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Tradition und Moderne
Musikverein Wiesbach will das Feuer weiterreichen

Der Musikverein Harmonie Wiesbach eröffnete das Jubiläumsjahr musikalisch. Deshalb wurde das obligatorische Neujahrskonzert gleichzeitig der Start der Feiern zum  800-jährigen Bestehen.
Der Musikverein Harmonie Wiesbach eröffnete das Jubiläumsjahr musikalisch. Deshalb wurde das obligatorische Neujahrskonzert gleichzeitig der Start der Feiern zum 800-jährigen Bestehen. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Wiesbach. Neujahrskonzert des Orchesters diente in diesem Jahr auch als Auftakt zum Jubiläum „800 Jahre Wiesbach“. Von Carolin Merkel

() Bereits seit vielen Jahren lädt der Musikverein Harmonie Wiesbach zum Jahresbeginn sein treues Publikum zum Neujahrskonzert in die Wiesbachhalle ein. Eine überaus gut besuchte Halle bot die passende Kulisse für ein abwechslungsreiches Musikprogramm. Das hatte Dirigent Carlo Welker mit einem auffallend jungen Orchester, „dem Jubiläumsorchester“, wie er betonte, zusammengestellt. Grund zum Feiern, den gibt es in Wiesbach, wie Vorsitzender Harald Schorr in seiner Begrüßung erläuterte, in diesem Jahr gleich mehrfach. So blicken die Musiker der Harmonie auf stolze 110 Jahre zurück, das Dorf Wiesbach dagegen feiert bereits seinen 800.Geburtstag. Und so diente das Konzert zugleich auch als Auftaktveranstaltung zu „800 Jahre Wiesbach“.


Für Harald Schorr ist gerade in der Zeit der großen Mobilität das Gemeinschaftsgefühl auf dem Dorf von großer Bedeutung, es sei wichtig, seine Heimat zu kennen. Als „bekennendes Dorfkind“ appellierte er an die Zuhörer, „Traditionen nicht als das Bewahren der Asche, sondern als das Weiterreichen des Feuers zu sehen“. Im Musikverein, das zeigte ein Blick in die vielen jungen Gesichter in alle Instrumentengruppen, ist dieses Feuer der Blasmusik längst in der jungen Generation angekommen. „Der Musikverein hat bereits eine lange kulturelle Geschichte, doch ich brauche mir bei den vielen jungen Mitgliedern keine Sorgen um seine Zukunft zu machen“, stellte Ortsvorsteher Stefan Löw fest.

Umso überraschter dürfte das Publikum dann bei der Auswahl des ersten Stücks gewesen sein. Ein zünftiges Stück Marschmusik, der „Hoch Badnerland Marsch“ diente dazu, das Publikum auf einen musikalischen Abend der Gegensätze einzustimmen. Moderiert wurde das kurzweilige Programm von Carlo Welker. Er hatte nach den einzelnen Stücken immer wieder anerkennende Worte und auch mal Beifall für seine Musiker übrig. Zum Geburtstag bemühte er unter anderem Andrew Lloyd Webber in die Wiesbachhalle. Zu einem echten Überraschungsmoment wurde der Auftritt der neu formierten Band „Daydream“. Die Gruppe um Sängerin Louisa Damer heizte gleich im ersten Teil mit „Je veux“ den Konzertbesuchern mächtig ein. Geglückt ist dann auch das im zweiten Teil präsentierte musikalische Experiment, das Orchester und Band vereinte. Auf neue, gesangliche Wege begab sich schließlich der Musikverein beim Stück „Dem Land Tirol die Treue“, als sich Großteil des Orchesters mit der Unterstützung durch das Publikum in einen großartigen Chor verwandelte. Die geschlossene Leistung der Instrumentalisten, aber auch die Soli bewiesen, in Wiesbach wird fundierter Musikunterricht gehalten – auch dieser sorgt für die Sicherung der Zukunft des 110 Jahre alten Vereins.