Nach einem Jahr Pause hat der Vokalkreis Wiesbach ein Konzert gegeben

Konzert in Wiesbach : „Wir mussten uns ganz neu aufstellen“

Nach mehr als einem Jahr Pause hat der Vokalkreis Wiesbach am Samstag unter dem Motto „Come t(w)ogether“ zu einem musikalisch außergewöhnlichen Konzerterlebnis eingeladen.

„Lassen Sie uns in einem Moment der Stille unserem Dirigenten Thomas Bost gedenken“, forderte Matthias Hoßfeld, Sänger und Moderator des Vokalkreis Wiesbach am Samstagabend die Konzertbesucher in der Alten Kirche in Wiesbach auf. „Thomas Bost war Dirigent, Mentor, Vorbild, Thomas Bost war der Vokalkreis“, brachte Hoßfeld auf den Punkt, was der Gründer und Leiter in den zahlreichen Jahren in Wiesbach geleistet hat. Die schwere Erkrankung, der Tod, all das stürzte auch den Chor im vergangenen Jahr in Trauer und Ungewissheit. „Wir mussten uns ganz neu aufstellen“, erklärte Hoßfeld.

Nachdem im vergangenen Jahr kein Konzert stattfand, hatten die rund 30 Sängerinnen und Sänger am Samstag unter dem Motto „Come t(w)ogether“ zu einem musikalisch außergewöhnlichen Konzerterlebnis eingeladen. Die Nachfrage des Publikums gab ihnen recht – die Alte Kirche zeigte sich bis auf den letzten Platz besetzt als perfekte Kulisse für den Wiederanfang. Die neue Dirigentin, Natalya Chepelyuk, spielte bei der Neuaufstellung des Vokalkreises eine nicht unwesentliche Rolle. Die aus Weißrussland stammende Berufsmusikerin leitet bereits einige Chöre im Saarland – darunter auch der HardChor aus Saarlouis-Lisdorf. Doch bevor die rund 20 Herren das Publikum mit nicht alltäglicher Männerchor-Literatur verwöhnten, war es an den Gastgebern, den Abend musikalisch zu eröffnen. Thomas Bost, das dürfte sicher sein, hätte das, was der Vokalkreis unter neuer Leitung darbot, sicherlich gut gefallen. Mit „Down by the riverside“ und „Lullaby of Broadway“ verbreitete der Klangkörper zum Einstieg ins Wochenende gute Stimmung im alten Gemäuer. Mit „Pink Panther“ bewies das Ensemble ein außergewöhnliches Rhythmusgefühl. „Natalya Chepelyuk hat eine neue Richtung in den Vokalkreis gebracht. Wir klingen anders, aber ich glaube, es gefällt den Konzertbesuchern“, erklärte Moderator Hoßfeld in der Pause. In die wurde das begeisterte Publikum mit dem One-Hit-Wonder „Rain in May“ geschickt.

Vor allem die „Special Effects“, die in die Alte Kirche prasselnden Regen zauberten, kamen beim Publikum bestens an. Viel Beifall gab es auch für den HardChor aus dem Kreis Saarlouis. Hier haben sich Männer zusammengefunden, die sich an außergewöhnliche Chorliteratur wagen. So dürfte der Metallica Klassiker „Nothing else matters“, wohl von den wenigsten Gästen erwartet worden sein. Selbst bei den in Männerchören beliebten Trinkliedern geht der HardChor neue Wege, rockte mit „Whisky in the jar“ die Alte Kirche. Und selbst das Gemäuer, längst profaniert, dürfte bei „All things bright and beautiful“, einem anglikanischen Kirchenlied aus dem Jahr 1848, ins Träumen geraten sein.

Am Ende gab es viel Beifall für die beiden Chöre, vor allem aber für den Vokalkreis Wiesbach, dem der Neustart gelungen ist – ohne seinen Mentor Thomas Bost zu vergessen.

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