Nasenputzer aus der ganzen Welt

Habach. Papiertaschentücher - oder wie in aller Munde einfach nur Tempos - hat so ziemlich jeder in der Tasche. Ein Gebrauchsgegenstand, den man schnell zur Hand haben muss, wenn einmal die Nase läuft. Für Simone Maas aus Habach sind diese Papiertaschentücher aber noch viel mehr. Denn sie ist leidenschaftliche Sammlerin

Habach. Papiertaschentücher - oder wie in aller Munde einfach nur Tempos - hat so ziemlich jeder in der Tasche. Ein Gebrauchsgegenstand, den man schnell zur Hand haben muss, wenn einmal die Nase läuft. Für Simone Maas aus Habach sind diese Papiertaschentücher aber noch viel mehr. Denn sie ist leidenschaftliche Sammlerin. Insgesamt nennt sie 3000 Taschentuchpäckchen aus 51 Ländern ihr Eigen. Die Sammelleidenschaft liegt in der Familie: "Mein Vater hat Streichholzpäckchen gesammelt und meine Tante Würfelzuckerpäckchen. Das hat mich irgendwie fasziniert. Mit zehn Jahren habe ich bei meiner Oma zehn Tempo-Päckchen aus der Apotheke entdeckt." Diese hatten ihr so gut gefallen, dass sie anfing zu sammeln. Seitdem ist sie der Sammelmanie verfallen."Mein Ziel war es irgendwann, eine Guinness-Urkunde dafür zu bekommen", so die 33-Jährige. Und das gelang ihr auch, nämlich 2001 mit 1318 Päckchen aus 42 Ländern.Wie kommt man zu so vielen verschiedenen Papiertaschentüchern? "Bevor unsere Zwillinge kamen, haben wir selbst sehr viele Fernreisen gemacht. So haben wir beispielsweise aus Asien, Australien oder auch Brasilien selbst Großpackungen mitgebracht", erzählt die Sammlerin im SZ-Gespräch. Aber auch Freunde müssen für die Leidenschaft der 33-Jährigen herhalten: "Unsere Freunde bringen aus dem Urlaub immer wieder neue Exemplare mit. Oder sie schenken sie mir zu Weihnachten. Damit kann man mir eine Freude machen."Über das Internet tritt sie in Kontakt mit Gleichgesinnten, untereinander tauscht man dann das ein oder andere Päckchen, das man selbst noch nicht hat. "Ich fahre öfters auch nach Frankreich und schaue mich dort nach neuen Editionen um. Ich habe auch keine Scheu jemanden anzusprechen, der gerade ein Päckchen auspackt, das ich noch nicht habe und ihn darum zu bitten, es mir zu überlassen", gesteht die gelernte Werbekauffrau und lacht.Die Mutter von Zwillingen hätte selbst nie gedacht, dass es so viele verschiedene Papiertaschentuchpäckchen gibt: "Es gibt so viele verschiedene Marken. Und jede Marke bringt immer wieder neue Sondereditionen heraus." Ihre neueste Errungenschaft ist die Sonderausgabe zur Fußballweltmeisterschaft. Aber ihr Herz hängt an ihrem ältesten Stück: Ein Tempo-Päckchen aus den 50er Jahren, dessen Verpackung noch aus Pergamentpapier besteht. "Das habe ich in einer alten Handtasche meiner Oma gefunden. Darauf bin ich besonders stolz, denn die bekommt man heute nicht mehr", so die Expertin.Sie mag ihr Hobby, denn es sei günstig und zudem noch praktisch: "Falls ich jemals damit aufhören sollte zu sammeln, habe ich für mein Leben lang mit Tempos ausgesorgt." "Mein Ziel war es, irgendwann eine Guinness-Urkunde dafür zu bekommen."Simone Maas