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Lücks Elfmeter bricht den Bann

Saarbrücken. Nach dem Heimsieg gegen Wirges hat Oberligist FC Wiesbach den Erfolgsweg gleich wieder verlassen. Am Samstag verlor die Hertha das Saarderby beim SV Saar 05 mit 0:3. Dabei spielten die Einwechselspieler der Saarbrücker eine besondere Rolle. David Benedyczuk

Im fünften Anlauf hat es geklappt. Mit einem 3:0 (0:0) im Derby gegen Hertha Wiesbach holten sich die Fußballer des SV Saar 05 Saarbrücken am Samstag den ersten Oberliga-Sieg des Jahres und bleiben Spitzenreiter SC Hauenstein, der zur gleichen Zeit die SV Elversberg II mit 4:2 besiegte, auf den Fersen. Vor etwa 450 Zuschauern im Stadion am Kieselhumes leistete der Tabellenelfte aus Wiesbach lange heftige Gegenwehr. Hertha-Kapitän Marius Neumeier sagte: "Nach der Pause sind wir nicht mehr so ins Spiel gekommen, wie wir uns das vorgestellt haben." Die Körpersprache habe da in der ersten Viertelstunde gefehlt. Neumeier ärgerte sich: "Dann bekommen wir ein dummes Tor. Das wird uns jetzt nicht umwerfen, aber nach den drei Punkten gegen Wirges hatten wir uns vorgenommen, hier etwas mitzunehmen."

Der Durchbruch gelang den Saarbrückern nach einer knappen Stunde. Einen strammen Schuss von Lars Anton wehrte Hertha-Torwart Philippe Persch nur unkontrolliert ab, der Ball landete bei Dominik Engel, der von Mike Baier im Strafraum nur per Foul am Einschuss gehindert werden konnte - Elfmeter (58. Minute). Den Strafstoß verwandelte Sebastian Lück souverän. Er traf ins linke untere Eck. Mit dem 1:0 war der Bann gebrochen. In der 59. Minute brachte Saar 05 mit Christoph Fuhr und Felix Florsch zwei frische Kräfte, keine vier Minuten später sorgte das Duo für die Vorentscheidung. Fuhr bediente im Strafraum Florsch, der Persch mit seinem Kracher ins lange Eck keine Chance ließ (63.). Dann sah Wiesbachs Patrick Ackermann wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (74.). Nur zwei Minuten danach erzielte Dmitry Palmov Sekunden nach seiner Einwechslung den 3:0-Endstand.

Nach zuvor nur drei Punkten aus vier Partien war den Saar-brückern die Erleichterung anzumerken. "Es wurde einfach Zeit", sagte Florsch. "Wir haben eine hervorragende Vorrunde gespielt, sind dann halt mal in ein kleines Tief gekommen. Jetzt aber finden wir so langsam zu unserer Form zurück."

In der ersten Halbzeit war den Gastgebern die Verunsicherung anzumerken. Saar 05 spielte nicht mit letzter Konsequenz nach vorne. Die in der Defensive mit zwei Viererketten agierenden und auf Konter lauernden Gäste hatten keine Mühe, ihr Tor zu verteidigen - und bei einer Volleyabnahme von Jannik Schliesing, die nur knapp am Tor vorbeirauschte, die beste Torchance vor der Pause (23.). "Wir haben den Jungs in der Halbzeit gesagt, dass wir uns vorne einfach mehr bewegen müssen", sagte 05-Trainer Timon Seibert: "Obwohl wir das Spiel dominiert haben und klar mehr Ballbesitz hatten, waren wir in der ersten Halbzeit ein bisschen zu verhalten. Das haben wir nach der Pause besser gemacht - und damit den Sieg erzwungen."

Hertha-Spieler Patrick Seidel sah das etwas anders: "Im Großen und Ganzen haben die drei Mal aufs Tor geschossen und drei Buden gemacht. Es war unverdient. Ich hätte gesagt, es war ein klassisches 0:0." Wiesbach empfängt am Mittwoch um 19 Uhr Schlusslicht SG Betzdorf. Seidel verspricht: "Die drei Punkte werden wir auch ganz sicher holen."