Miteinander im Geist des Mittelalters

Miteinander im Geist des Mittelalters

Der Dirminger Weihnachtsmarkt präsentierte sich auch in diesem Jahr als Beispiel des Zusammenlebens und der Ideenvielfalt. Seit einigen Jahren präsentiert er sich an der Borrwieshalle in mittelalterlichem Gewand.

"Wenn ich so rund schaue, muss ich sagen, dass ich stolz bin auf das, was wir als Dorfgemeinschaft hier geschafft haben", erklärte Frank Klein, stellvertretender Ortsvorsteher, aber auch Kulturaner (aktives Mitglied des Dirminger Kulturvereins) am Samstagnachmittag im Rahmen der offiziellen Eröffnung des Dirminger Weihnachtsmarktes. Seit einigen Jahren präsentiert der sich an der Borrwieshalle in mittelalterlichem Gewand. "Ars vivendi" - die Kunst zu leben, so steht es auf den großen Holztafeln am einladenden Zeltdorf. In Dirmingen weiß man gerade in der Adventszeit, dieses Motto bestens umzusetzen. Denn nicht nur die Häuschen und Zelte laden stilecht mittelalterlich ein, auch Speis und Trank kommt eben nicht wie auf den sonstigen Weihnachtsmärkten als Einheitsbrei daher. "Wir bieten heute eine Gulaschsuppe auf offener Feuerstelle an", erklärte Donata Schulz von Terra hominorum (Terre des Hommes). "Schon seit vielen Jahren nimmt die Organisation am Markt teil, längst wissen die Dirminger etwas mit Terre des Hommes anzufangen", erklärt sie, während sie zusammen mit zwei jungen Syrerinnen im großen Topf rührt. Ein schönes Bild, das sich nicht nur hier bietet, die syrischen Mitbürger sind integriert in das Geschehen. "Bei uns gibt es in diesem Jahr zu unserem weißen Punsch Baklava, den haben unsere Frauen gemacht, richtig lecker", erklärte Schulz. Ein Stückchen weiter wendete Dominik Krabbe die großen Lachse auf den Holzbrettern. Erneut hat sich der Sportverein für diese Leckerei aus der mittelalterlichen "Kochkisch" entschieden, die Nachfrage ist riesig. "Der Lachs ist absolut zu empfehlen", erklärte Marliese Ulrich aus Dirmingen . Sie ist Stammgast auf dem mittelalterlichen Markt in Dirmingen , hat in diesem Jahr Muteaa und ihren kleinen Sohn Omar mitgebracht. "Ich finde es auch ganz toll, dass hier unsere Flüchtlinge fernab von Schweinefleisch was Leckeres zu essen bekommen", erklärt sie. "Wir haben mit dem Mittelaltermarkt einen Ort der Besinnlichkeit geschaffen, setzen uns für den Frieden ein, wollen hier keinen Stress und keine Hektik", erklärte Raimund Klein, stellvertretender Vorsitzender der Kulturaner. "Diese Oase der Besinnlichkeit", sagte Schirmherrin, Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset, sei längst kein Geheimtipp im Saarland mehr. Und der Andrang bereits kurz nach der Eröffnung gab auch ihr Recht. Zu erleben gab es bei milden Temperaturen eine ganze Menge. Die Kinder wurden erst einmal vom Nikolaus beschenkt, ehe ein riesiger Schneemann, der zum Glück auch bei Plus-Graden nicht ins Schmelzen kam, mit ihnen auf Tuchfühlung ging. Die riesige Feuerstelle mitten auf dem Platz war erneut ebenso Anziehungspunkt wie die Krippe, die sich am Fuße der Dirminger Burg befand. Eine ganze Woche, verriet Klein, haben die Kulturaner mit den Vereinen von Dirmingen Hand in Hand gearbeitet für dieses Vorweihnachtserlebnis.

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