| 20:07 Uhr

Figurentheater-Tage Eppelborn
Kinderbuchklassiker auf der Puppenbühne

Detlef Heinichen erzählte die Geschichte von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer.
Detlef Heinichen erzählte die Geschichte von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Eppelborn. „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ nach dem Buch von Michael Ende begeisterten die Zuschauer. Viel Applaus gab’s für Puppenspieler Detlef Heinichen. Von Carolin Merkel

„Eine Insel mit zwei Bergen“ - mit diesem überaus bekannten Ohrwurm dürfte am Sonntagnachmittag so manche Familie, die Gast bei den 29. Eppelborner Figurentheater Tagen war, nach Hause gefahren sein. Der Klassiker, der generationenübergreifend sehr sehr viele Fans hat, stand am dritten Festivaltag auf dem Programm des Festivals. Nachdem die beiden ersten Tage den erwachsenen Zuschauer außergewöhnliche Theatererlebnisse bot, waren nun endlich auch die Kinder an der Reihe.


Und sie zeigten sich im ausverkauften Saal von der ersten Minute an begeistert von dem Spiel, das Detlef Heinichen auf die Bühne des Big Eppel zauberte. Völlig unaufgeregt und überaus routiniert erzählte das Mitglied des Theatrium Steinau die bekannte Geschichte aus Lummerland. Die kleinen und großen Zuschauer begegneten dabei neben Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer natürlich auch König Alfons dem Viertelvorzwölften, dem Scheinriesen und sogar Prinzessin Li Si – allesamt als überaus sehenswerte Tischfiguren. Die Prinzessin wird in der Drachenstadt vom schauderhaften Drachen Mahlzahn gefangen gehalten und mit Hilfe von Emma, der Lokomotive befreit. Neben der großen, schwarzen Lokomotive werden die beiden Hauptakteure, aber auch der Halbdrache Nepomuk am Sonntagnachmittag rasch zu den Lieblingen der Nachwuchstheaterfans. Jim Knopf, das ist die Geschichte einer großen Freundschaft, ein Abenteuer, das viel Mut erfordert, zugleich nimmt es die Zuschauer mit in ferne Länder und lustige Situationen. Und all das, die Figuren, die Requisiten, selbst der Gesang, liegt dabei in den Händen eines einzigen Akteurs auf der Bühne – dem sehr sympathischen Erzähler Detlef Heinichen. Er schlüpft in die Rolle des Inselfotografen Ärmel und lässt das Publikum so teilhaben an den Abenteuern, die er kindgerecht, aber spannend erzählt. Neben der kleinen Bühne, auf der sich das Geschehen abspielt, ermöglicht es ihm eine Leinwand im Hintergrund, mit einer Videoprojektion, die Handlung an die entlegensten Orte zu transportieren. Am Ende der 60 Minuten Puppentheater gibt es für diese Aufführung des Klassikers vom begeisterten Publikum dann auch tosenden Beifall. Für den Hauptakteur, Heinichen, heißt das Ende der Vorstellung, ein wenig Zeit zum Verschnaufen. Denn er stand bereits am Samstagabend mit „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ auf der Bühne und war  auch am Montag mit einem Stück für die jüngsten Festivalbesucher wieder gefragt bei den Figurentheater-Tagen in Eppelborn.

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