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Machtübernahme im Rathaus Eppelborn

Sturm in Eppelborn : Dank Zweitschlüssel fiel das Rathaus doch

Fast hätte der verlegte Schlüssel Bürgermeister Andreas Feld sein Eppelborner Rathaus über die tollen Tage gesichert. Wäre da nicht Altbürgermeister Fritz-Hermann Lutz gewesen.

Erklärter Held war am Samstagvormittag in Eppelborn ganz eindeutig Altbürgermeister Fritz-Hermann Lutz. Er hatte, das erklärte er gegenüber der Narrenschar, die vor dem Big Eppel Stellung bezogen hatte und bisher vergeblich um Einlass bat, den Zweitschlüssel damals beim Auszug aus dem Amt mitgenommen. Mit diesem konnten schließlich die Abordnungen der Eppelborner Karnevalsvereine samt Prinzenpaar am Ende eines langen Wortgefechtes doch noch in die Narrhalla einziehen und ausgelassen feiern.

Mit einem solchen Durchhaltevermögen der Narrenschar während der Verhandlungen hatte wohl selbst Eppelborns Bürgermeister Andreas Feld alias Napoleon nicht gerechnet. Denn, während er es sich mit seinen Ortsräten und Beigeordneten im Big Eppel bei Berlinern und kühlen Getränken so richtig gut gehen ließ, bezogen die Narren bei Sonnenschein, aber einer recht kalten Brise, an der Schule Stellung. Gemeinsam zogen sie unter lautem „Alleh Hopp“ und „Hoppla Hopp“ in einem kleinen Umzug zum Big Eppel – erklärtes Ziel: Die Schlüsselübergabe. Mitgebracht hatte Oberfastnachter Günter Schmitt vom FEV Eppelborn zahlreiche karnevalistische Waffen. Zunächst einmal ließ er den Fanfarenzug aufspielen. „Auch wenn nach vier Monaten im Amt meine Probezeit noch nicht herum ist, so einfach bekommt Ihr den Schlüssel nicht“, erklärte Feld. Daraufhin gab es vom Schützenverein die ersten Böller, die, so sagte Bürgermeister Feld, könnten gerne noch ein bisschen heftiger ausfallen. „Wenn die alte Bude kracht, kriegt ihr noch 10 000 Euro aus der Gemeindekasse dazu“, scherzte er.

Schließlich war es an den Elferräten aus Habach, Humes, Wiesbach und Dirmingen, den Verwaltungschef zur Aufgabe zu bewegen. Doch dieser hatte sich gut vorbereitet, die Einwohner bekamen dank einer intensiven Studie der Dorfchroniken allesamt ihr Fett weg, doch den Schlüssel, den rückte Andreas Feld nicht raus. Stattdessen bot er den Schlüssel vom Cult an. „Der steht seit zwei Jahren leer, den könnt ihr aufmischen.“

Selbst das Argument, Feld sei doch eigentlich einer von ihnen, im vergangenen Jahr sei er noch auf der Seite der Narren gewesen, konnte ihn nicht erweichen. So viel Gegenwehr, die hatte dann schließlich ihren Grund. Der Bürgermeister hatte schlichtweg den Schlüssel am Fetten Donnerstag verloren, das Fundbüro meldete bisher keinen Erfolg.

Da kam schließlich die Hilfe von Fritz-Hermann Lutz wie gerufen. „Ich könnte da aushelfen“, verkündete er und zauberte den Schlüssel aus seiner Hosentasche. „Ihr bekommt den aber nur, wenn ihr alle zusammen ‚Es is Fasenacht’ singt“, forderte er die Narren auf. Die Kapitulation war da nur die logische Folge, schnell wurde die weiße Fahne ausgerollt, der Schlüssel ging an das Eppelborner Prinzenpaar über, gemeinsam wurde im Big Eppel gefeiert.