Närrinnen und Narren sind an der Macht

Närrinnen und Narren sind an der Macht

Ortsvorsteher Berthold Schmitt hatte in diesem Jahr die Verteidigungsstrategie ausgearbeitet. Dennoch gelang es – erwartungsgemäß – den Eppelborner Narren, den Big Eppel zu stürmen.

Bei Kaiserwetter marschierten die Eppelborner Narren am Samstagmorgen unter den Klängen des Instrumentalvereins sowie zahlreichen Alleh-Hopp-Rufen Richtung Big Eppel . Und an einem ließen die Vorsitzenden und Tollitäten der Eppelborner Karnevalsvereine von Anfang an keinen Zweifel: Auch in diesem Jahr war das erklärte Ziel, den Big Eppel zu stürmen und bis Aschermittwoch das Feiern in der Gemeinde hochzuhalten. Zur Verstärkung hatten sie sich das Prinzenpaar aus dem benachbarten Lebach eingeladen, das es mit unzähligen Süßigkeiten verstand, ebenfalls vom Eppelborner Narrenvolk entlang der Straße gefeiert zu werden. "Es ist jedes Jahr der gleiche Mist. Da stehen sie, die Angsthasen auf dem Balkon , haben die Hosen voll, man kann es bis hier unten riechen. Und zur Verstärkung dienen bezahlte Söldner der Gemeinde", erklärte FEV-Elferratspräsident Günter Schmitt. Und während Ortsvorsteher Berthold Schmitt, der dieses Jahr die Verteidigungsstrategie ausgearbeitet hatte, zur ersten Verteidigungsrede ansetzte, donnerten bereits die ersten drei Schüsse, abgegeben vom Schützenverein, der sich ebenfalls auf die Seite der Narren geschlagen hatte, hinauf zum Balkon .

"Schlüssel her, sonst kostet es dich den Kopp", sagte Günter Schmitt - was sich darauf reimt ist wohl jedem klar. Aber auch die Vorsitzenden der Karnevalsvereine aus Dirmingen, Bubach-Calmesweiler Humes und Habach zeterten nicht lange, brachten ihre stichhaltigen Argumente vor und erwarteten endlich die Kapitulation der Beamten, "deren Schweiß man endlich mal riechen konnte", wie Günter Schmitt feststellte. Schließlich war es am Eppelborner Dreigestirn Prinzessin Simone I., Jungfrau Alexandra I. und dem legendären Bauer Annabelle I., die Machtübernahme einzuleiten. "Wir wollen schunkeln, tanzen und lachen, zeigt endlich die weiße Fahne und macht es uns nicht so schwer. Sonst schicken wir euch unseren Bauern hinauf", drohte die Prinzessin und erhielt vom Narrenvolk tosenden Beifall. Da konnte selbst Beigeordneter Werner Michels, den Schmitt als letzte Waffe zur Hilfe genommen hatte, nichts mehr ausrichten. Mit weiteren Schüssen fiel der Big Eppel , die weiße Fahne wurde am Balkon gehisst, die Narren stürmen den Saal.

Dort war die Schlüsselübergabe an das Dreigestirn nur noch ein symbolischer Akt. Und schließlich sah man auch die, die so tapfer verteidigt hatten, am Büffet und auf der Tanzfläche kräftig feiern, schließlich ist Fastnacht nur einmal im Jahr und Aschermittwoch ist alles vorbei.