtung liegenden Spannköpfe stark durch Korrosion geschädigt waren, sodass teilweise keine Rückverankerung mehr vorlag.

Für die Gesamtmaßnahme hatte der LfS rund 13,4 Millionen Euro (brutto) einkalkuliert, die vollständig vom Bund getragen werden. Dieser Kostenrahmen wird eingehalten. Die Kosten für die Planung und die Bauaufsicht beliefen sich auf rund 1,5 Millionen Euro und gehen überwiegend zu Lasten des Landes. Die Planungskosten für den Brückenbau allein beliefen sich auf etwa 166 000 Euro und wurden vom Bund mit drei Prozent der Baukosten bezuschusst.