Saargold Humes: Mit Smartphone in die Märchenwelt

Saargold Humes : Mit Smartphone in die Märchenwelt

Die Kinder- und Jugendgruppe von Saargold Humes lädt am kommenden Sonntag zur Premiere von Schneewittchen.

Schulbankdrücken am Samstagmorgen? Das ist selbst in Humes schon lange Geschichte. Doch nicht für die 15 Jungen und Mädchen, die aktuell im Theaterverein Saargold Humes für ihren großen Auftritt proben. An diesem Sonntag öffnet sich im Pfarrsaal endlich wieder der Vorhang für die Kinder- und Jugendgruppe des Vereins. Mit „Der Schneewittchenfluch“ bringen sie unter der Spielleitung von Annette Lambert und Esther Engel ein Stück auf die Bühne, das auf wunderbare Weise die Gegenwart mit Smartphone und Chatroom mit der Märchenwelt mit Zwergen und einer giftmordenden Königin verbindet. Während der langweiligen Recherche für eine Hausarbeit geraten die Schüler in die Märchenwelt der Gebrüder Grimm.

Wie sie da wieder herausfinden, davon erzählt das rasante Stück aus der Feder von Karin Wiegand. „Es sind diese beiden Welten, die aufeinandertreffen, die das Stück ausmachen. Es passt sowohl zu unseren jüngsten Akteuren, die gerade mal drei bis fünf Jahre alt sind, nimmt aber auch unsere Größten, die schon in der Oberstufe sind, mit“, erklärt Lambert. Zum ersten Mal ist sie für die Spielleitung im Jugendbereich zuständig. Doch sie dürfte dem Humeser Publikum alles andere als unbekannt sein. Viele Jahre zeichnete sie für das Erwachsenentheater verantwortlich. Gefordert ist sie beim Nachwuchs, wie sie erklärt, mindestens ebenso. Auch deshalb teilt sie sich die Verantwortung mit Esther Engel, die ebenfalls Premiere als Spielleiterin feiert. „Bei 15 Akteuren ist es manchmal gar nicht so einfach, alle unter einen Hut zu bekommen“, erzählt sie. Ein Probenbesuch zeigt, die beiden Damen haben den Nachwuchs im Griff – die älteren mit den großen Sprechrollen proben selbstständig ihre Schulszene und greifen auch schon mal ein, wenn die Zwerge den Einsatz verpassen. „Das ist besonders schön zu beobachten, die jüngeren lernen von den älteren Darstellern“, erzählt Lambert.

Mit rund 30 Kindern und Jugendlichen ist der Verein im Bereich Jugendarbeit sehr gut aufgestellt. „Wir wollen gerade die Jugend nicht verlieren, deshalb haben wir eine eigene Jugendgruppe installiert, die Werke spielt, die weit entfernt von Märchen und Co liegen“, erläutert Lambert. Während die Spielleiterinnen bei den Hauptakteuren sehr genau auf Stellungsspiel, Ausdruck vieles mehr achten, dürfen „die Jüngsten einfach noch Kinder auf der Bühne sein“. Die Leseproben zum aktuellen Stück, erzählt Engel, waren bereits vor den Sommerferien, nun wird dreimal die Woche intensiv geübt. „Jetzt hoffen wir, dass wir an beiden Aufführungen viele Besucher haben werden. Das ist der schönste Lohn für uns alle“, sagt Lambert. Ein dickes Lob gibt es von ihr für den Vorstand und die Mitglieder. „Wir sind alle eine große Theaterfamilie und unterstützen uns gegenseitig.“ Diese Unterstützung erhofft sie sich auch von der Gemeinde. „Wir machen hier sehr gute Jugendarbeit. Da wäre es schön, wenn das das ganze Jahr über auch Anerkennung finden würde.“