Mordsgaudi in der Hütte

Von Almhüttenromantik mit Schaffell vorm Kamin ist bei dem Lustspiel des Theaterveins Humes zwar keine Spur. Dafür gibt's aber jede Menge zu lachen. An diesem Samstag gibt es eine weitere Vorstellung.

Eins gleich vorweg - wer am vergangenen Samstagabend die Aufführung des Theaterverein Saargold Humes im Gasthaus Ziegler verpasst hat, braucht nicht traurig zu sein - vorausgesetzt, der kommende Samstag, 13. Dezember, 20 Uhr, ist bereits fest im Terminkalender vermerkt. Denn dann steht das Ensemble wieder auf der Bühne, dann im Big Eppel . Und die Akteure werden mit Sicherheit erneut ganz großes Theater bieten. Zur Premiere vom "Hüttenzauber und andere Geheimnisse" von Heider Mager konnten sich die Akteure um die beiden Spielleiterinnen Fabienne und Hiltrud Kläs über eine volle Hütte freuen. Bis zum letzten Platz besetzt bot der Theatersaal den wahrlich würdigen Rahmen für die flotte und freche Inszenierung. Bereits die erste Szene, der Vorhang hatte sich noch gar nicht gehoben, machte Lust auf beste Unterhaltung.

Neben dem "alten Hasen" Gerhard König feierte Margit Ziegler eine außergewöhnliche Premiere auf der Humeser Bühne. Zusammen als altes Ehepaar boten sie ein wahres Spektakel der Klischees - samt eines Ehemanns, der auch in einer Jagdhütte vor Malaria und Gletscherbrand geschützt sein will. Viel mehr Beifall hätten die Bühnenbauer Klaus Bettinger, Gerhard König und Edgar Schwarz verdient gehabt, denn als sich nach der ersten Szene der Vorhang öffnete, entführte der Verein sein Publikum in eine wirklich urige Almhütte, die bis ins kleinste Detail liebevoll gestaltet den perfekten Raum für die sich entwickelten Turbulenzen bot.

Die erste war zweifelsohne der Revierförster alias Thorsten Biesel, der, mehr wird an dieser Stelle nicht verraten, viel Zeit in der Sauna verbrachte. Wenig bekleidet brillierte Peter Schikofsky als Eigentümer der Hütte, das Schäferstündchen wurde ihm gewaltig durch einen Hexenschuss verhagelt. Ein weiteres Debüt feierte Thomas Kleinbauer, der als Kurti Schmieder dafür sorgte, dass sich in der Hütte die Gäste die Klinke in die Hand gaben. Gleich zwei Nachwuchstalente des Vereins haben es längst ins "große Ensemble" geschafft, Christian Schwarz und Desiree König hatten mit ihrem Geturtel, aber auch ihrer Eifersucht die Lacher auf ihrer Seite. Ein tolles Comeback feierte Caroline König als Sekretärin, die, erst mal vom Sekt beschwipst, sich das Knie "uffgeblotzt" hatte. Ja, richtig, allesamt brillierten die Akteure in original Humeser Dialekt - inklusive des rollender "R", was dem Stück Lokalkolorit, vor allem aber hohen Wiedererkennungswert verleiht.

Denn wiedererkannt dürfte sich so manches Ehepaar an der einen oder anderen Stelle haben, aber auch das ist seit Jahren Erfolgsgarant beim Saargold Humes . Am Ende gab es tosenden Beifall für alle Akteure, die zusammen wieder einmal bewiesen, wie viel Spaß Volkstheater machen kann.