Premiere des Theatervereins Bubach: Lachen ist bekanntlich die beste Medizin

Premiere des Theatervereins Bubach : Lachen ist bekanntlich die beste Medizin

Ohne Rezept darf man zu den Aufführungen des Theatervereins Bubach. Der nimmt nämlich das Gesundheitswesen auf die Schippe.

Wer kennt sie nicht, diese Momente im Wartezimmer beim Arzt? Da werden Krankheitsgeschichten ausgetauscht, der neuste Klatsch kommt auf den Tisch oder – auch immer wieder gerne genommen – gemeinsam ärgert man sich über die bevorzugten Privatpatienten. Doch statt in ein stickiges Wartezimmer mit unbequemen Stühlen lädt der Theaterverein Bubach im Oktober in die Hirschberghalle und den Big Eppel ein. Und eins gleich vorweg: Vor allem die Theatergäste, die privat versichert sind, müssen an dem Abend keinen Hunger leiden. Denn selbst dafür sorgt der Theaterverein Bubach. Neben den regulären Eintrittskarten zum Preis von zehn Euro kann auch ein zusätzlicher Euro in eine Brezel investiert werden.

„Am Anfang hat das wirklich für so viel Verwirrung gesorgt, dass die Leute bei uns angerufen haben und gefragt haben, ob sie eine private Krankenversicherung brauchen, um eine Karte mit Brezel zu kaufen“, erzählt Katja Groß. Sie hat mit Sabine Muno die Spielleitung übernommen und freut sich schon im Vorfeld darüber, dass das Thema bei den Theaterfans auf großes Interesse stößt. „Ich habe das Stück gelesen und es hat mir gleich sehr gut gefallen. Vor allem ist das Thema ja bei allen Leuten ständig präsent“, erzählt sie. Aber nicht nur die Handlung, auch die Charaktere, sagt sie, begeisterten sie. „Bei vielen konnte ich mir gleich jemanden aus unserem Ensemble vorstellen“, erzählt Groß.

Seit Ende April laufen die Proben, inzwischen sitzen die Texte und es wird an den Feinheiten gearbeitet. Denn das Stück, sagt die Spielleiterin, fordert den Mimen so einiges ab. Denn längst nicht jede Krankheit, die zur Sprache kommt, ist auch wirklich vorhanden. Aber, was tut man nicht alles, um einen gelben Schein zu bekommen. Die Geschichte nimmt auf sehr humorvolle Weise auch den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und hippokratischem Eid gekonnt auf die Schippe. Und ob Karteikarten, Volvo und Porzellantasse oder Computer, die neue S-Klasse und Plastikbecher, hier werden alle Klischees rund um die Mediziner bedient.

Die meisten der neun Akteure, die übrigens sehr oft gemeinsam auf der Bühne stehen, sind alte Hasen. Aber auch Einsteiger, sagt Groß, waren bei dieser Produktion  willkommen. „Ich habe Anfang des Jahres den Aufruf gelesen und gedacht, jetzt traust du dich endlich“, erzählt Melanie Bonner, die bisher immer bei der „Passion“ im Volk mitgewirkt hat. „Das hier ist etwas ganz anderes, ich habe schon ein wenig Sorge, dass ich meinen Einsatz verpasse“, sagt sie. Doch, das zeigt ein Blick in den ersten Akt, Bonner ist als Pharmareferentin eine absolut gute Besetzung. Textsicher wickelt sie sogleich den neuen Arzt, alias Benjamin Pulch um den Finger, ohne dabei der scheidenden Ärztin, gespielt von Kerstin Gergen sowie ihrer Sprechstundenhilfe, dargestellt von Jessica Paulus, auf die Füße zu treten. Die Zuschauer jedenfalls dürfen sich auf gute Unterhaltung und viele Gags freuen – und bekanntlich ist Lachen ja gesund.

In weiteren Rollen: Carina Merten, Albert Zangerle, Ute Borhofen, Jennifer Behring, Rita Fuchs.

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