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Die Schule bleibt
„Der Standort bleibt erhalten“

 Die Grundschule Bubach-Calmesweiler präsentiert sich in gutem Zustand, die Gemeinde Eppelborn  als Schulträger möchte den Standort erhalten. Die Eltern aus dem Ortsteil auch.   Foto: Stefan Leidinger
Die Grundschule Bubach-Calmesweiler präsentiert sich in gutem Zustand, die Gemeinde Eppelborn als Schulträger möchte den Standort erhalten. Die Eltern aus dem Ortsteil auch. Foto: Stefan Leidinger FOTO: Stefan Leidinger
Eppelborn . Eppelborner Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset steht hinter der Grundschule Bubach-Calmesweiler. Von Solveig Lenz-Engel

Wenn es um das Thema Schulen geht, reagieren Politik und Eltern empfindlich. Man erinnere sich an das Jahr 2005, als unter Bildungsminister Jürgen SchreIer gut 30 Grundschulen im Saarland geschlossen wurden. Eppelborn mit seinen acht Ortsteilen behielt zwei Grundschulen mit vier Standorten (siehe Info). Viele Kinder sind, wie in anderen Gemeinden auch, „Fahrschüler“, bewältigen ihre Schulwege also per Bus. Aktuell ist der Grundschul-Standort Bubach-Calmesweiler als Dependance der Grundschule Eppelborn (siehe Info) in der Diskussion. Zurzeit werden acht Klassen im zentralen Ort der Gemeinde unterrichtet, zwei (eine zweite und eine vierte Klasse) in der Dependance. Die drei aktuellen ersten Klassen wurden alle in Eppelborn eingeschult. Eltern befürchten nun, Bubach-Calmesweiler könnte im kommenden Jahr geschlossen werden, wenn die Viertklässler ihre Grundschulzeit beenden. Dann verbliebe nur noch eine, dann dritte Klasse, am Standort, falls keine Abc-Schützen nachrücken.


Gegenüber der SZ bezog die Eppelborner Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset (SPD) ganz klar Stellung: „Das Zwei-Standorte-Modell mit Eppelborn und Bubach-Calmesweiler bleibt erhalten“, sagte die Verwaltungschefin am Mittwoch der SZ. Mit 16 bis 18 Erstklässlern aus Bubach-Calmesweiler/Macherbach könne für das Schuljahr 2019/2020 gerechnet werden. Damit ließe sich, möglichwerweise durch Auffüllen mit Kindern aus Eppelborn, eine Klasse bilden, was den Bestand von Bubach-Calmesweiler sichere. Die Gemeinde als Schulträger stehe hinter diesem Standort mit einem Gebäude, dessen Dach in Kürze für 270 000 Euro (mit Feuerwehr und Ortsvorsteherbüro) erneuert werden soll. Das hat der Eppelborner Gemeinderat auf den Weg gebracht.

Warum für das laufende Schuljahr keine erste Klasse in Bubach-Calmesweiler untergebracht wurde, erläuterte auf SZ-Anfrage Heiko Girnus, der zuständige Fachbereichleiter im Rathaus. Üblichwerweise seien zwei Klassen in Eppelborn und eine in Bubach-Calmesweiler untergebracht worden, wenn dafür ausreichend Ersklässler (der Klassenteiler liegt bei 29) angemeldet worden seien. Diesmal sei man von zwei Klassen ausgegangen, erst ganz kurzfristig habe sich die Option einer dritten Klasse ergeben, die dann auch Eppelborn zugeschlagen wurde.



Was Bubacher Eltern erzürnt – der SZ liegt ein Schreiben vor –  nicht nur verpassten ihre Kinder die Chance auf eine Wohnortschule, sondern müssten als Teilnehmer der freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) mittags ins Bubacher Gebäude, weil Eppelborn nicht genug FTGS-Plätze hat. „Völlig unnötige Fahrerei“, finden Eltern-Vertreter und machten ihrem Unmut auch bei einer Info-Versammlung am Dienstag im Rathaus Luft. Dort stellten sich Birgit Müller-Closset, die Eppelborner Schulleitung mit Bettina Henkes-Maubach und Johannes Meiser-Knapp, der Bubacher Ortsvorsteher Werner Michel (Freie Christdemokraten) der Diskussion. Der Ortsrat steht klar hinter „seiner“ Schule. Rund 50 Eltern waren gekommen, mehrheitlich aus Bubach-Calmesweiler; einige aber auch aus Eppelborn, wo befürchtet wird, dass Kinder von dort nach Bubach müssten, um dort die Klassenstärke zu sichern.

Um die Lage zu entspannen, schlägt Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset vor, die Schulbezirke zu öffnen. Will heißen, dass die Erziehungsberechtige, ohne einen Sonderantrag zu stellen, frei entscheiden können, welche Grundschule in der Gemeinde ihr Kind besuchen soll. Das würde der Flexibilität dienen, zumal viele Kinder ohnehin schon an jedem Schultag per Bus in Bewegung seien. Im Hin- und Herfahren von Lehrern zwischen Standorten sieht Müller-Closset angesichts der recht kurzen Strecken in Eppelborn wenig Probleme.