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Neuer Kindergarten scheint wieder möglich

Wiesbach. Seit 2010 haben sich die Planungen hingezogen, letztlich hat die Landesregierung alle Pläne zu Neubauten von Kindergärten gestoppt. Doch nun könne man wohl wieder Fahrt aufnehmen, so Wiesbachs Ortsvorsteher Klaus Herold. Carolin Merkel

Gleich fünf junge Mütter verfolgten am vergangenen Mittwochabend die Ortsratssitzung Wiesbach im Schankraum der Wiesbachhalle. Geduldig hörten sie den Ausführungen des Ortsvorstehers Klaus Herold zum Tagesordnungspunkt "Situation der Kindertagessstätte St. Konrad" zu. Vor allem die baulichen Mängel der Einrichtung, die Diskussion um eine Sanierung oder einen Neubau beschäftigen die Gemeinde bereits seit dem Jahr 2010 , wie Herold erläuterte. Da wurde von der Kirchengemeinde ein Gutachten in Auftrag gegeben, das einen Sanierungsbedarf von 1,5 Millionen feststellte. "Noch im gleichen Jahr stellte die Kirchengemeinde entsprechende Anträge an Land und Bistum", erläuterte der Ortsvorsteher. Danach passierte zwei Jahre nichts, erst im Herbst 2012 setzten sich Vertretern von Land, Kommunen, Bistum und Kirche zusammen und kamen zum Entschluss, einen Neubau mit geschätzten Kosten von zwei Millionen Euro sei die bessere Lösung. "Der Ortsrat Wiesbach nahm den Neubau in seine Prioritätenliste auf, die Gemeinde Eppelborn stellte im Doppelhaushalt von 2013/14 für jedes Jahr 200 000 Euro ein", erklärte er. Geplant oder gar gebaut werden konnte jedoch nicht, die Landesregierung stoppte alle Pläne zu Neubauten von Kindergärten - gefördert wurde in den Jahren 2013/14 der Krippenausbau, wie Herold weiter ausführte. Nun, so erläuterte er, gibt es wieder Geld vom Land, der Kindergarten Dirmingen stehe ganz oben auf der Prioritätenliste, aber auch in Wiesbach solle etwas passieren. Weiterhin spricht sich die Kirchengemeinde für einen Neubau aus, das Bistum möchte die Bauträgerschaft an die Gemeinde Eppelborn abgeben, die KITA gGmbH erklärt sich bereit, auch zukünftig die Betriebsträgerschaft zu übernehmen, so die abschließende Ausführungen des Ortsvorstehers. Simone Bohn, Vorsitzende des Fördervereins der Kita, fasste sich ein Herz und fragte, ob sie auch in der Sitzung das Wort ergreifen dürfe. Einstimmig sprachen sich die Ortsratsmitglieder dafür aus, betroffene Gesichter waren die Folge, als Bohn zusammen mit der Vorsitzenden des Vorschulausschusses, Martina Freihöfer, über den desolaten baulichen Zustand, vor allem aber auch über das ihrer Meinung nach fehlende pädagogische Konzept, dazu die große Fluktuation der Mitarbeiterinnen in der Einrichtung, berichteten. "Wir wollen den Kindergarten in Wiesbach behalten, nur deshalb sind wir mit unseren Kindern noch hier. Doch mit gutem Gewissen empfehlen würde ich diese Einrichtung keiner Mutter", bekannte Simone Bohn. Nun will sich der Ortsrat so schnell wie möglich mit dem Träger und der Leitung sowie den besorgten Eltern zusammensetzen. (wir werden noch berichten)