Eppelborner Heimatheft Nr. 21 Von der Schulchronik bis zur Rockband

Eppelborn · Die neue Ausgabe der Eppelborner Heimathefte versammelt ganz unterschiedliche Themen aus der Geschichte der Gemeinde.

 Das neue Eppelborner Heimatheft Nr. 21 wurde im Koßmannforum im big Eppel mit den Autoren vorgestellt

Das neue Eppelborner Heimatheft Nr. 21 wurde im Koßmannforum im big Eppel mit den Autoren vorgestellt

Foto: Hans Günther Maas

Im Koßmann-Forum des Big Eppel stellte der Förderkreis für Heimatkunde und Denkmalpflege Eppelborn die Ausgabe 21 der Eppelborner Heimathefte vor. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Trio Bonner vom Akustik-Projekt Singlut. Bürgermeister und Ehrengast Andreas Feld war erfreut über die große Anzahl der Besucher, darunter viele Ortsvorsteher der Gemeinde Eppelborn. Er dankte dem Förderkreis für sein Engagement und beglückwünschte den Verein zur Veröffentlichung der neuesten, sehr gelungenen Ausgabe der Heimatheftreihe.

Seit nunmehr 40 Jahren gibt der Verein die Hefte heraus, die sich in Eppelborn und Umgebung großer Beliebtheit erfreuen. Hans Günther Maas, der Vorsitzende des rührigen Vereines, zog eine beeindruckende Bilanz. Die Ziele, die in der ersten Ausgabe im Dezember 1983 formuliert wurden, seien immer noch aktuell. Seitdem wurden rund 270 Beiträge von 75 Autorinnen und Autoren publiziert mit einem Gesamtumfang von rund 3000 Seiten.

Auch diesmal ist es dem Redakteur gelungen, einen bunten Strauß unterschiedlicher Themen zusammenzustellen. In der 148 Seiten starken Ausgabe mit rund 100 Abbildungen sind 20 Beiträge von 19 Autorinnen und Autoren zu finden. Gedruckt wurde das Heimatheft bei Ralf Anschütz Grafik, Layout und Druck, Uchtelfangen. Layout und Realisation stammen von Manfred Holz Marketing, Eppelborn. Der zeitliche Rahmen der Texte reicht vom 17. Jahrhundert bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts, von Klaus Felds „Ein Brunnen für das Herrenhaus Calmesweiler“ bis „Beat- und Rockbands der 60er Jahre in Eppelborn“ von Peter Ningelgen, Werner Schwirz und Erwin Stein.

Von drei Texten wurde der zweite Teil abgedruckt. Maria Siegers „Chronik der Wiesbacher Schule“ und Hans Günter Maas‘ „Die Geschichte der Schule in Humes“ sowie von Roman Fixemer: „Aus den Anfangsjahren der Elektrizitätsversorgung in der heutigen Gemeinde Eppelborn“.

Wiederentdeckt wurde der Text „Vom Schreiber zum Bergmann“ des Eppelborner Ehrenbürgers, ehemaligen Reichstagsabgeordneten und Ministers der Völkerbundszeit, Bartholomäus Koßmann, den er unter dem Pseudonym „Vetter Matz“ im Saarbrücker Bergmannskalender 1947 veröffentlicht hatte.

Der Beitrag von Siegfried Josef Schäfer: „Meine Großmutter Margaretha“ aus dem Jahre 1980 ist ebenfalls posthum erschienen. Der Autor stellt das entbehrungsreiche Leben von Margaretha Schäfer geborene Glatz aus Humes dar. Ergänzungen und Abbildungen stellte Dr. Axel Schäfer, der Sohn des Autors zur Verfügung. Ein Beitrag, an dem man viel zur Alltags- und Sozialgeschichte der Region ablesen kann.

Dr. Werner Friedrich Morgenthal geht auf die Geschichte des Dirminger Bürgers Rudolf Wohlfahrt und seiner Familie ein. Wohlfahrt betätigte sich ursprünglich in der NSDAP. Als er die Partei verließ, wurde er für geisteskrank erklärt und 1941 in der Mordanstalt Hadamar getötet. Der Autor leistet einen wichtigen Beitrag zur saarländischen Gedenkstättenarbeit. Für Rudolf Wohlfahrt wurde am 8. Mai 2022 vor seinem letzten frei gewählten Wohnsitz in Dirmingen ein Stolperstein verlegt, erstmals in der Gemeinde Eppelborn.

Gewalt spielt auch in dem kleinen Beitrag von Franz Josef Schäfer eine Rolle, der vom gewaltsamen Tod von Andreas Schmitt aus Humes vor einer Wustweiler Gaststätte im Jahre 1909 handelt.

Hans Günther Maas beleuchtet die Hintergründe des mysteriösen Todes des Dirminger Försters Leopold Merl im Jahre 1911.

Bodo Bost möchte mit der Lebensgeschichte von Peter Schmitt (Bruder Theodulph) den Steyler Missionar aus Wiesbach vor dem Vergessen bewahren. 1895 wurde er nach Neuguinea ausgesandt, erkrankte aber 1895 schwer und verließ die Ordensgemeinschaft. In Australien arbeitete er als Kellner, unternahm dann eine Schiffsreise nach Rom, um in den Trappistenorden einzutreten. Seine Spur konnte nicht weiter verfolgt werden. Bost nimmt an, dass Br. Theodulph auf See gestorben und anonym seebestattet wurde.

Die Leserinnen und Leser finden im aktuellen Eppelborner Heimatheft außerdem drei Beiträge von Michael Bonner zum Gütertransport vor langer Zeit in Eppelborn, über „Et Päädchee“ auf dem Matzenberg in Eppelborn sowie ein heiteres Gedicht über die Geiß aus der Eppelborner Mundartkiste.

Thomas Besse stellt imposante Grenzkarten von 1767, als die Reichsgrenze das Gebiet der heutigen Gemeinde Eppelborn zerteilte, vor; Dr. Karl-Ferdinand Beßelmann würdigt den einstigen Eppelborner Pfarrer Peter Müller und seine Veröffentlichungen.

Franz Josef Schäfer stellt einen beschämenden Vorgang 1904 in einem Bergarbeiterzug vor.

Thomas Fläschner und Peter Stein befassen sich mit dem Bergmannspfad in Wiesbach und Frank Klein mit den Mühlen in Dirmingen. Die überaus interessante Publikation wird abgerundet durch Arno Meisers Mundartgedicht „Der Schopp“.

 Lehrerkollegium von Wiesbach um 1914

Lehrerkollegium von Wiesbach um 1914

Foto: Archiv Maas
 Matzenberger Kinder auf einem Leiterwagen 1959

Matzenberger Kinder auf einem Leiterwagen 1959

Foto: Archiv Maas
Jahrgang 1914 von Humes

Jahrgang 1914 von Humes

Foto: Archiv Maas
 Jahrgang 1914 von Humes Foto: Archiv Maas

Jahrgang 1914 von Humes Foto: Archiv Maas

Foto: Archiv Maas
Jahrgang 1914 von Humes

Jahrgang 1914 von Humes

Foto: Archiv Maas

Das Heimatheft des Förderkreises  kann zum Preis von 15 Euro bei folgenden Verkaufsstellen erworben werden: Levo Bank in Eppelborn und Wiesbach, Sparkasse Neunkirchen in Eppelborn, Gemeindeverwaltung Eppelborn, Bürgerinfo, Rathausstraße 27.

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